weather-image
17°

Katholische Kirchenverwaltung: Wahl steht an

Traunstein. »Kirche verwalten. Mit Vertrauen gestalten« so lautet das Motto der Kirchenverwaltungswahl. Diese findet am 18.  November vor und nach den Gottesdiensten bayernweit statt. »Das Gremium wird öffentlich nicht so wahrgenommen und arbeitet eher im Verborgenen«, sagt Dekan und Traunsteins katholischer Stadtpfarrer Georg Lindl im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt, »aber die Kirchenverwaltung ist enorm wichtig.«

Sie vertritt nämlich zusammen mit dem Pfarrer die Kirchenstiftung rechtlich. Die gewählten Kirchenverwaltungsmitglieder lenken zusammen mit dem Pfarrer als Kirchenverwaltungsvorstand aktiv die Geschicke der Pfarrei. »Sie kümmert sich etwa um das Geld, Immobilien und Liegenschaften«, sagt Lindl. Dabei müssen vor allem folgende Fragen beantwortet werden: »Wo setzen wir unsere Schwerpunkte, was soll seelsorgerisch stattfinden?«, so der Dekan. In der Stadtpfarrkirche etwa wird zurzeit gerade ein Raum für Kindergottesdienste hergerichtet. »Dafür hat die Kirchenverwaltung das Geld zur Verfügung gestellt«, sagt Lindl.

Anzeige

Die Aufgaben der Kirchenverwaltung sind in der Kirchenstiftungsordnung genau festgelegt. Sie reichen von der gewissenhaften und sparsamen Verwaltung des Kirchenstiftungsvermögens über die Beschlussfassung des Haushaltsplanes sowie die anschließende Überwachung des Budgets. Weitere Aufgaben sind zum Beispiel die Führung des Inventarverzeichnisses, Beschaffung und Unterhalt der Inneneinrichtung der Kirchen sowie Ausstattung der Diensträume, Anerkennung der Jahresrechnung, Abschluss von Arbeitsverträgen und sonstigen Verträgen, Beantragung von Zuschüssen, Beratung und Beschluss von durchzuführenden Baumaßnahmen oder die Entscheidung über den Verwendungszweck der freiwilligen Zuwendungen. »Die Themen gehen nie aus«, betont Lindl.

Die Amtsperiode der Kirchenverwaltung – die bestehende ist übrigens noch bis 31. Dezember im Amt – beträgt sechs Jahre. Für St. Oswald etwa müssen sechs Mitglieder gewählt werden. »Das kommt in den einzelnen Pfarreien aber immer auf die Zahl der Katholiken an«, erklärt Lindl.

Die Kandidaten zu finden, sei eine echte Herausforderung, betont der Dekan, »weil die guten Leute eh schon in vielen Bereichen engagiert sind«. »Aber«, so Lindl weiter, »wir bekommen es auf die Reihe, denn noch ist die Bereitschaft, sich ehrenamtlich zu engagieren, relativ groß.«

Übrigens gehören fast nur Männer dem Gremium an. »Männer interessieren sich offenbar mehr als Frauen für Immobilien und Zahlen«, vermutet der Pfarrer. Einer der Mitglieder der Kirchenverwaltung sitzt übrigens auch im Pfarrgemeinderat, dessen Hauptaufgabe es ist, den Pfarrer bei sämtlichen Aktionen der Pfarrei wie etwa Kommunion oder der Seniorenarbeit zu unterstützen. »Das Mitglied muss dann immer dem einen Gremium aus dem anderen berichten«, so Lindl. »Denn es ist wichtig, beide Gremien miteinander zu vernetzen.«

Noch läuft der Prozess der Kandidatensuche. Danach gilt es, die Wähler zu mobilisieren. Wahlberechtigt sind alle, die am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben, der römisch-katholischen Kirche angehören und den Hauptwohnsitz in der jeweiligen Pfarrei haben. Georg Lindl hofft, dass viele zur Wahl – die in Traunstein auch am 17.   November vor und nach dem Abendgottesdienst möglich ist – gehen. »Es wäre schön, wenn die Kirchenverwaltung mit viel Rückenwind arbeiten kann.« SB