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Kein Honigschlecken im »Jahr der Biene«

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Bilder wie dieses gibt es in diesem Sommer eher selten. Durch den vielen Regen konnten die Bienen heuer kaum fliegen und Pollen sammeln. Die Imker rechnen deshalb mit einem schlechten Honigjahr.

Auf ein schlechtes Honigjahr müssen sich heuer unsere Imker einstellen. Die Völker seien zwar bereits im Frühjahr sehr stark gewesen und hätten viel Honig sammeln können, »doch leider machte das Wetter den Bienen und Imkern einen Strich durch die Rechnung«, sagt Luise Mitterreiter, Gesundheitswartin beim Verband Bayerischer Bienenzüchter.


Während für die meisten Menschen der Sommer jetzt erst richtig beginnen würde und sie an Urlaub und Baden denken, so neige sich für den Imker das Bienenjahr dem Ende zu. »Ab der Sommersonnenwende reduziert die Königin ihre Brut, die Abwärtskurve hat begonnen«, erläutert Mitterreiter. Die männlichen Bienen, die Drohnen, werden nach und nach aus dem Volk gedrängt, bis sie im August ganz verschwunden sind. »Als unnütze Fresser werden sie nicht mit in den Winter genommen.«

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Die letzte Möglichkeit auf Honig besteht nur noch jetzt im Juli. Doch bei dem Dauerregen der vergangenen Tage und Wochen seien die Bienen nicht geflogen, erklärt Mitterreiter. Als Nahrung mussten sie den Frühjahrshonig verwenden. »Jetzt honigt nur etwas die Linde, stellenweise wenig der Wald. Die Wiesen sind alle abgemäht, was bleibt übrig?«, fragt sich die Gesundheitswartin.

Ab Anfang August müssen die Imker nun mit der Behandlung gegen die Varroamilbe beginnen, damit die Winterbienen, die im August und September erbrütet werden, gesund aufwachsen können. »Der dann eingetragene Honig verbleibt als Winterfutter im Bienenvolk«, so Mitterreiter weiter.

Die Gesundheitswartin erklärt auch, dass ein Bienenvolk pro Jahr 60 bis 80 Kilogramm Honig für den Eigenbedarf sowie rund 35 Kilogramm Pollen braucht. »Wenn wir wollen, dass unsere Bienen gut versorgt sind, genügt es nicht, einen insektenfreundlichen Kreisverkehr zu gestalten«. Sie will damit keine Kritik an dem von Landrat Siegfried Walch ausgerufenen »Jahr der Biene« üben, aber um die Situation für die Bienen zu verbessern, müssten Flächen großräumiger »bienenfreundlich« gestaltet werden und eben nicht nur punktuell. »Landwirtschaft, Gartler und öffentliche Hand müssen zusammenarbeiten und Willens sein, damit unsere Bestäuber überleben können«

Nach einem schon eher mittelmäßigen Honigjahr 2015 erwartet Luise Mitterreiter für heuer »ein total schlechtes Jahr«. Der Ertrag ginge gegen Null. »Heuer mussten die Völker auch in der Saison gefüttert werden, damit sie nicht verhungern.« So etwas habe es bisher fast noch nie gegeben. »Für den Imker heißt das: Trotz der Freude an den Bienen und der Liebe zur Natur – außer Spesen nichts gewesen«, so das Fazit der Gesundheitswartin. jar