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Kein großflächiger Baumarkt im Gewerbegebiet

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Marquartstein. Einstimmig lehnte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einen Antrag auf Errichtung eines Baumarktes im neuen Gewerbegebiet Nord ab.


Wie Geschäftsleiter Florian Stephan den Rat informierte, wollte das Unternehmen auf zwei Grundstücken im Gewerbegebiet an der Windeckstraße neben dem Verlagsgebäude einen Baumarkt errichten. Der Bauausschuss hatte noch keine Entscheidung getroffen und verwies an den Gemeinderat. Beantragt war auf 4500 Quadratmeter Grund ein Neubau von 1742 Quadratmeter Nutzfläche, 75 Meter Länge entlang der Bundesstraße mit einer seitlichen Wandhöhe von 4,41 Meter.

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Da die Baugrenzen überschritten würden und vor allem die nötigen Grünflächen zwischen den Grundstücken im Gewerbegebiet nicht angelegt werden könnten, wäre eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Stephan wies darauf hin, dass laut Bebauungsplan grundsätzlich nur produzierende Einzelhandelsbetriebe erlaubt seien, zum Beispiel Handwerksbetriebe. Rein rechtlich könne die Gemeinde allerdings den Bebauungsplan ändern, so der Geschäftsleiter. Notwendig wäre in dem Fall die Ausweisung eines Sondergebietes.

Bürgermeister Andreas Scheck ergänzte, dass bei einem derart großflächigen Einzelhandelsbetrieb die Mittel der Städtebauförderung für die weitere Entwicklung in der Dorfmitte gefährdet sein könnten. Überdies widerspreche der Antrag auch den Auflagen für die Ansiedlung von Betrieben im Gewerbegebiet, da auf 4500 Quadratmetern Grundfläche nur gut zehn Arbeitsplätze geschaffen würden.

Roland Polleichtner wie auch Sepp Moritz sagten, dass der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet mit so viel Mühe und Überlegungen aufgestellt worden sei, dass sich der Gemeinderat unglaubwürdig machen würde, wenn ein solches Bauvorhaben genehmigt würde. Franz Aigner gab zu bedenken, was geschehen würde, wenn der Baumarkt nicht floriere und dann leer stehe. Außerdem könne man nach der Genehmigung des Baumarkts ein weiteres so großes Bauvorhaben nicht mehr ablehnen.

Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus sagte, die meisten Produkte des Baumarkts seien auch im Einzelhandel in Marquartstein oder Umgebung zu haben. Außerdem widerspreche ein solcher Markt dem Ziel der Gemeinde »Leben findet innen statt«.

Thomas Halder und Klaus Hell sahen überdies große Verkehrsprobleme an der Hauptstraße, sodass möglicherweise eine neue Abbiegespur geschaffen werden müsse. Übereinstimmend war der Gemeinderat der Meinung, dass die Nachbargemeinde höchstwahrscheinlich ein solches Bauvorhaben nicht ablehnen würde. gi