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Kantstraßensanierung den Bürgern vorgestellt

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Rund 150 Besucher kamen ins k1, um sich umfassend über die Planung der Sanierung der Kantstraße in Traunreut zu informieren. Für Fragen standen die Traunreuter Stadtplanerin Anne Beer und Bürgermeister Klaus Ritter Rede und Antwort. (Foto: Rasch)

Traunreut – Den Forderungen des Stadtrats, im Zuge der Kantstraßensanierung zunächst ein Stimmungsbild bei den Anliegern einzuholen, ist die Stadtverwaltung in einem Bürgerdialog jetzt nachgekommen.


Rund 150 Besucher waren ins k1 gekommen, um sich von der Traunreuter Stadtplanerin Anne Beer die fast fertige Planung erklären zu lassen und darüber zu diskutieren. Das allgemeine Stimmungsbild der anfänglich zögerlichen Diskussion vermittelte den Eindruck, dass vor allem die betroffenen Anlieger mit der Planung gut leben können. Nicht zuletzt auch deshalb, da sich die Anlieger aufgrund der aktuellen Debatte um die Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) aller Voraussicht nach an den Ausbaukosten nicht beteiligen müssen.

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Bürgermeister Klaus Ritter geht davon aus, dass die geplante Gesetzesänderung bis zur Umsetzung des Kantstraßenausbaus 2019/2020 verabschiedet sein wird. »Bis dahin ist die Stabs sicherlich geklärt«, sagte er. Sollte die Stabs abgeschafft werden, müssten die Anlieger »gar nix« bezahlen. 60 Prozent der geplanten Gesamtkosten in Höhe von rund vier Millionen Euro würden über die Städtebauförderung bezuschusst und 40 Prozent müsse die Stadt übernehmen. Zum weiteren Planungsprozedere teilte er mit, dass die Anregungen aus der Diskussion des Bürgerdialogs jetzt noch mit aufgenommen werden und hernach die seitens der Regierung von Oberbayern genehmigte Planung noch mit dem Straßenbauamt abgeklärt werden müsse. Anschließend müsste mit den Eigentümern der Liegenschaften die Vereinbarungen bezüglich der baulichen Maßnahmen getroffen werden. Ritter rechnet damit, dass mit einer kompletten Planung nicht vor dem Spätherbst zu rechnen ist.

Laut Beer ist beim Ausbau der Kantstraße mit Einschränkungen zu rechnen. Um diese vor allem für die Geschäfte und die Gastronomie so kurz wie möglich zu halten, werde der Ausbau in mehreren Abschnitten durchgeführt. Da es sich bei der Kantstraße um eine Hauptdurchfahrtsstraße handle, werden die Einschränkungen aber sicher »anspruchsvoll.«

Zu Beginn der rund zweistündigen Veranstaltung stellte die Stadtplanerin die Planung vor, die zuvor auch in vielen Stadtratssitzungen diskutiert worden war. Der Ausbaubereich liegt zwischen der Katholischen Kirche und der Werner-von-Siemens-Straße. Wie mehrfach berichtet, soll auf Höhe des Cityhauses ein Kreisverkehr entstehen. Die Fahrbahn soll sieben Meter breit werden, wobei beiderseits der Straße jeweils ein 1,25 Meter breiter Fahrradschutzstreifen aufgebracht werden soll.

Barrierefreie Aufenthaltszone geplant

Vor allem auf der Westseite sollen großzügige und barrierefreie Aufenthaltszonen vor den Läden und Lokalen geschaffen werden. Grünzüge im Bereich der Post und entlang des nördlichen Ausbaubereichs bis zum Anschluss an die Werner-von-Siemens-Straße sowie Plastiken sollen die Straße als Handelszone aufwerten. Die Zahl der bisherigen Stellplätze wird erhalten bleiben, sagte Beer. Auch werde eine zweite Möglichkeit geschaffen, vom Bahnhaltepunkt zu Fuß in die Innenstadt zu gelangen. Noch mehr Parkplätze zu schaffen, wie von der neuen Geschäftsführerin der Buchhandlung Grütter, Ines Baumann, angeregt wurde, wäre aus Sicht der Stadtplanerin auch aus planerischer Sicht nicht möglich. »Dass wir die Anzahl der Stellplätze halten konnten, ist schon ein großer Erfolg«, erklärte Bär. Durch die Übergänge auf der Kantstraße werde hier auch ein gewisses Maß an Sicherheit für die Fußgänger geschaffen. Damit einhergehend sollte dies auch als Umbruch gesehen werden, um wieder mehr Leben in die Innenstadt zu bringen.

Günther Tutsch befürchtete, dass der Kreisverkehr, der die bisherige Ampelanlage ersetzen soll, zu einer Verkehrsgefährdung für Fußgänger führen könnte. »Hier befinden sich täglich viele Grundschüler auf den Weg zur Schule, ich befürchte, dass durch einen Kreisverkehr Unfälle vorprogrammiert sind«, sagte Tutsch. Bürgermeister Ritter hingegen verteidigte den Kreisverkehr. Die neue Situation der Verkehrsregelung brannte auch Gela Dressler auf den Nägeln. »Wie komme ich künftig aus meiner Ausfahrt raus?«, wollte die Inhaberin der Glaserei Wawrich wissen. Laut Beer sei die neue Verkehrsanlage vom Verkehrsplaner so frei gegeben worden. Sie werde aber noch mal Rücksprache mit dem Verkehrsplaner halten.

Notiert hat sich Beer auch die Anregung von Helmut Kauer, die Bushaltestellen bei der Katholischen Kirche zentral an den Bahnhaltepunkt zu verlagern, und den Vorschlag eines Traunreuters, mehr Grün vor die brachliegende Fläche auf dem Gelände Firma Heidenhain zu berücksichtigen. »Den potthässlichsten Durchblick in der ganzen Kantstraße mit zwei Meter hohen Bäumen zu kaschieren, das reicht nicht aus.«

Julius Wachsmann kritisierte, weshalb im Zuge des Straßenausbaus keine räumliche Verknüpfung zwischen dem Trauna-Center und der Munastraße hergestellt werde. Die Durchlässigkeit durch eine Begradigung der Passage sei wichtig, um eine räumliche Verknüpfung zum k1 herzustellen, so Wachsmann. Damit sprach er auch der Stadtplanerin aus der Seele: »Ich hoffe, dass sich da was tut«, so Beer.

Überdachung eher nicht erwünscht

Ein wesentlicher Punkt, der die Straßenbaumaßnahme um rund 700 000 Euro verteuern würde, betraf eine Überdachung entlang der Häuserzeile an der Westseite. Bürgermeister Ritter, der ein Vordach begrüßen würde, während sich die Mehrheit im Stadtrat dagegen ausspricht, forderte die Besucher auf, ein klares Signal für oder gegen ein Vordach zu senden. Dem Tenor war jedoch zu entnehmen, dass eine Überdachung nicht gewünscht wird. Nach Beers Angaben wäre es durchaus machbar, eine Überdachung zu entwickeln. Sie gab aber unmissverständlich zu verstehen, dass durch eine Überdachung relativ viel Platz verloren ginge, zumal die Vordächer auf Stützen errichtet werden müssten. ga