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Kein Präsenzunterricht ab Montag für viele Schulklassen im Landkreis Traunstein

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Landkreis Traunstein – Ab kommenden Montag entfällt für viele Schulklassen im Landkreis, insbesondere an den Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien, bis auf weiteres der Präsenzunterricht. Grund dafür sind die stark steigenden Infektionszahlen. Das teilte das Landratsamt am Donnerstagmorgen mit.


Aufgrund des diffusen Infektionsgeschehens erlässt der Landkreis in Abstimmung mit dem staatlichen Schulamt folgende Anordnung: Der Präsenzunterricht wird vorübergehend eingestellt – das bedeutet eine komplette Umstellung auf Distanzunterricht. Diese Regelung gilt zunächst vom kommenden Montag, 16. November, bis einschließlich 4. Dezember.

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Allerdings sind einige Jahrgangsstufen und Schulen nicht davon betroffen. Für folgende Klassen und Schulen findet weiterhin Präsenzunterricht statt:

  • in allen Jahrgangsstufen der Grundschulen,
  • in den fünften, neunten und M10-Klassen der Mittelschulen,
  • in den fünften und zehnten Klassen der Realschulen,
  • in den fünften Klassen sowie in der Q11 und Q12 der Gymnasien,
  • in den Klassen FOS 12/13 und BOS 12/13 der Fach- und Berufsoberschule,
  • in den Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) und der Grundschulstufe der Förderschulen,
  • in den fünften und neunten Klassen der Förderschulen sowie
  • in den zehnten, elften und zwölften Klassen des Förderzentrums geistige Entwicklung (Berufsschulstufe).

Für alle restlichen Schüler – also insbesondere die der mittleren Jahrgangsstufen an den weiterführenden Schulen – gilt in den nächsten drei Wochen wieder Distanzunterricht (»Home Schooling«). Kindergärten und Kindertageseinrichtungen dürfen nach aktuellem Stand weiterhin geöffnet bleiben.

Die aktuellen Corona-Zahlen in der Region:

In der heute erlassenen Anordnung werden alle Schulleitungen außerdem dazu aufgefordert, Klassen- und jahrgangsstufenübergreifenden Unterricht auf das »unabdingbare Maß« zu reduzieren. Nicht notwendiger klassenübergreifender Unterricht – wie insbesondere Wahlangebote – dürfen in den kommenden drei Wochen nicht angeboten werden. Darüber hinaus gelten weiterhin die Infektionsschutzmaßnahmen des »Rahmenhygieneplans Schulen« in der jeweils gültigen Fassung.

Grundschulen sowie Eingangs- und Abschlussklassen nicht betroffen

Obwohl der Präsenzunterricht so lange wie möglich aufrechterhalten werden sollte (zu unserem Bericht), hat sich das Landratsamt nun dazu entschlossen, zahlreiche Schulklassen wieder auf Distanzunterricht umzustellen. Der Landkreis ist nach Angaben der Behörde derzeit von einer deutlich erhöhten Infektionsrate betroffen, die Ansteckungen sind »diffus« innerhalb des gesamten Landkreises zu beobachten.

»Um einerseits den Vorgaben des Schulgipfels und andererseits den erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen gerecht zu werden, halten wir eine flächendeckende Reduzierung der Anzahl der Schülerinnen und Schüler sowohl in der Schülerbeförderung als auch an der Schule selbst für erforderlich«, teilte Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamtes, unserer Redaktion mit.

In Grundschulen wird hingegen auf einen vollständigen Distanzunterricht verzichtet. So soll vermieden werden, dass die Großeltern die Aufsicht der Kinder übernehmen müssen. Da diese zu den Risikogruppen zählen, sollen sie besonders geschützt werden. Außerdem würden systemrelevante Bereiche zusätzlich belastet, wenn wichtige Mitarbeiter durch die Kinderbetreuung ausfallen.

Auch die Eingangs- und Abschlussklassen sollen grundsätzlich weiterhin im Präsenzunterricht beschult werden. Dabei soll den ohnehin bereits durch die Corona-Pandemie stark betroffenen Klassen eine Chancengleichheit gegenüber anderen Eingangs- und Abschlussklassen bzw. Schulabgängern ermöglicht werden.

Diese Maßnahmen werden als ergänzender Baustein zu den aktuell geltenden Vorgaben der 8. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung und der im Landkreis Traunstein erlassenen Besuchsverbote gesehen. Das Besuchsverbot gilt derzeit für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, vollstationäre Einrichtungen der Pflege, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Altenheime und Seniorenresidenzen. Mehr zu den Besuchsverboten lesen Sie in diesem Artikel.

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