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Kanalgebühren in Vachendorf werden teurer

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Vachendorf – Rechenschaft über das gemeindliche Geschehen hat der Vachendorfer Bürgermeister Rainer Schroll bei der Bürgerversammlung im Gasthaus zur Post abgelegt. Seine Ausführungen waren augenscheinlich so umfassend, dass nach seinem Vortrag von den Vachendorfer Bürgern keine Anfragen gestellt oder Wünsche geäußert wurden.


Selbst die Ankündigung, dass die Kanalgebühren voraussichtlich 2016 drastisch erhöht werden müssen, nahmen die Vachendorfer ohne Widerspruch hin. Laut Schroll hat sich die Erstattung an die Stadt Traunstein in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Im laufenden Jahr beträgt die Summe rund 85 000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf fast 182 000 Euro. Der Bürgermeister kündigte darum eine Neuberechnung der Kanalgebühren an und erklärte: »Wir kommen um eine Erhöhung nicht herum.«

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Beim Haus der Dorfgemeinschaft, dem ehemaligen Zischek-Haus, sei eine Verzögerung eingetreten. Aufgrund einer Ortsbesichtigung durch die Regierung habe die Gemeinde den Plan ändern müssen. Der Saal sei nun im Obergeschoß. Ein Aufzug soll den behindertengerechten Zugang ermöglichen. Zuschüsse erwarte die Gemeinde aus dem Programm »Kleine Städte und Gemeinden«.

Investitionen ins Schwimmbad

Nachdem im vergangenen Jahr beim Schwimmbad in die Erneuerung der Technik investiert worden sei, wurden heuer die Folie, die Beckenumrandung und die Sitzbänke erneuert sowie die Duschen und Toiletten und der Parkplatz saniert. Die Kosten dafür lagen bei über 60 000 Euro. Am Eisstockplatz gab es eine neue Beleuchtung. Schroll hob dabei die Eigenleistung der Stockschützen hervor.

Das Rathaus und das Feuerwehrhaus wurden an die nach Siegsdorf führende Gasleitung angeschlossen. Die alte Stromheizung wurde durch eine Gasheizung ersetzt. Dies kostete die Gemeinde fast 30 000 Euro. Derzeit werde die Gasversorgung an der Spielwanger Straße eingerichtet.

Fertiggestellt wurde auch der Geh- und Radweg nach Siegsdorf. Die Gesamtkosten betrugen 481 000 Euro. Die zu-schussfähigen Kosten betrugen 346 000 Euro. Daraus errechnete sich ein Zuschuss von 225 000 Euro. Der Anteil der Gemeinde Vachendorf lag bei 116 000 Euro, weil sich auch die Gemeinde Siegsdorf an den Baukosten beteiligte.

Bei der Kinder- und Jugendbetreuung hatte die Gemeinde Vachendorf Einnahmen von 235 000 Euro. Dem standen Ausgaben von 491 000 Euro entgegen. In die »Katholische Integrationskindertagesstätte Mariä Himmelfahrt« gehen aktuell 55 Kinder in den Kindergarten. Die Kinderkrippe besuchen 13 Kinder. Die Spielgruppe hat neun Kinder.

In die Grundschule, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feierte, gehen fast 90 Kinder. Für 30 000 Euro wurde für die vier Klassen neues Mobiliar angeschafft. Jedes Klassenzimmer verfügt jetzt auch über einen Beamer und eine Dokumentenkamera mit Internetanschluss. Dies ließ sich die Gemeinde fast 7000 Euro kosten. An der Mittagsbetreuung nehmen 35 Kinder teil. Aus Vachendorf sind 21 Kinder in der Mittelschule Siegsdorf und sechs in der Mittelschule Bergen.

Die Gemeinde unterstützt auch den Musikunterricht. Für Einzelunterricht, musikalische Früherziehung, Bläserklasse und Jugendorchester gab die Kommune rund 7500 Euro aus.

Asylbewerber: Druck auf die Gemeinde wächst

Auch das Thema Asyl sprach der Bürgermeister an. Demnach gebe es derzeit rund 1400 Flüchtlinge im Landkreis. Laut Umlageschlüssel müsste Vachendorf aktuell 15 Migranten aufnehmen, tatsächlich lebt aber noch kein einziger Asylbewerber in der Gemeinde. Und die Prognose sehe vor, dass die Gemeinde bis Jahresende bereits 26 Flüchtlinge aufnehmen müsste, so Schroll. Er appelliert deshalb an alle, die eine Wohnung oder ein Haus haben, Wohnraum zur Verfügung zu stellen. »Der Druck auf die Gemeinde wird immer größer«, unterstrich er.

Im Ausblick für das nächste Jahr stellte Schroll die Sanierung des Hauses der Dorfgemeinschaft und des Rathauses in den Vordergrund. Bjr

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