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Kann Schoschak Wammerl seine Rosita überhaupt heiraten?

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Grassau – In einer Krisensitzung entschloss sich die Vorstandschaft des Frauen- und Müttervereins nach langer Diskussion, den traditionellen Rosenmontagsball ausfallen zu lassen. Auch die geplante Faschingshochzeit steht noch in der Schwebe, denn die Sicherheitsauflagen der Gemeinde übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Organisatoren.


In der Krisensitzung informierte Vorsitzende Susi Speckbacher über die Sicherheitsbesprechung im Rathaus. Dort wurde zum ersten Mal erwähnt, dass für die Veranstaltung professionelles Sicherheitspersonal gefordert werde. Für die Hochzeitsfeier im Heftersaal würden mindestens zwei Sicherheitsleute und dazu noch zwei Ordner notwendig. Die Kosten für dieses Personal, das ab 14.30 Uhr bis zum Ende der Veranstaltung anwesend sein muss, werden auf circa 1000 Euro plus Nebenkosten geschätzt.

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»Mit diesen Kosten haben wir bei der Planung nicht gerechnet und auch nicht rechnen können«, erklärte Speckbacher. Erst bei der Sicherheitsbesprechung sei erklärt worden, dass für alle Faschingsveranstaltungen Sicherheitspersonal erforderlich sei.

Sicherheitspersonal, Band und GEMA sind zu zahlen

Schatzmeisterin Marina Pfaffinger legte den Kassenbestand offen. Bezahlt werden müsse das Sicherheitspersonal wie auch die Band im Heftersaal. Auch die Grassauer Blasmusi müsse finanziert werden und GEMA-Kosten kämen dazu. Geplant war zudem, einen Film über die Hochzeit drehen zu lassen. Dies alles, so Pfaffinger, summiere sich auf über 6000 Euro – Geld, das der Verein nicht zur Verfügung hat.

Einnahmen aus der Faschingshochzeit könnten nur durch den Zeichenverkauf erreicht werden. Aber selbst wenn alle gebastelten 1200 Zeichen zu zwei Euro verkauft würden, könnten die Ausgaben nicht bestritten werden. Weitere Einnahmen gebe es nicht. Speckbacher zeigte sich enttäuscht, dass die Auflagen nicht schon bei der ersten Planung der Faschingshochzeit mitgeteilt wurden. Dann hätte der Verein überlegen können, ob er die Faschingshochzeit organisiere und sich über weitere Einnahmen Gedanken machen können. Jetzt, zwei Monate vor der Veranstaltung, werde es eng.

»Die Stimmung ist nun getrübt«, bedauerte auch zweite Vorsitzende Regina Petermüller. Sie erklärte, dass der Frauen- und Mütterverein nur einen Jahresbeitrag von fünf Euro von den Mitgliedern erhält. Alle Veranstaltungen, sei es der Kinderkleidermarkt, das Kräuterbuschen-Binden, der Seniorennachmittag oder die Weihnachtshilfsaktion würden ehrenamtlich organisiert. Sämtliche Einnahmen würden wieder gespendet. Unter anderem wurden die Spielplatzeinrichtung am Birkenweg und Spielanlage am Reifinger Badesee mitfinanziert, die Pfadfinder und die Ministranten unterstützt.

Trotz Einsparungen bleibt eine Lücke von 1000 Euro

Beraten wurde, wo Geld eingespart werden könne. Auf eine Dokumentation werde verzichtet, auch wenn der Film von der Faschingshochzeit 2007 viele heute noch begeistere. Zudem müsse die Veranstaltung zeitlich begrenzt werden, um Kosten für die Sicherheitskräfte zu sparen. Trotz aller Bemühungen bleibe dem Verein eine Finanzlücke von 1000 Euro.

Auch wenn es der Vorstandschaft missfällt, solle nun doch nach Sponsoren gesucht werden. Die Bittsteller-Position gefällt den Damen nach eigenen Angaben nicht, lasse sich aber nicht verhindern, wenn es eine Faschingshochzeit geben soll. Schließlich gehöre diese Hochzeit auch zur Kultur der Gemeinde. Bereits 1956 gab es eine Faschingshochzeit. Seit 1987 wird dieses Fest alle zehn Jahre gefeiert.

Definitiv wird aber der Rosenmontagsball, der traditionelle Weiberfasching und damit die letzte in der Gemeinde stattfindende Faschingsveranstaltung, abgesagt. Wie Susi Speckbacher erklärte, muss dabei seit Jahren zugezahlt werden. Dies sei im kommenden Jahr nicht möglich. Die Vorstandschaft hofft nun auf das Verständnis der Mitglieder. tb