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»Junges Bündnis für Flüchtlinge«

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Traunstein – Zu einem ersten informellen Gespräch kamen rund 20 Teilnehmer im Sailer-Keller zusammen, um das »Junge Bündnis für Geflüchtete Traunstein« zu gründen. Jugendliche aus politischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Vereinigungen und Verbänden, aber auch Einzelpersonen wollen sich in einem losen und offenen Rahmen zusammenschließen, um sich vor allem um gleichaltrige Flüchtlinge im Landkreis zu kümmern. Ähnliche Gruppierungen arbeiten bereits in München und Altötting erfolgreich.


Das »Junge Bündnis« sei kein Helferkreis, betonte Seppi Parzinger von den Jusos. Auch wolle man keine Parallelstrukturen dazu schaffen. Parzinger nannte drei Punkte, mit denen man sich zunächst befassen will: Aufklärungsarbeit ihrer Altersgruppe bei den Flücht-lingen durch gemeinsame Workshops, Veranstaltungen usw., aber auch durch Öffentlichkeitsarbeit über Flüchtlinge bei der Bevölkerung leisten. Zweitens sieht sich das »Junge Bündnis« als Sprachrohr gegenüber der kommunalpolitischen Ebene, um Wünsche und Anliegen seitens der Flüchtlinge an die Politik weiterzutragen. Hier sind vor allem die Jugendorganisationen der Parteien mit ihren Kontakten zu den Kommunalpolitikern gefordert. Schließlich will das »Junge Bündnis« den Kontakt zwischen der einheimischen Jugend und den jungen Flüchtlingen durch gesellschaftlichen Austausch herstellen. Genannt wurden Fußballspiele, Lauftreffs, Partys, Kochen und sonstige gemeinsame Aktionen. Zu den drei Themenbereichen sollen Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Zudem soll es regelmäßige Arbeitstreffen des »Jungen Bündnisses« geben.

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Mit Helferkreisen über deren Angebote sprechen

Anna-Sophia Körner von der Grünen Jugend betonte, wie wichtig es sei, dass es ein lokales Bündnis sei, in dem sich junge Menschen für junge Menschen engagieren. Sobald wie möglich soll deshalb Rücksprache mit den Verantwortlichen für Flüchtlingsfragen im Landratsamt gehalten werden, damit keine Parallelstrukturen entstehen. Ebenso will man mit den Helferkreisen über deren Hilfsangebote sprechen.

Auch die Flüchtlinge brauchten eine »Lobby« wie die Jugend durch den Jugendbeirat oder die Senioren durch den Seniorenbeirat, war die einhellige Meinung. Die Flüchtlinge müssten ankommen und integriert werden. Dazu sei es notwendig, mit ihnen zu sprechen und ihre Anliegen auf der politischen Ebene zu verankern. Man müsse sich auch kulturell mit ihnen anfreunden, meinte Konrad Baur von der Jungen Union. Regelmäßige Kochabende seien zum Beispiel eine gute Gelegenheit, um in Kontakt mit ihnen zu kommen. Das persönliche Näherkommen gehe auch ohne politische Beschlüsse.

»Wir wollen die Situation der Flüchtlinge durch Integration und Netzwerke vor Ort verbessern«, sagte Körner. Deshalb sollte man sich Gedanken darüber machen, wie man mehr Leute erreichen könnte, die im Bündnis mitmachen. Parzinger riet, klein und zentral in Traunstein anzufangen. Wenn sich etwas daraus entwickeln sollte, müsse man schauen, ob man sich auf den Landkreis ausweite. Beschlossen wurde, dass das nächste Treffen im Februar stattfinden soll. Bjr