weather-image
10°

Karl Fischer feierte 103. Geburtstag

4.4
4.4
Bildtext einblenden
Der älteste Bürger Grassaus, Karl Fischer, feierte jetzt seinen 103. Geburtstag. Zum Gratulieren kam auch Bürgermeister Rudi Jantke. (Foto: T. Eder)

Grassau – Mit zwei frischen Butterbrezen und Kaffee startet Karl Fischer in den Tag. Auch an seinem jetzigen 103. Geburtstag am Samstag gab es dieses Frühstück.


Trotz seines hohen Alters ist der Jubilar geistig fit und freute sich über den zahlreichen Besuch, darunter Bürgermeister Rudi Jantke, der auch die Glückwünsche des Ministerpräsidenten Seehofer im Gepäck hatte.

Anzeige

Karl Fischer beschwert sich nicht. Er ist glücklich, dass er weiterhin in seinem Zuhause und auf seiner Terrasse sein darf, was ihm sein Sohn Karl- Heinz ermöglicht. 2015 überstand er einen Oberschenkelhalsbruch und 2016 eine Lungenentzündung. Nun geht es ihm aber wieder gut. Er erinnert sich noch gut an seine Kindheit und Jugend, die der gebürtige Schwabinger in München verbrachte.

Nach der Schulzeit lernte und arbeitete er bei BMW. Doch mit 19 Jahren wurde er in den Militärdienst einberufen und diente dort in der Flugabwehr und bei den Fernmeldern. Hart war die Zeit in der Gefangenschaft in Sibirien. Als er zurückkam, war seine Münchner Heimat zerstört und die Mutter war nach Grassau zu ihrer Verwandtschaft gezogen. In der Spenglerei Brunnhuber in Grassau fand Fischer dann nicht nur eine Anstellung, sondern auch seine große Liebe Elisabeth. 1952 wurde geheiratet. Beide verdienten ihren Lebensunterhalt in den Körting- Werken in Grassau und realisierten ihren Traum vom Eigenheim in dem noch unbebauten Siedlungsbereich. Geheizt wurde mit Torf, den die beiden in der Kendlmühlfilzn stachen. Karl Fischer vermisst seine Frau, die vor vier Jahren verstarb. Stolz ist er auf seine Söhne Karl-Heinz und Walter. Gutes Essen ist für ihn nach wie vor wichtig. Bayerische Küche, vor allem Schweinsbraten, Kartoffelknödel, Leberkas und Weißwürste mag er besonders, abends schmeckt ihm eine gute Brotzeit und auch geräucherter Aal. Dafür meidet er Salat und Gemüse. »Das schmeckt mir nicht«, betont er mit Nachdruck. Mittags und abends darf auch das obligatorische Bier nicht fehlen.

Gerne erzählt Fischer von seinen Jugendstreichen. Die Sommerferien habe er meist in der Oberpfalz bei seinem Onkel verbracht. Als er mit seinem Freund Sepp Boidmacher Äpfel pflücken wollte, die Äpfel aber zu hoch hingen und die Leiter zu schwer war, sägten die beiden Lausbuben den Baum einfach um. Damit war das Ernten der Äpfel deutlich einfacher und die beiden schufen sich mit der Aktion einen Namen bis nach Oberviechtal. Noch heute muss Karl Fischer über diesen Streich lachen.

Vielseitig interessiert verfolgt der Jubilar das Tagesgeschehen in den Zeitungen. Nachdem seine Augen das Lesen nicht mehr zulassen, kommen stattdessen Hörbücher zum Einsatz. Als Gründe für sein hohes Alter nennt er zum einen seinen sehr ausgeprägten Lebenswillen, aber auch die sehr gute medizinische Betreuung und das positive Umfeld in seinem Zuhause. Hier fühlt sich Karl Fischer wohl und gut aufgehoben. Sein Sohn Karl-Heinz und dessen Lebensgefährtin Johanna kümmern sich um sein Wohlbefinden. Unterstützt werden sie vom Pflegedienst und vom Hausarzt Dr. Weidinger.

Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte Rudi Jantke, der sich freute, Jahr für Jahr wieder dem Jubilar gratulieren zu können. Er informierte, dass Karl Fischer der älteste Bürger sei, obwohl meist die Frauen älter würden. Auch im Namen von Ministerpräsident Horst Seehofer gratulierte er. Allerdings schien es so, als würden der Regierung für Jubilare in diesem Alter langsam die passenden Präsente ausgehen. So gab es zum 103. Geburtstag eine Kaffeetasse und ein Schreiben. Von der Gemeinde gab es einen großen Präsentkorb dazu. tb