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Kahlschlag entlang der Tiroler Achen

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Dammbereiche entlang der Tiroler Achen bei Staudach-Egerndach wurden großflächig abgeholzt. Daran übt der Gartenbauverein Kritik. (Foto: T. Eder)

Staudach-Egerndach – Mehrere besorgte Bürger wandten sich an den Staudach-Egerndacher Gartenbauverein und fragten nach der derzeitig stattfindenden Abholzung entlang der Tiroler Achen. Der Verein ergriff die Initiative und protestierte gegen diese Maßnahme sowohl beim Wasserwirtschaftsamt wie auch bei den Bürgermeistern der Gemeinden.


Wie der Vorsitzende des Staudach-Egerndacher Gartenbauvereins, Peter Drogoin, mitteilte, wurden entlang der Tiroler Achen auf Staudach-Egerndacher Gebiet großflächige Abholzungen vom Wasserwirtschaftsamt vorgenommen. »Lange Dammbereiche wurden kahl geschlagen, sodass kein Baum oder Strauch mehr steht«, erklärte er. Der Gartenbauverein habe daraufhin beim Wasserwirtschaftsamt, der Naturschutzbehörde, dem Landesamt für Vogelschutz wie auch bei den Bürgermeistern mündlich und schriftlich protestiert.

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Das Wasserwirtschaftsamt betrachte diese Abholzung jedoch als alternativlos, erklärte Drogoin. Das Amt möchte die Tiroler Achen auf deutschem Gebiet hochwassersicher machen. Der Abflussquerschnitt soll geweitet und die Auflandungen sowie die Anschwemmungen von Sand und Kies beseitigt werden, erhielt Drogoin als Antwort. Dies könne er verstehen. Für die Baggerarbeiten müsse manchmal etwas Bewuchs auf der Innenseite des Dammes entfernt werden, hieß es weiter. Auch wurde erklärt, dass die Maßnahme mit der Naturschutzbehörde abgesprochen wurde.

Mit der Aussage »etwas Bewuchs«, gibt sich Drogoin jedoch nicht zufrieden, vielmehr handle es sich um einen Kahlschlag. Unbegreiflich ist für ihn, dass durch die abgeholzten Palmkätzchen die Bienen im Frühjahr noch weniger Nahrung finden, obwohl im Jahr 2016 vom Landrat das »Jahr der Biene« ausgerufen worden war. Ebenso fürchtet er um den Lebensraum der Vogelwelt. Auch den Fischen werden die Einstände im Wurzelbereich der Bäume zerstört. »Das wird alles als Kollateralschaden hingenommen.«

»Auch die Arbeiten im 'Kleinen', wie die des Gartenbau- und des Bienenzuchtvereins, die sich mit viel Herzblut ehrenamtlich für die Verschönerung der Landschaft und der Artenvielfalt einsetzen, werden durch solch massive Eingriffe brüskiert und die Arbeit in Frage gestellt«, bedauert Drogoin. Das früher von Bäumen verdeckte Klärwerk kann nun in voller Pracht bewundert werden. »Wir fordern, dass die weiteren Eingriffe am Achenufer wesentlich umweltfreundlicher erfolgen«, sagte Drogoin. So wäre es doch möglich, zumindest ein paar Büsche stehen zu lassen. tb