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Kein Geld für Bohrungen vorhanden

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Mit einer Lieferung von Strom bereits ab dem kommenden Jahr wirbt die Geothermie-Traunstein-Projekt-GmbH auf ihrer Homepage. Doch dieser Zeitplan wird aufgrund der fehlenden Finanzierung sicher nicht eingehalten werden. (Foto: Brenninger)

Traunstein. »Ab 2015 wird das Geothermie-Kraftwerk umweltfreundlich erzeugten Strom liefern.« Damit wirbt die Geothermie-Traunstein-Projekt GmbH derzeit noch auf ihrer Internetseite. Doch das in Weiderting geplante Projekt wird bis zum kommenden Jahr sicher nicht verwirklicht werden. Es fehlen die Investoren.


Geknickt klingt Geschäftsführer Thomas Engmann im Telefongespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Nachdem er im vergangenen Sommer noch sehr zuversichtlich gestimmt war und bis zum Jahresende den ersten Bohrplatz einrichten wollte (wir berichteten), sieht es nun anders aus. Prognosen zu einem Zeitplan will er gar nicht mehr abgeben. Der Grund: Es fehlen die finanziellen Mittel, um die Bohrungen zum heißen Thermalwasser in über 5200 Metern Tiefe durchführen zu können. 40 bis 60 Millionen Euro wären, je nach Größe des Kraftwerks, dafür notwendig.

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Die Investoren halten sich aber zurück. Engmann, der auch Geschäftsführer der EHG Verwaltungs-GmbH in Chieming ist, macht dafür vor allem die Politik verantwortlich: »Den Geldgebern fehlt ein klares Bekenntnis der Regierung zu den regenerativen Energien und damit auch zur Geothermie.« Sie wüssten nicht, wie die Förderung solcher Projekte künftig aussehe, so Engmann.

Die bisherige Vorfinanzierung zum Start des Projekts und den notwendigen Messungen lieferte die EHG. Rund 3,5 Millionen Euro wurden laut Engmann bereits investiert. Nun fehlt aber die Zwischenfinanzierung für die Bohrungen. Da Banken erst nach den erfolgreichen Bohrungen als Geldgeber etwa für das geplante Kraftwerk in Frage kommen, sind an diesem Punkt Risiko-Kapitalgeber in Form von privaten Investoren gefragt.

Die Kosten für das gesamte Projekt liegen bei einer kleineren Version des Kraftwerks bei 70 Millionen Euro. Da die Ergebnisse der 3-D-Messungen im Jahr 2012 besser als erwartet waren, strebt Engmann den Bau eines doppelt so großen Kraftwerks mit insgesamt vier Bohrstandorten in Kammer, Wolkersdorf, Trenkmoos und Wang an. Die Kosten dafür würden bei über 130 Millionen Euro liegen.

»Wir geben die Hoffnung nicht auf«

Wegen der größeren Dimensionen deutete Engmann bereits vor einem Jahr an, dass das Kraftwerk wohl erst 2016 in Betrieb gehen wird. Aber selbst dieser Termin scheint nun in weite Ferne gerückt. »Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und arbeiten weiter mit Nachdruck an dem Projekt.« apo