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Kein Bürgerbus für das Achental

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So geht es wohl nicht, zogen die Bürgermeister der Achental-Gemeinden in einer Sondersitzung im Ökomodell Achental ein Fazit. In einem gemeinsamen Beschluss gaben sie ihre feste Absicht auf, einen Bürgerbus auf die Strecke zu bringen. Noch im August hatten sie bekannt gegeben, diesen zusammen mit dem Regionalverkehr Oberbayern und dem Landratsamt Traunstein starten zu wollen. Nun gab das Ökomodel bekannt, dass die Bemühungen bis auf Weiteres eingestellt sind.


Öffentlicher Personennahverkehr in ländlichen Regionen ist schwierig und kostet viel. Bedarf und Angebot decken sich nicht überall. Gerade aus den Gemeinden Bergen und Schleching klang lange der Ruf nach einem breiteren Angebot. Die Lösung sahen Ökomodell und die Bürgermeister in einem Bürgerbusmodell in ihren Gemeinden, so wie es am Chiemsee bereits erfolgreich läuft. Sie planten die weitere Erschließung der ländlichen Gebiete und der touristischen Ziele und Sehenswürdigkeiten für Einheimische und Gäste. Ein Zu- und Anbringerdienst zu den Linien des öffentlichen Personennahverkehrs sollte für die Einheimischen entstehen. Die Gäste sollten den mit der Kurkarte kostenlos nutzen.

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Stephanie Hennes, Projektleiterin Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) im Ökomodell, berichtete über die Zweifel der Bürgermeister am Verhältnis von Kosten und Nutzen. Ausführlich haben sie das bestehende Liniennetz und die Abfahrtszeiten im Verhältnis zu den erheblichen Kosten betrachtet. Als erstes haben sie die Idee aus Kostengründen aufgegeben, mit Bürgerbusfahrten zu touristischen Zielen das Angebot für die Gäste zu erweitern. Gegenüber dem ohnehin schon kostenintensiven Gästeangebot der Achentallinie bringe ein erweitertes Angebot nicht genug, sei die Ansicht der Bürgermeister, wie Hennes erklärte. Für die Bewohner der Region bleibe der Nutzen gering, weil der Bürgerbus sie oft nur hinter dem Linienbus herfahre, der kurz davor oder dahinter gestartet sei. Daher folgte die Absage.

Für den verbleibenden Bedarf sehen die Bürgermeister eine Lösung im Modellprojekt »Elektromobilität im ländlichen Raum – E-mobil im Achental und Umgebung«. An dem Pilotprojekt beteiligen sich seit Anfang des Jahres fünf Achental-Gemeinden und acht weitere Projektgemeinden aus den Landkreisen Traunstein und Rosenheim. Daraus sollen sich in der Zukunft verschiedene Nutzungskonzepte zum Beispiel für Car-Sharing von Elektroautos entwickeln. lukk