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Katzenelend durch Kastration beenden

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Blind geborene Katzen oder von schweren Infektionen gekennzeichnete Tiere werden immer wieder beim Tierschutzring Traunstein abgegeben. Der Verein fordert daher eine Kastrationspflicht, um Inzucht zu vermeiden.

Traunstein – Auf das Elend der vielen streunenden Katzen verweist der Tierschutzring Traunstein aus Anlass des Welttierschutztags am heutigen Dienstag. Der Tierschutz-Ring-Traunstein hat demnach heuer schon 69 Katzen vermittelt. Zurzeit befinden sich auf den Pflegeplätzen noch 35 Katzen, vor allem Jungtiere, für die ein gutes Zuhause gesucht wird. »Leider werden es jedes Jahr mehr Tiere, die der Verein aufnehmen muss. Und schon bald kommen die Würfe vom Herbst hinzu«, so Anja Holland vom Tierschutzring.


Obwohl im Herbst 2015 eine große Kastrationsaktion über den Tierschutz-Ring-Traunstein e.V. stattgefunden hat und mehr als 350 Tiere kastriert wurden, sei eine Verminderung der großen Katzenpopulation langfristig noch nicht in Sicht.

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Gerade in den letzten Jahren sei es im Landkreis zu einer erheblichen Zunahme von Fundkatzen oder herrenlosen Katzen gekommen. »Es ist abzusehen, dass wir uns auch im Landkreis Traunstein immer mehr südländischen Verhältnissen annähern und unzählige kranke, herrenlose Katzen umherstreifen«, so der Tierschutzring. Durchschnittlich beherberge jeder deutsche Tierschutzverein 220 Katzen pro Jahr. Die große Zahl von frei lebenden Katzen im Landkreis stelle den Verein vor immer größere Probleme. Ein einzelnes Katzenpaar, das zweimal pro Jahr Nachwuchs bekommt, von denen jeweils drei Kätzchen pro Wurf überleben, erzeugt nach Angaben des deutschen Tierschutzbunds in sieben Jahren 420 700 Katzen, in zehn Jahren über 80 Millionen Nachkommen.

Katzen aus Überpopulationen seien meist Inzuchttiere mit entsprechenden Gendefekten. Viele dieser Katzen seien wegen der Gendefekte und Infektionen in erbärmlichem Zustand, Krankheiten gingen bereits von den Eltern auf neue Würfe über. Infizierte Tiere gingen nach oftmals langem Siechtum elend zugrunde. Dem Tierschutzring Traunstein würden häufig Jungtiere mit schlimmsten Augenkrankheiten übergeben – »ein unerträglicher Anblick und man mag sich vorstellen, welche Schmerzen diese Tiere erleiden müssen, die blind und hilflos umher irren«, so Anja Holland. »Diese Zustände sind untragbar, präventives Handeln ist nötig, weshalb auch die Bundestierärztekammer seit vielen Jahren eine Kastrationspflicht fordert.« Deutschlandweit seien es bisher mehr als 250 Gemeinden, die diese Verordnung eingeführt hätten, allerdings nicht eine aus Bayern.

Junge Katzen könnten dabei bereits laut Bundestierärztekammer bereits vor der ersten Rolligkeit mit drei bis vier Monaten kastriert werden, so der Tierschutzring weiter. Bei Katern liege der früheste Kastrationszeitpunkt bei fünf bis sechs Monaten. Würden Kater mit etwa sechs Monaten kastriert, entfalle meist auch das lästige Markieren. Spenden nimmt der Tierschutzring Traunstein entgegen auf seinem Konto: IBAN DE60 7105 2050 0000 3972 99, BIC BYLADEM1TST. fb