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Katek baut ein neues Logistikwerk in Grassau

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Die Produktionshalle der Katek-Werke von Marquartstein Richtung Grassau kommend: Dort wird das neue Logistikwerk im Anschluss entstehen. (Foto: Eder)

Grassau – Die Firma Katek, Mitglied der Unternehmensgruppe Kathrein-Werke, wird ihren Betrieb in Grassau um ein Logistikgebäude erweitern. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung wurden hierfür mit der Bebauungsplanänderung die Weichen gestellt. Vorgestellt wurde das Bauvorhaben von Betriebsleiter Armin Stangl und Architekt Toni Entfellner.


Anlass der Änderungsplanung sei, so Bürgermeister Rudi Jantke, dass die Firma Katek ihren Standort in Grassau zukunftsfähig gestalten und hierfür Produktion und Logistik zusammenlegen möchte. Er informierte über den rechtsgültigen Bebauungsplan, der ein weiteres Gebäude mit den Ausmaßen von 77 mal 27 Meter festlege. Geplant sei aber ein Gebäude von 120 mal 27 Metern auf dem Bereich des ehemaligen Holzlagerplatzes.

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Stangl betonte, dass Katek einer der größten Arbeitgeber in der Region sei. Katek und Kathrein seien zwei getrennte Unternehmen, die aber einer Firmengruppe angehören. Katek wurde 1983 gegründet, sei auf vier Standorte verteilt – neben Grassau noch Ungarn, Frankfurt und Wien – und beschäftige 900 Mitarbeiter, 500 im Grassauer Werk. Auch nach dem Bau werde die Mitarbeiterzahl in dieser Größenordnung bleiben. Er berichtete über den hart umkämpften Markt in der Produktion von Elektrobaugruppen und Hochfrequenztechnik und informierte über den neuen Produktionssektor in der Medizintechnik. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sei es notwendig, die Logistik nahe an die Produktion zu bekommen. Derzeit ist die Logistik im Gewerbepark, ehemalige Körtingwerke, im Werk 1 untergebracht. Die Produktion hingegen sei im Werk 2, rund 350 Meter entfernt. Mit dem Neubau sollen die gesamte Produktion und die Logistik an der Körtingstraße 1 vereint werden, so Stangl. Dies spare unnötige Wege. Auch betonte Stangl, dass das Werk keine Abgase produziere und auch die Umwelt nicht belaste. Alle Bereiche seien zertifiziert, so auch das Energie- und Umweltmanagement. Zudem werde nur ein Logistikbau erstellt, in dem lediglich Anlieferung und Abtransport, sowie die Lagerung in Regalen erfolgen.

Planer Toni Entfellner erläuterte, dass gemeinsam mit den Mitarbeitern im vergangenen Herbst ein Raumprogramm entwickelt wurde und im Vorfeld bereits mit allen Beteiligten Gespräche geführt wurden, um möglichst transparent zu sein. Auch mit dem Straßenbauamt wurde gesprochen, da das Gebäude mit einer direkten Zufahrt aus dem Kreisverkehr erschlossen werden soll. Zur Größe des Baukörpers informierte der Planer, dass dieser nicht so weit entfernt von den Baukörpern sei, die im Gewerbepark vorzufinden sind. Bis Weihnachten solle die Bebauungsplanänderung abgeschlossen sein. Dann beginne die Phase der Genehmigungsplanung. Im März nächsten Jahres werden Werksplanung und Ausschreibung folgen und Ende Juli/August 2016 wolle man mit der Baumaßnahme beginnen. Bis Mitte 2017 soll das Werk stehen und der Standortwechsel vollzogen werden. Die Einfahrt werde nicht über das Wohngebiet geplant.

Auch die vorläufigen Ansichten stellte der Architekt vor. Zum einen sei es wichtig, eine kostengünstige Lösung zu finden, zum anderen aber sei an eine, dem Standort angepasste, gefällige Fassadengestaltung mit Lärchenholzverschalungen gedacht.

Die Entwässerungsbecken für den Kreisverkehr werden etwas nach vorne rücken. Eine Bepflanzung der Fassade mit Spalierobst sei vorgesehen, erklärte Entfellner auf Jantkes Fragen. Auch erkundigte sich Jantke nach den Meinungen der Nachbarn. Stangl berichtete, dass diesen das Vorhaben vorgestellt wurde und nochmals ein Gesprächstermin folge. Laut Stangl werden keine neuen Arbeitsplätze geschaffen. Das Unternehmen werde stark am Preis bemessen. Wenn es produktiver arbeiten kann, könne auch wettbewerbsfähiger angeboten werden. Zunächst gehe es um Standortsicherung, bevor an Wachstum gedacht werde, beantwortete Stangl die Frage von Alfred Körner (SPD). Olaf Gruß (SPD) interessierte die Anzahl der Anlieferungen. Laut Entfellner werden zwischen 15 und 20 Lastwagen täglich dort an- und abfahren. Winfried Drost (UGL) merkte an, dass ein Flachdach geplant sei. Vielleicht wäre sinnvoll über die Nutzung von Solarenergie nachzudenken, regte er an. Bei einer gewissen Größe seien Satteldächer nachteilig, so Entfellner, da das Gebäude dann noch größer wirke. Auf die Frage nach dem Lärm beim Be- und Entladen erklärte Entfellner, dass dies geräuschlos durch Elektrostapler erfolge und zudem ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben werde. Eine Nachtbeladung sei nicht vorgesehen. Nach dem weiteren Vorgehen bezüglich Werk 1 erkundigte sich Daniela Ludwig (CSU). Laut Stangl, werde das Werk 1 an der Bahnhofstraße nach Fertigstellung des neuen Gebäudes abgerissen; hier sollen neue Parkplätze geschaffen werden.

Einstimmig entschied der Gemeinderat, den Bebauungsplan zu ändern. Zudem soll ein Verkehrskonzept die weitgehende Entlastung der Ortsmitte Grassau prüfen. tb