weather-image
23°

Junger Mann mit großem Herzen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Leopold Knecht aus Grassau wurde von zweiter Bürgermeisterin Doris Noichl für sein soziales Engagement geehrt.

Grassau – Der zwölfjährige Leopold Knecht aus Grassau liebt die Natur und den Chiemgau und ist sich dem Privileg hier aufwachsen zu dürfen, bewusst. Gemeinsam mit seiner Mutter Tanja Knecht hat er vor drei Jahren die Initiative »Happy-Kids-Camps« ins Leben gerufen.


Seither werden jährlich zwei bis drei Camps für benachteiligte und traumatisierte Kinder organisiert. Für sein soziales Engagement wurde Leopold jetzt von zweiter Bürgermeisterin Doris Noichl geehrt.

Anzeige

Bekannt wurde »Happy-Kids-Camps« durch den Aufruf »Helferherzen« 2016 einer Drogeriekette. Damals beschrieb die Initiatorin Tanja Knecht das Projekt in kurzen Worten und wurde für ihre Idee und Engagement ausgezeichnet. Besonders bemerkenswert ist, dass Sohn Leopold das Projekt nicht nur unterstützt, sondern auch vorantreibt. Er entwarf das Logo und ist bei den Camps immer dabei. Somit ist er auch das Bindeglied zwischen den Erwachsenen und Kindern.

Die Idee für die »Happy-Kids-Camps« wurde geboren, als die große Flüchtlingswelle nach Deutschland rollte und viele unbegleitete Kinder und Jugendliche kamen. Dennoch versteht sich »Happy-Kids-Camps« nicht als eine Flüchtlingsinitiative, sondern als eine Hilfsinitiative für benachteiligte und traumatisierte Kinder. Das Angebot, dieser für die teilnehmenden Kinder wie ihren Eltern kostenlosen Camps, richtet sich an staatliche wie private Institutionen, wie Kinderheime, Kinderhilfsvereine, Kinderschutzprojekte und heilpädagogische Gruppen.

Das Programm der Camps wird immer individuell auf die jeweilige Gruppe, immer zwischen zehn bis zwölf Kinder im Alter zwischen sechs und 17 Jahren, zusammengestellt. Wie Tanja Knecht berichtete, gebe es Kinder, die nicht in einem Schlafsaal übernachten können, andere haben in engen Räumen Angst. Wichtig sei, dass alle Erlebnisse in der Natur stattfinden, seien es Bergwanderungen zu Almen, Klettern, Floßfahrten auf dem Chiemsee, Moorerlebniswanderungen, Hochseilgarten und vieles mehr. Gemeinsame Erlebnisse stärken die Kinder, geben Selbstvertrauen und lassen die Probleme vergessen. »Den Kindern ein paar unvergessliche Tage schenken, das ist unser Ziel«, erklärt Tanja Knecht, die ebenso ehrenamtlich arbeitet wie die Betreuer und Pädagogen, die die Camps begleiten.

Leopold erzählte von Erlebnissen beim Lagerfeuer, beim Floßbauen, beim gemeinsamen Kochen, aber auch von Gesprächen, von Lachen und Spaß haben miteinander. Für ihn ist es selbstverständlich, an der Initiative mitzuwirken. Im vergangenen Jahr waren erstmals auch zwei 14-jährige Flüchtlingskinder dabei, die eindrucksvoll von ihrer Flucht und ihrem Leben vor der Flucht berichteten. »Während der vier bis fünf Tage des Camps ändern sich die Kinder und es kommen ganz andere Kinder zurück«, schwärmt Tanja Knecht. »Gestärkt, voller Lebensfreude und Energie verlassen die Kids das Camp. Hier durften sie einfach Kind sein, ihre Sorgen und Nöte hinter sich lassen und die Erlebnisse in der Natur genießen«.

Beeindruckt zeigte sich Doris Noichl, die diese Ehrung im Rathaus vorantrieb. Solch persönliches Engagement muss gewürdigt werden, betonte sie. Beeindruckt war sie von den Erzählungen des Schülers, der seine Eindrücke lebhaft und begeistert schilderte. Leopold Knecht und seine Mutter werden weiter für ihre Initiative aktiv sein, planen bereits die nächsten Camps und freuen sich schon auf die nächsten Begegnungen mit den Kindern. Unterstützer und Sponsoren werden immer benötigt, damit möglichst viele Camps organisiert werden können. Spendenquittungen können ausgestellt werden. tb