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Kardinal Reinhard Marx kommt zum Jubiläumsritt

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Am Ostermontag führt der St.-Georgs-Verein Traunstein wieder den Georgiritt zum Ettendorfer Kircherl durch. Zum 125-jährigen Bestehen kommt Kardinal Reinhard Marx zum Jubiläumsritt.

Traunstein – Bei der Jahreshauptversammlung des Georgivereins Traunstein im Heimathaus wurde der Vorsitzende Albert Schmied in seinem Amt bestätigt. An seiner Seite steht weiterhin Martin Schweiger als stellvertretender Vorsitzender. Für den nach zehn Jahren zurückgetretenen Schriftführer wurde Manfred Kösterke in die Vorstandschaft gewählt. Kassier bleibt Peter Graspeuntner. Auch der zweite Kassier Bernd Bauhofer wurde im Amt bestätigt.


Die Kasse prüfen wieder Josef Deisenseer und Gerhard Schmied. Die Beisitzer werden von der Vorstandschaft bestimmt. Ernst Rachl kritisierte, dass die Beisitzer, die den Vorstandssitzungen »beisitzen« sollten, in der Vergangenheit nicht eingeladen worden seien, obwohl sie bei wichtigen Angelegenheiten wie zum Beispiel der Durchführung des Georgiritts und der Ernennung von Ehrenmitgliedern satzungsgemäß ein Stimmrecht hätten.

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Obligatorische Frage »Mach ma wieder an Ritt?«

Die erste Aufgabe des wiedergewählten Vorsitzenden war die alljährliche, satzungsgemäße Frage: »Mach ma wieda an Ritt?« – wobei er augenzwinkernd anfügte, dass er keine Gegenstimme erwarte. Da der Georgiverein in diesem Jahr sein 125. Jubiläum feiert, wird Kardinal Reinhard Marx die Benediktion am Ettendorfer Kircherl vornehmen. Da zuvor um 9 Uhr der Gottesdienst und die Weihe des neu gestalteten Altarraums im Ettendorfer Kircherl stattfinden und Stadtpfarrer Georg Lindl Konzelebrant ist, wird zum ersten Mal in der Geschichte des Georgiritts der Stadtpfarrer nicht mitreiten. Er wird durch Kaplan Andreas Lederer vertreten. Der Kardinal wird in der Kutsche von Ettendorf nach Traunstein mitfahren.

In seinem Rückblick sagte Schmied, im Zuge des Jubiläums habe man einige Projekte bewältigen müssen. Stefan Erdmann hat einen neuen Film über den Georgiritt gedreht (wir berichteten), der die Vorstandschaft zweieinhalb Monate lang in Anspruch nahm. Der Film wurde rund 200 Besuchern im Rathaus gezeigt. Eine Vorführung gab es im Trostberger Kino. Er ist auf DVD beim Georgiverein zu haben.

Eingespannt war die Vorstandschaft auch bei der Vorbereitung des Jubiläumsfestabends in der Berufsschulaula, bei dem der Film uraufgeführt wurde. Zum Jubiläum sollte auch der Internetauftritt »bloß a bisserl«, wie Schmied erklärte, überarbeitet werden. Da viel geändert werden sollte, entschloss sich der Verein, gleich eine neue Homepage zu erstellen.

Im vergangenen Jahr waren die Georgiritter bei 13 Rittbitten in den Landgemeinden unterwegs. Durchschnittlich waren 35 Teilnehmer dabei. Der Vorsitzende wünschte sich für die Zukunft ein paar mehr Mitfahrer. Bei der Rittnachlese 2015 war der Verein trotz des schlechten Wetters mit der Teilnahme der Rosserer und Zuschauer sehr zufrieden. »Die Stimmung war gut. Das zeigt, wie wichtig der Georgiritt für die Gemeinden und die Rosserer ist«, stellte Schmied fest.

Schäffler ja, aber ohne Figurentanz

Eine Diskussion gab es bei der Rittnachlese über die Schäfflertanzgruppe der Kolpingfamilie Traunstein, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal mitgegangen war. Die Vorstandschaft habe beschlossen, dass sie weiterhin mitgehen dürfe, sagte Schmied. Sie solle aber keine Figuren mehr tanzen.

Für das laufende Jahr kündigte er die komplette Überarbeitung der Satzung an. Damit komme der Verein einer Aufforderung des Finanzamts nach. Außerdem müsse sich der Verein nach neuen Fanfaren umschauen. Ebenso müsse die Nachwuchsarbeit angegangen werden.

Kassier Graspeuntner gab den Kassenbericht 2015. Der Überschuss betrug fast 8400 Euro. Wegen des Georgirittfilms, der rund 35 000 Euro kostet, war das Spendenaufkommen mit über 42 000 Euro sehr hoch. Trotz des schlechten Wetters wurden 12 000 Festzeichen verkauft, was rund 24 000 Euro in die Kasse brachte. Auf der anderen Seite wurden rund 32 000 Euro für den Georgiritt aufgewendet.

Graspeuntner kündigte an, dass heuer der Preis für ein Festzeichen auf 2,50 Euro angehoben werde. Das letzte Mal sei dieser vor 14 Jahren angepasst worden, so der Kassier. Außerdem gebe es neben dem normalen Festzeichen in Kardinalrot auch ein buntes Jubiläumsfestzeichen für vier Euro. Auch heuer sucht der Georgiverein wieder Zeichenverkäufer. Interessenten sollen sich in der Trachtenstube Graspeuntner am Stadtplatz melden. Abschließend stellte der Kassier fest, die Kassenlage sei so gut, dass der Georgiritt auch heuer wieder finanziert werden könne.

Beim Jubiläum um ein Jahr »verhaut«?

Ernst Rachl hielt der Vorstandschaft vor, dass sie sich beim Jubiläum um ein Jahr »verhaut« habe. Weil der Georgiverein Ende Dezember 1891 gegründet und der erste vom Verein organisierte Ritt 1892 abgehalten worden sei, habe man bisher die Jubiläen stets im darauf folgenden Jahr gefeiert. Das 120. Jubiläum habe man deshalb 2012, also vor vier Jahren, gefeiert. Rachl fragte, ob die Vorstandschaft diesen »Zick-Zack-Kurs« weiter fahren wolle. Schmied sagte dazu, der Verein werde künftig die Jubiläen in dem Jahr feiern, in dem er gegründet worden sei, auch wenn die Gründung im Dezember gewesen sei.

Weiter monierte Rachl, dass in der Mitgliederliste Mitglieder und Spenden zusammengeführt würden. Dies verstoße gegen die Satzung, weil Mitglieder einen Antrag schriftlich stellen müssten und dann von der Vorstandschaft aufgenommen würden. Schmied erklärte, dies sei inzwischen erledigt. Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte dagegen Kassier Graspeuntner, Mitglieder und Spende seien immer schon getrennt geführt worden. Bjr