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Junge Gestalter ausgezeichnet

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Für ihr kirchliches, soziales und schulisches Engagement bekam Regina Thaller bei der Verleihung des Rotary-Jugend-Sozialpreises vom Jugenddienstbeauftragten Dr. Alfred Kotter einen der drei Hauptpreise. (Foto: Buthke)

Traunstein – Bereits zum dritten Mal verlieh der Rotary-Club Traunstein seinen Jugend-Sozialpreis an Jugendliche, die sich in sozialen, kirchlichen und politischen Institutionen ehrenamtlich einbringen.


Vergeben wurden drei Haupt- und drei Anerkennungspreise. Die musikalische Umrahmung der Feier im Traunsteiner Rathaus übernahm die Band »Forst« aus Tittmoning.

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Es werde in unserem Land viel gejammert und viel Unzufriedenheit »mit denen da oben« geäußert, sagte der Jugenddienstbeauftragte des Rotary-Clubs, Dr. Alfred Kotter, in seiner Begrüßungsrede. »Heute zeichnen wir junge Menschen aus, die dieses Gefühl sicherlich nicht haben, die nicht jammern, dass dieses oder jenes nicht in Ordnung sei, die die Dinge nicht einfach in die falsche Richtung laufen lassen,« so Kotter weiter. Man habe es vielmehr mit Handelnden zu tun, mit Gestaltern, mit jungen Menschen, die ihrer Umwelt ihren Stempel aufdrückten.

Es gab drei Hauptpreisträger: das »Mindzone-Team« der Caritas Traunstein, das Projekt »Jung und Alt lernen voneinander« der Achental-Realschule Marquartstein sowie Regina Thaller. Das »Mindzone-Team« ist in der Drogenprävention tätig, die Jugendlichen klären auf Partys und Festivals über die Gefahren von Drogen auf. Bei dem Projekt »Jung und Alt lernen voneinander« helfen Jugendliche Senioren, zum Beispiel bei PC-Problemen, und im Gegenzug lernen sie viel aus dem Erfahrungsschatz der Senioren.

Regina Thaller engagiert sich kirchlich in Tettenhausen als Oberministrantin, sozial beim Jugendrotkreuz und bei der Freiwilligen Feuerwehr Tettenhausen sowie schulisch im Sanitätsdienst ihrer Schule, dem Annette-Kolb-Gymnasium. Die Vorstellung der Hauptpreisträger im Detail übernahmen Incoming-Präsident Jens Dietrich, Past-Präsidentin Bärbel Ebner und der Jugenddienstbeauftragte Dr. Alfred Kotter.

Die drei Anerkennungspreise bekamen Simon Brandl aus Traunstein, Joseph Mörtl aus Bergen und Dominik Winkelmaier aus Traunstein. Simon Brandl ist seit zehn Jahren in der Pfarrei St. Oswald als Oberministrant tätig, Mitglied des Pfarrgemeinderats und Organisator der Jugendtreffs »Saftladen«, zudem ist er bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aktiv. Joseph Mörtl aus Bergen engagiert sich im Pfarrverband »Heiliger Franz von Assisi« Bergen, Grabenstätt und Vachendorf als Oberministrant seiner Pfarrei und ist als Vorsitzender der Oberministranten im Pfarrverband tätig. Zudem ist er seit sechs Jahren Schülersprecher am Annette-Kolb-Gymnasium und Mitglied im Jugendparlament des Landkreises.

Der dritte Preisträger, Dominik Winkelmaier, ist seit zwölf Jahren bei der Jugend des Malteser Hilfsdiensts tätig und engagiert sich dort seit vier Jahren auch überregional bei der Sanitätsausbildung und als ehrenamtlicher Rettungssanitäter. Die Laudationen für die Anerkennungspreisträger übernahm Rotary-Präsident Harald Kunkel.

Die Festrede hielt Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher vom Benediktiner-Erzstift St. Peter in Salzburg. Das Besondere an den Benediktinern sei, dass sie sich seit 1500 Jahren ohne wesentliche Veränderungen und Erneuerungen weiterentwickeln konnten, weil die Regeln des Benedikts mit den Schwächen der Menschen rechnen würden. Benedikt vertrete nicht das Extreme, sondern vermittle das Lebbare. Sein Leben stehe für Dauerhaftigkeit und innere Stabilität. Die Preisträger des Rotary-Jugend-Sozialpreises seien diejenigen, die heute für Stabilität stünden.

Landrat Siegfried Walch betonte, er habe gerne die Schirmherrschaft für den Rotary-Jugend-Sozialpreis übernommen. »Die Gesellschaft lebt maßgeblich von den Menschen, die sie mitgestalten«, sagte er. Die Jugend habe die Gelegenheit, die Zukunft der Gesellschaft mitzugestalten. Es sei immer eine bequeme Situation, auf »die da oben« zu schimpfen. »Seien wir froh, dass wir in einem Land leben dürfen, wo wir offen unsere Meinung sagen dürfen. Dies ist nicht selbstverständlich«, stellte Walch fest. Dies bleibe aber nur dann, wenn sich die junge Generation heute und morgen einbringe. Das soziale Engagement sei deshalb so wertvoll. »Lasst uns stolz darauf sein, dass wir junge Menschen haben, die etwas tun, mitgestalten und sich einbringen«, so der Landrat.

Mitgestaltung als große Chance für die Jugend

Wir könnten uns glücklich schätzen, dass es noch Menschen gebe, die ein Ehrenamt ausübten, meinte Oberbürgermeister Christian Kegel. Bewusst werde heute das Augenmerk auf junge Menschen gerichtet, die viel Zeit, Kraft und Hirn für die Gemeinschaft aufgewendete hätten. »Das ehrenamtliche Engagement ist das Rückgrat unserer Gesellschaft«, erklärte Kegel. In der Mitgestaltung liege für die Jugend eine ganz große Chance. Dem Rotary-Club Traunstein gebühre deshalb für die zum dritten Mal erfolgte Vergabe des Jugend-Sozialpreises großer Dank.

Rotary-Präsident Kunkel appellierte an die jungen Menschen, nicht nachzulassen, Vorbild zu sein, und andere zu animieren, ebenfalls diesen Weg zu gehen. Die Rotary-Clubs seien ein weltweit umspannendes Netzwerk von Frauen und Männern mit Bereitschaft zu sozialem Engagement und Toleranz aus allen Kontinenten, Berufen und Kulturen. »Wir Rotarier wollen Menschen zur Seite stehen, die sich selbst nicht helfen können.« Der Jugend-Sozialpreis sei eines der wichtigsten Projekte des Rotary-Clubs Traunstein. Bjr

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