weather-image
21°

Jugendtreff: Jugendliche wollen nicht länger warten

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Oberbürgermeister Christian Kegel (rechts) »stieg in den Ring« und diskutierte mit dem Geschäftsführer des KJR, Hans Glück (links), Stadtjugendpflegerin Pea Breutel (Zweite von links) und Jugendlichen über das Thema Jugendzentrum. (Foto: Buthke)

Traunstein – Um das heiße Thema Jugendzentrum ging es bei einer Diskussionsveranstaltung im Gasthaus Sailer-Keller mit Oberbürgermeister Christian Kegel, Stadtjugendpflegerin Pea Breutel, dem Geschäftsführer des Kreisjugendrings (KJR), Hans Glück, sowie rund 60 weiteren Teilnehmern. In der Mitte stand ein Kreis mit fünf Stühlen. Wer etwas zu sagen hatte, »stieg in den Ring« und nahm auf einem der Stühle Platz. Hatte er seine Meinung vorgebracht oder seine Aussage getroffen, ging er an seinen Tisch zurück.


Seit die Stadt Traunstein das ehemalige Kurhaus verkauft hat, ist der Jugendtreff übergangsweise am Stadtplatz untergebracht. Nach wie vor warten die Jugendlichen aber auf eine langfristige Lösung. Warum es bei der Güterhalle nicht weiter gehe, wollte Glück wissen. Oberbürgermeister Kegel erklärte, dass das Thema noch vor der Sommerpause in den Stadtrat komme. Dann werde entschieden, ob man dort hineingehe oder nicht.

Anzeige

Kegel: »Es geht um erhebliche Gelder«

Dem wurde entgegengehalten, dass die Güterhalle als Jugendzentrum eigentlich schon festgestanden habe. Kegel nannte die Situation »enttäuschend«. Aber es gehe um erhebliche Gelder, da 3,7 Millionen Euro im Raum stünden. Die Jugendlichen schilderten die unwürdigen Zustände im jetzigen Jugendtreff mit nur einer Toilette für oft 40 Leute. Außerdem fehle es an Aufenthaltsräumen. Die Jugendlichen kritisierten außerdem, dass sich kaum ein Stadtrat über die Zustände an Ort und Stelle informiert habe. Der Jugendreferent der Stadt, Stadtrat Thomas Stadler, forderte: »Eine Entscheidung muss her.« Er versprach, das Jugendzentrum werde im Herbst kommen.

Kegel betonte, dass seit Monaten mit Hochdruck gearbeitet werde, aber der Stadtrat habe das letzte Wort. Sobald dieser entschieden habe, werde mit dem Jugendzentrum begonnen. Der größte Teil des Stadtrats sei sich der Dringlichkeit dieses Themas bewusst. Das Jugendzentrum habe eine ganz hohe Priorität.

Stadtrat Wilfried Schott sprach von einem großen Konsens im Stadtrat. »Aber wie viel man ausgeben will, daran scheiden sich die Geister.« Die Stadt müsse aber bereit sein, in die Tasche zu greifen, denn für die Jugend müsse etwas getan werden. Jetzt müsse man an einem Strang ziehen und Geld in die Hand nehmen, gab ihm einer in der Runde recht.

Für Stadträtin Burgi Mörtl-Körner war die Güterhalle als Jugendzentrum hervorragend geeignet, weil es weg von Anwohnern und in Bahnhofsnähe liege. Den meisten Stadträten sei klar gewesen, dass das Jugendzentrum Geld koste, aber als die wahren Kosten herausgekommen seien, sei die Diskussion entstanden. Für ein Oberzentrum wie Traunstein sei die jetzige Situation aber blamabel. Darum müsse man jetzt Nägel mit Köpfen machen. Für Jugendreferent Stadler war es wichtig, dass es für Jugendliche Orte gebe, an denen es keine Strukturen und Regeln gebe.

Konrad Baur von der Jungen Union wollte den neuen Stadtrat als Ausrede, dass nichts weiter geht, nicht gelten las-sen. Zwei Drittel der Stadträte seien dieselben wie in der vergangenen Periode. Die Frage sei aber nicht, was der Stadt die Jugend wert sei, sondern ob sie sich ein solches Jugendzentrum leisten könne. Dem wurde entgegengehalten, dass es keine ergebnisoffene Suche mehr geben dürfe. Der Oberbürgermeister stimmte dem zu.

Mörtl-Körner: »Nun hat die Jugend Priorität«

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer brachte den Ringerkeller unter der Franz-Eyrich-Turnhalle ins Gespräch. Dort sei mit einem Bruchteil des Geldes ein Jugendzentrum machbar. Worauf Kegel meinte, er wolle die Jugendlichen ungern in einen Keller stecken. »Wir planen seit drei Jahren mit der Güterhalle«, machte Mörtl-Körner deutlich. Nun habe die Jugend Priorität.

Georg Schmid vom Kreisjugendring sagte, der KJR sei bereit, die Güterhalle mitzubenutzen. Gespräche über eine Kooperationspartnerschaft habe es gegeben. »Fangen wir nicht wieder von vorne an, wir brauchen möglichst schnell ein Jugendzentrum«, lautete sein Appell. Bjr