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Kaum Zustimmung für das Volksbegehren

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Plakate, wie dieses aus München, sah man in der Region nur sehr selten oder gar nicht. Für das Volksbegehren trugen sich im Landkreis Traunstein im Schnitt nur 1,81 Prozent der Bürger ein, im Landkreis Berchtesgadener Land lag die Quote bei 1,1 Prozent.

Sehr wenig Zuspruch gab es für das Volksbegehren »Ja zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 in Bayern« auch im Landkreis Traunstein. Lediglich 1,81 Prozent der Bürger trug sich in den Rathäusern in die Listen ein. Damit liegt der Landkreis auch unter dem bayernweiten Schnitt von 2,9 Prozent. Für einen Erfolg wären mindestens zehn Prozent notwendig gewesen. Von den 132 504 Stimmberechtigten im Landkreis trugen sich 2398 Bürger ein, so das vorläufige Ergebnis des Landratsamts Traunstein. In der Stadt Traunstein waren es zwischen dem 3. und 16. Juli nur 306 Unterschriften, eine Quote von 2,08 Prozent.


Noch geringer war die Beteiligung im Landkreis Berchtesgadener Land. Dort trugen sich nur 1,1 Prozent der Stimmberechtigten ein.

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Falscher Zeitpunkt und zu wenig Werbung

»Es war der falsche Zeitpunkt«, meinte der Vorsitzende der Freien Wähler im Kreis Traunstein, Andreas Danzer, im Gespräch mit unserer Zeitung. »Wir haben uns für eine Abstimmung im Herbst ausgesprochen.« Gegen den jetzigen Zeitpunkt sprach seiner Meinung nach zum einen, dass gerade die Fußball-WM gewesen sei, zum anderen, dass es heuer schon viele Wahlen gegeben habe. Es sei auch zu wenig Werbung gemacht worden, findet Danzer. Nur sehr selten sah man Wahlplakate in der Region. Zuständig für das Aufstellen der Wahlwerbung seien die jeweiligen Ortsverbände gewesen.

In Traunreut sei verstärkt für das Volksbegehen geworben worden mit Plakaten und einem Infostand, berichtete der Ortsvorsitzende der Freien Wähler Traunreut, Kai-Holger Seidl. Aber auch dort trugen sich von den 15 025 Stimmberechtigten nur 209 ein (1,39 Prozent). »Das ist sehr schade«, meinte Seidl im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. »Es geht um etwas für die Jugend, für unsere nachwachsende Generation.«

Drei Gemeinden blieben unter einem Prozent

Nicht recht viel besser als in den beiden größten Städten im Landkreis war die Resonanz in den restlichen 33 Gemeinden. Grassau beispielsweise kam auf 1,62 Prozent, Marquartstein auf 1,98 Prozent. In Seeon-Seebruck trugen sich 100 von 3542 Stimmberechtigten ein (2,82 Prozent); in Waging am See waren es 72 von 5201 Personen (1,38 Prozent).

In drei Gemeinden blieb die Quote unter drei Prozent: In der Gemeinde Wonneberg trugen sich 0,70 Prozent ein, in Taching am See waren es 0,91 Prozent und in Inzell 0,94 Prozent. Die meisten Befürworter gab es in Altenmarkt und Obing: Sie erzielten als einzige Gemeinden im Landkreis über drei Prozent. In Altenmarkt waren es 3,04 Prozent, in Obing sogar 3,29 Prozent.

Im Landkreis Berchtesgadener Land trugen sich 1,1 Prozent der Stimmberechtigten in den Rathäusern ein. In der Marktgemeinde Teisendorf lag die Quote minimal höher bei 1,14 Prozent.

Die letzten Volksbegehren gab es 2009 und 2013. Beide waren erfolgreich. Als 2009 über den Nichtraucherschutz abgestimmt worden war, trugen sich im Landkreis Traunstein 16,4 Prozent der Bürger in die Listen ein. Vier Jahre später, beim Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern, waren es im Schnitt 13,38 Prozent. jar