weather-image
20°

Kein Gewerbegebiet

5.0
5.0

Traunstein. Der Haidforst wird kein Gewerbegebiet. Der Stadtrat stellte am Donnerstag in einem formellen Beschluss das Verfahren ein, welches zum Ziel hatte, den Flächennutzungsplan zu ändern den Wald zu roden und Gewerbegrund auszuweisen. Das 29 Hektar große Waldstück im Norden der Stadt wird also erhalten bleiben.


Der größte Teil der vorgesehenen Gewerbefläche war für ein Güterterminal vorgesehen. Die Bahn sieht jedoch derzeit keine Notwendigkeit für ein solches Güterverteilzentrum in der Region und es haben sich auch keine potenziellen Betreiber gefunden.

Anzeige

Gegen die Einstellung des Verfahrens stimmten die acht Mitglieder der CSU-Fraktion. Karl Schulz begründete das unter anderem damit, dass man mit der Ausweisung des Gewerbegebietes ein Signal der Stadt an die Region geben wollte, wonach auch in Traunstein zusätzliche Gewerbeansiedlung möglich sein sollte. Die Ausweisung wäre ein Impuls für die Infrastruktur. Das Verfahren fortzusetzen schade nicht und wäre ein positives Signal für mögliche Interessenten.

Hans Zillner kritisierte, man werde mit dem Verfahren wieder von vorne anfangen müssen, wenn sich Gewerbebetriebe ansiedeln wollen.

Ingrid Bödeker begrüßte namens der SPD-Fraktion die Einstellung des Verfahrens. Eine Erweiterung des Gewerbegebietes sollte nur für heimische Betriebe erfolgen. Traunstein könne Gewerbeflächen nicht zu so günstigen Preisen anbieten wie die Nachbargemeinden. Ihre Erklärung, man sei von Haus aus dagegen gewesen, kommentierte CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Osenstätter mit dem Hinweis, die Ausweisung einer Gewerbefläche für das Güterterminal habe der Stadtrat »ziemlich einstimmig« beschlossen. Waltraud Wiesholer-Niederlöhner sagte, »das Terminal ist Vergangenheit.« Ihre Partei wolle keine Flächenbevorratung.

Es sei ein Gewinn für Traunstein, wenn der Wald erhalten wird, sagte Burgi Mörtl-Körner Man werde der Einstellung des Verfahrens mit Freude zustimmen.

Grund zum Jubeln hatte am Donnerstag auch die Traunsteiner Bürgerinitiative »Rettet den Haidforst«. Ihre seit langem immer wieder gestellte Forderung zur Einstellung des Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes wurde nun erfüllt.

Der Sprecher der Initiative, Wolfgang Wörner sagte: »Ich freue mich riesig, dass nun im Haidforst kein Güterterminal mit angeschlossenem Gewerbegebiet mehr möglich ist.« Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Werner Siegl, ergänzte: »Dieser langersehnte Beschluss heute zeigt, dass man als Bürgerinitiative nie aufgeben darf«. -K.O.-