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Juwel heimatlicher Geschichte wiedereröffnet

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Als eine Besonderheit stellte Ortsheimatpfleger Sigmund Gehmacher den historischen Ofen den Gästen vor.

Bergen. Das Dorfmuseum »Blauer Anger« an der Hochfellnstraße ist nach der Sanierung neu eröffnet und ist bis Ende September jeweils am Mittwoch von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Bürgermeister Josef Schweiger und Ortsheimatpfleger Sigmund Gehmacher nannten das Museum ein Juwel heimatlicher Geschichte. Gehmacher sagte, das Haus habe früher zur Maxhütte gehört. Vor mehreren Hundert Jahren war es das Gasthaus der Beschäftigten der Maxhütte.


Die Stube im Erdgeschoß ist der historischen Tracht mit Gewändern für jeden Anlass gewidmet. Zu sehen ist dort auch noch eine alte Bettstatt. Daneben befinden sich ein Wachsstock, ein Kruzifix, Gebetsbuch und eine Wärmflasche, auf dem Bett liegt ein Nachthemd aus Leinen mit hohem Kragen. Ein weiterer Raum ist überwiegend der Landwirtschaft gewidmet. Zu sehen sind Rossgeschirr, Sensen, Holzrechen mit unterschiedlicher Zähnung, Pflüge zum Bestellen der Äcker und Gerätschaften für die Flachsgewinnung. Ferner zeigt das Museum ein Spinnrad, Arbeitsgeräte der Forstwirtschaft und der Holzgewinnung.

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Auf den Gängen im Parterre geht man an Gebrauchsgegenständen vorbei, die in der ehemaligen Maxhütte aus Eisen gegossen worden sind. Dazu gehören Pfannen, Kochtöpfe, Bügeleisen wie auch Grabkreuze und Heiligenfiguren.

Eine Seltenheit präsentierte der Ortsheimatpfleger mit der historischen Bürgermeistertruhe aus Schmiedeeisen. In dieser mit Scharnieren und Schlössern versehenen schweren Eisentruhe bewahrte der Ortsvorsteher, so hieß der Bürgermeister früher, Dokumente und wichtige Utensilien auf. Ein Prunkstück ist der alte Ofen.

Im ersten Stock des Museums sind Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Behältnisse für Nahrungsmittel, Töpfe, Mühlen und Dinge zum Backen von Brot zu sehen. Ein weiterer Raum zeigt Pläne der alten und der neuen Pfarrkirche St. Ägidius, an Wänden hängen Bilder und Heiligenmotive. Zu sehen ist auch eine noch sehr gut erhaltene Kutte der ehemaligen Sebastianibruderschaft.

Ein Schwerpunkt des Dorfmuseums ist die Präsentation früherer Berufe. So sind zahlreiches Schuhmacherwerkzeug, Artikel des Malerbedarfs, der Gerberei wie auch Arbeitsgeräte für den Huf- und Wagenschmied ausgestellt. Des Weiteren können Kommoden, Schrankkästen und die älteste Fahne von Bergen, die des Gewerbevereins Bergen, besichtigt werden. Gehmacher erinnerte daran, dass der Gewerbeverein Bergen bereits 1694 gegründet worden war.

In einem weiteren Stockwerk befinden sich in Vitrinen, Glastischen und Schaukästen Mineralienfunde aus dem Bergener Moos, eine große Sammlung von alten Schlössern, Beschlägen, Orden und zahlreiche Hufeisen unterschiedlicher Art. Besucher werden durch Exponate auch daran erinnert, dass Bergen vor vielen Jahren eine Ziegelei am Schellenberg und ein Tonwerk hatte. OH