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Jugendtreff kommt wie geplant in die Güterhalle

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Es bleibt dabei: Mit seinem Beschluss vom Donnerstag unterstrich der Stadtrat nochmals seinen Willen, die Güterhalle für den Jugendtreff und die Schule der Phantasie auszubauen. (Foto: Artes)

Traunstein – Es bleibt dabei: Der Jugendtreff wird in der noch zu sanierenden Güterhalle entstehen. Das beschloss der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag mit einer Mehrheit von 16:9 Stimmen.


Damit hat sich der Antrag der CSU-Fraktion erledigt, weitere Alternativen, etwa den Keller unter der Franz-Eyrich-Halle, näher zu untersuchen. Wie Dr. Christian Hümmer (CSU erläuterte, solle die Stadt doch lieber für eine Million Euro einen Neubau für die Jugendlichen schaffen, anstatt »die alte Spelunke zu sanieren«, wie er einen Jugendlichen in der Internet-Plattform Facebook zitierte. Ein anderer habe gefordert, mit Steuermitteln sparsamer umzugehen und auch energetisch nachhaltiger zu planen. Auch er selbst glaube nicht, dass es gerechtfertigt sei, vier Millionen Euro in ein Gebäude aus den 40er-Jahren zu investieren – wie das auch in Leserbriefen und Berichten im Traunsteiner Tagblatt dargestellt worden sei.

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Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) sagte, es gehe jetzt darum, eine dauerhaft gute Lösung zu finden. Er erinnerte an die Städtebauförderung in Höhe von 50 Prozent, wodurch sich die Kosten für die Sanierung der Güterhalle mitsamt ihres Umgriffs auf 1,9 Millionen Euro halbierten. Zudem würde auch ein Abriss deutlich teurer als angenommen, »da können wir locker noch mal eine Million drauflegen.«

»Wir halten die Jugendlichen jetzt seit vier Jahren hin«, sagte Ursula Lay (UW) dazu. »Wir haben die Güterhalle gekauft unter der Prämisse, dass hier der Jugendtreff und die Schule der Phantasie ein Zuhause kriegen.« Der tolle Entwurf des Architekten ermögliche außerdem zusätzlich eine weitere städtische Nutzung. »Ich appelliere, heute zu entscheiden, damit was vorwärts geht. Ich warne davor, Facebook-Kommentare überzubewerten. Denn den einen der 'Jugendlichen' kenn ich, der ist 29.«

Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) schloss sich dem an: »Ich hab's damals auch mit besichtigt, und ich war – wie im übrigen auch die JU – begeistert. Das passt auch ganz gut gegenüber dem AKG. Wir haben in Traunstein viele Kinder und Jugendliche, es wird höchste Zeit, unser Versprechen endlich einzulösen.« Das habe auch etwas mit Glaubwürdigkeit als Lokalpolitiker zu tun.

Und Fraktionskollege Wolfgang Schott pflichtete bei: »Die Arbeitsgruppe hat da etwas Tolles ausgearbeitet. Gibt es Alternativen?«, fragte er an die CSU gewandt, um seine Frage gleich selbst zu beantworten: »Die einzige Alternative ist die Güterhalle, und die werden wir heute aufs Gleis setzen.«

Auch Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) appellierte an alle Stadträte, den Entschluss nicht noch einmal zu vertagen. »Das sind wir den Jugendlichen schuldig.« Die investierten Gelder seien keineswegs verschwendet, und es gebe ja auch noch die Mittel der Städtebauförderung. »Wir sollten heute endlich zu einem glücklichen Ende dieser unendlichen Geschichte kommen.«

Ganz anders sah dies Karl Schulz (CSU): »Wenn wir heute an der Güterhalle festhalten, konterkarieren wir alle Bemühungen von Professor Vossen. Wir geben den Studenten gar nicht die Chance, eine bessere Lösung zu finden. Ich finde, man sollte den Jugendlichen die Option auf einen Neubau für eine Million Euro geben.«

Mit 16:9 Stimmen entschied der Stadtrat schließlich, die Güterhalle wie in der Vergangenheit beschlossen, für den Jugendtreff und die Schule der Phantasie auszubauen. Die Verwaltung soll nun Möglichkeiten zur Verwendung der übrigen Fläche prüfen. Nicht anfreunden konnte sich das Gremium mit dem Vorschlag der Verwaltung, Oberbürgermeister Christian Kegel zu ermächtigen, das Vorhaben auf dem Verwaltungswege abzuwickeln. coho