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»Kein Platz für Ausländerfeindlichkeit«

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Unbekannte haben diese Seite bei Facebook erstellt und fordern, dass Asylanten und Ausländer aus Traunstein rausgeworfen werden. (Foto: Screenshot Artes)

Traunstein – Eine neue Facebook-Seite sorgt derzeit in Traunstein für Diskussionen. Unbekannte haben im sozialen Netzwerk in den vergangenen Tagen eine Seite mit dem Titel »Ausländer Und asylanten In Traunstein Raus« erstellt und beweisen damit auch gleich, dass sie Schwierigkeiten mit der deutschen Rechtschreibung haben. Auf der Seite verbreiten sie rechtsextreme Parolen. »Es ist wichtig, diese Seite nicht aufzuwerten«, fordert Landrat Siegfried Walch.


Er sagte auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts: »Die Inhalte passen nicht zu uns und zu unserer Region.« Auch würden sie keinesfalls die Meinung der Bürger im Landkreis Traunstein widerspiegeln, was sich anhand der nur wenigen »Gefällt-mir-Angaben« erkennen ließe. Walch hat die Seite am Donnerstagvormittag gesehen und auch bei Facebook wegen der rechtsradikalen Inhalte gemeldet – ohne Reaktion.

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Deutliche Worte findet auch Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel: »In der Stadt Traunstein ist kein Platz für Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass, kein Platz für Ausgrenzung und Diskriminierung. Ich verurteile derartiges zutiefst – das gilt auch für die rechtsradikalen Inhalte auf der benannten Facebook-Seite«. Er fordert alle Bürger auf, Rassismus in Traunstein keine Chance zu geben. »Traunstein ist weltoffen, in der Stadt leben Menschen aus rund 90 verschiedenen Ländern zusammen. Sie leben in einer Gemeinschaft, in der der Mensch zählt und nicht seine Herkunft, seine Hautfarbe, seine Religion, seine sexuelle Orientierung.«

Kritik an der Facebook-Seite äußert auch der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Traunstein, Thomas Miller: »Für solche Schweinereien habe ich kein Verständnis. Wer so etwas verbreitet, den kann man nur einen hirnlosen I.... nennen. Dass die Seiten-Urheber nicht gerade intelligent sind, sieht man ja schon an dem schlechten Deutsch.«

Wer hinter der Seite steckt, ist bislang nicht bekannt. Laut Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, wurde die Angelegenheit zur Überprüfung an die Kriminalpolizei Traunstein und die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Ob strafrechtlich dann etwas gegen die Seite unternommen werden kann, ist allerdings unklar. jar

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