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Kardinal Reinhard Marx spendete Sakrament der Firmung

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Kardinal Reinhard Max spendete im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Waginger Pfarrkirche St. Martin 122 Jugendlichen aus dem Pfarrverband Waging das Sakrament der Firmung. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes firmte Kardinal Reinhard Marx am Donnerstag in der Waginger Pfarrkirche 122 junge Menschen aus dem Pfarrverband Waging. In zahlreichen Firmgruppen waren die Jugendlichen aus den Pfarreien Waging, Otting und St. Leonhard auf diesen Tag vorbereitet worden. Marx dankte allen, die dabei mitgewirkt hatten, und betonte, zum Glauben bedürfe es der Gemeinschaft: »Es gibt keinen Glauben, der allein bleibt.« Er wünschte allen viel Erfolg bei der »geistigen Champions League«, bei der es nicht auf den einzelnen Sieg ankomme, sondern: »Die geht das ganze Leben«.


Bei der Firmung selbst fragte der Kardinal jeden Einzelnen nach seinem Namen, legte den Firmlingen die Hand auf, sprach das Firmgebet und verabschiedete sie schließlich mit einem ermutigenden Schulterklopfen. Auch nach dem Gottesdienst, als das Gruppenbild wegen des Regens in der Kirche geschossen werden musste, präsentierte sich der Kardinal bestens gelaunt und scherzte mit den Kindern, während sich alle für das Foto aufstellten. Vielfältig und abwechslungsreich war die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes. Den Hauptteil der Musik bot der Chor Da Capo unter Leitung von Eva Fenninger dar, am Keyboard begleitet von Mario Fillnich aus Freilassing. Auch die Firmlinge selbst waren aktiv dabei – nicht nur mit dem Lesen von Texten. Einige Firmlinge verließen zwischendurch ihre Plätze, um mit der Waginger Jugendblaskapelle unter Leitung von Claudia Huber einige Stücke zu spielen, und besondere Mühe hatten sich Hannah Riedl und Sylvia Eder gegeben, die gemeinsam ein Stück vortrugen. Auch die Gottesdienstbesucher konnten mitsingen, von Alfons Schmuck an der Orgel begleitet, der auch den Einzug des Kardinals musikalisch umrahmt hatte.

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»Wir haben turbulente Zeiten hinter uns«, meinte Kardinal Reinhard Marx in Anspielung auf die Probleme der Kirche in den letzten Jahren. Dazu sei dann auch noch der Rücktritt von Papst Benedikt gekommen und die Wahl des neuen Papstes, einhergehend mit der Vorstellung, dass sich jetzt alles ändern müsse. Aber, so fragte der Kardinal, sind wir das, was in den Medien über uns berichtet wird? Seien all die Diskussionen etwa über die Schuhe oder die Bekleidung des Papstes nicht vielleicht für viele Christen nur eine Fluchtreaktion, um der Überlegung aus dem Weg zu gehen, ob sie überhaupt noch glauben, warum sie nicht mehr beten und Ähnliches. Diese Fragen würden aber nicht dadurch beantwortet, dass man viel über Kirche oder Papst diskutiere. Um zum Zentrum zu kommen, so Kardinal Marx, »brauchen wir die Sakramente und Feiern wie diese, und wir brauchen dazu die Gemeinde und den Heiligen Geist«.

»Wir brauchen eine Stärkung im Glauben«, hatte der Kardinal in seiner Begrüßung gesagt, nachdem ihn Pfarrer Andreas Ager begrüßt und angekündigt hatte: »Wir stehen in den Startlöchern für die Firmung.«

Nach dem Gottesdienst trafen sich alle im Pfarrsaal. Der Kardinal wurde nochmals willkommen geheißen, die Firmlinge durften sich ihre Urkunden und ihr Firmgeschenk abholen, ein Neues Testament in Taschenbuchform mit handschriftlichen Widmungen der drei Waginger Seelsorger Pfarrer Andreas Ager, Pastoralreferent Georg Ziegltrum und Gemeindereferent Martin Riedl. Pfarrer Ager begründete das Geschenk mit den Worten: »Damit ihr auch wisst, was ihr glaubt.« Viele Firmlinge ließen sich ihr Büchlein dann auch noch von Kardinal Marx signieren, der bereitwillig ein Autogramm nach dem anderen gab. Der Waginger Frauenbund sowie die Frauengemeinschaften aus Otting und St. Leonhard hatten für ein opulentes Büffet gesorgt, an dem sich alle nach dem über zweistündigen Gottesdienst gern bedienten. he