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Kein Ironman in Übersee

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Geschätzt 2000 Teilnehmer hätten sich auf den Weg gemacht beim »Ironman 70.3«. Dabei hätten 90 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt werden müssen. Doch der Überseer Gemeinderat war grundsätzlich gegen die Veranstaltung.

Übersee – Es wird keinen »Ironman 70.3« in Übersee geben: Mit knappem Votum wurde die Veranstaltung vom Gemeinderat in der jüngsten Sitzung abgelehnt.


Während sich sieben Räte diese Großveranstaltung mit geschätzten 2000 Teilnehmern vorstellen konnten, lehnten acht Räte diese sportliche Veranstaltung ab.

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Schon seit geraumer Zeit sei die Agentur, die den Ironman veranstaltet, auf der Suche nach einem Veranstaltungsort im Chiemgau, informierte Bürgermeister Marc Nitschke. Nun gehe es um eine grundsätzliche Entscheidung, ob der Ironman in Übersee abgehalten werden könnte. Gemäß Björn Steinmetz, Geschäftsführer der Agentur Ironman Deutschland, sind mit dem Zusatz 70.3 die Streckenlängen der Disziplinen gemeint.

So müssen 1,9 Kilometer geschwommen, 21,1 Kilometer gelaufen und 90 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt werden. In Meilen summiert sich dies auf 70.3. Steinmetz betonte, dass der Triathlon purer Breitensport sei. Der Mehrwert für die Gemeinde liege im Marketing einer Sportveranstaltung, biete Internationalität, steigere den Bekanntheitsgrad und das positive Image. Zudem könnte der Tourismus verjüngt werden. Erwartet werde von der ausrichtenden Gemeinde oder Region, die kostenfreie Bereitstellung der Strecken und Flächen, Wasser, Strom und Internet sowie die Wasserrettung und die Information an Anwohner. Zudem sei eine finanzielle Unterstützung von 85 000 Euro für ein Rennen ohne Profis erforderlich.

Als für Übersee zu groß wähnte Alois Huber (CSU) die Veranstaltung mit 2000 Teilnehmern und 4000 bis 5000 Zuschauern. Außerdem gefiel ihm auch die Bereitstellung 85 000 Euro nicht. Bedenken hatte er auch bezüglich des vorgestellten Schwimmareals im Bootshafen. Die ganze Region müsse finanziell mitmachen, so Nitschke. Der Landkreis würde sich mit einer fünfstelligen Summe beteiligen. Sieben Gemeinden wären betroffen. Wenn diese einen Beitrag leisten würden, so müsste Übersee nur etwa ein Viertel oder Drittel des Betrags stemmen.

Von Rupert Kink (CSU) nach dem Risiko des Unternehmers gefragt, sagte Steinmetz, dass das Rennen rund eine halbe Million Euro koste und der Veranstalter neben dem finanziellen Risiko auch die vollständige Haftung trage. Deutlich sprach sich Margarete Winnicher (Grüne) gegen den Ironman aus, da sie den Mehrwert für die Gemeinde nicht sehe und der Ort genügend Aufgaben habe.

Dem stimmte Stefan Haneberg (ADfÜ) zu und betonte, dass am Feldwieser Strand schon jetzt viel Betrieb sei. Der Rathauschef meinte, es solle nicht gleich die Tür zugeschlagen werden. Die Meinung der Bürger mittels einer Bürgerbefragung zu ermitteln, schlug Christian Huber (ADfÜ) vor. So etwas mache erst Sinn mit mehr Informationen, so Nitschke. Nun gehe es zunächst um eine Grundsatzentscheidung. Und eben diese wurde mit sieben zu acht Stimmen abgelehnt. tb

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