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Kampf um den Deutz-Standort Übersee

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Übersee. Für den Erhalt des Standortes Übersee sprachen sich der heimische Bundestagsabgeordnete Peter Ramsauer, der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner, Landrat Siegfried Walch und Übersees Bürgermeister Marc Nitschke bei einem Treffen mit Vertretern der Deutz AG aus. Hintergrund des »Spitzentreffens« ist die beabsichtigte Schließung der Deutz-Niederlassung in Übersee


Deutz-Vorstandsvorsitzender Helmut Leube erklärte, der Standort Übersee sei in diesem Prozess nicht isoliert betrachtet worden, vielmehr gebe es seit drei Jahren eine weltweite Neuorientierung des Konzerns, der zu viele kleine Standorte habe. Gerd Steinberger (Leiter der Werke Ulm und Übersee) habe daher vom Konzern den klaren Auftrag erhalten, alle Optionen zu prüfen, derzeit laufe die Detailplanung. Der Zeitplan sehe vor, dass eine endgültige Entscheidung noch vor der Sommerpause gefällt werde.

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Gerd Steinberger sah den jetzigen Standort in Übersee problematisch. Es handle sich um ein Mischgebiet, man arbeite mit offenen Prüfständen und das Werk II gehöre einem anderen Eigentümer. In Ulm stünden am bestehenden Werk hingegen 7000 Quadratmeter frei, alle Genehmigungen seien gegeben und die erforderliche Infrastruktur sei vorhanden. Jetzt liefen Untersuchungen aller Standorte, um konkret die jeweiligen Vor- und Nachteile zu bewerten. Als Alternativen würden der Verbleib in Übersee, ein Neubau in Bergen oder eine Komplettverlagerung nach Ulm geprüft, wobei letztere derzeit erste Priorität habe. In diesem Fall wolle man das qualifizierte Personal mitnehmen und attraktive Konditionen anbieten, wie beispielsweise eine Vier-Tage-Woche, Zuschläge und Übernachtungsmöglichkeiten.

Bürgermeister Nitschke und Klaus Steiner stellten klar, dass es momentan am Standort Übersee keine behördlichen oder nachbarschaftlichen Probleme gebe und der Konzern in den letzten Jahren wieder etliche Investitionen in Arbeits- und Brandschutz getätigt habe. Auch sei eine Kapazitätssteigerung am Überseer Standort auf rund das Doppelte durchaus möglich.

Landrat Walch zweifelte die Bereitschaft der Überseer Belegschaft an, mit nach Ulm zu gehen, nachdem es im Landkreis Traunstein eine hohe Nachfrage an qualifizierte Arbeitsplätze gebe. Wie die Gemeinde werde der Landkreis alles tun, um den Wert und die Zukunftsfähigkeit des Standortes herauszustellen und den Überseer Betriebsrat zu unterstützen.

Ramsauer, Nitschke, Walch und Steiner appellierten an Leube, alle Gründe und Fakten, die für Übersee sprechen, zu überdenken. In diesem Zuge wurde auf das Alternativkonzept des Betriebsrates Übersee verwiesen, welches gerade erstellt wird und die Vorteile des Standortes Übersee herausarbeitet. Dies seien unter anderem die hohe Qualifikation des Personals, die jahrzehntelange und über Generationen gewachsene Erfahrung im X-Change-Geschäft und der Erhalt der Marke »Deutz XChange Übersee«.

Helmut Leube sicherte zu, dass der Konzern dieses Konzept ernsthaft und sorgfältig prüfen werde. Entscheidend für die Zukunft des Standortes Übersee werde sein, was die Detailplanung bringe und welche Vorschläge im Alternativkonzept des Betriebsrates Übersee vorgebracht werden.