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Jugendtheater sucht einen Probenraum und eine Bühne

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Ob die »Junge Chiemseer Bühne« hier auf dem Anwesen der ehemaligen Firma Seidel an der Chiemseestraße in Grabenstätt eine neue Heimat finden wird, steht noch in den Sternen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Mit einem Antrag der Jugendtheater-, Musik- und Kunst-AG Grabenstätt auf finanzielle Unterstützung setzte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung auseinander. Es entwickelte sich eine lebhafte Diskussion.


In dem am 16. Dezember eingegangenen Schreiben betonen die AG-Vorsitzenden, Rudolf Rett und Doris Biller, dass der »Jungen Chiemseer Bühne« in der Gemeinde kein geeigneter Probenraum zur Verfügung stehe. Da es keine Dauerlösung sei, jede Woche mit den vielen Kindern und Jugendlichen nach Traunstein zum Proben zu fahren, schaue man sich seit geraumer Zeit nach einem passenden Gebäude im Ort um und sei dabei auf die ehemalige Firma Seidel an der Chiemseestraße gestoßen, wo sich eine 170 Quadratmeter große, leerstehende Halle befinde. »Es wäre uns schon geholfen, wenn die Gemeinde einen Teilbetrag der veranschlagten Monatsmiete in Höhe von 250 Euro übernehmen würde«, appellierte Gemeinderätin Doris Biller. Die anderen anfallenden, laufenden Kosten würde man selbst stemmen.

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Biller erinnerte daran, wie beachtlich sich die Theaterarbeit in den vergangenen sechs Jahren entwickelt habe und dass die mittlerweile weithin bekannte »Junge Chiemseer Bühne« durchaus auch ein Aushängeschild für Grabenstätt sei. Bürgermeister Georg Schützinger gab zu bedenken, dass derzeit kein Verein eine derartige Unterstützung erfahre. Die Gemeinde leiste zwar jährliche Vereinszuschüsse beziehungsweise auch Jugendpflegemittel und unterstütze die Vereine im Einzelfall auch bei besonderen Veranstaltungen, von der Übernahme von Mietkosten könne man aber nur abraten, da dann mit diversen Folgeanträgen anderer Vereine zu rechnen sei.

Auch Dritter Bürgermeister Maximilian Wimmer (CSU) warnte davor, »Präzedenzfälle zu schaffen« und pochte auf eine »einheitliche Linie«. Die Gemeinderäte Andreas Lukas (FW) und Christian Fellner (Bürgergruppe) wollten wissen, wie viel Geld die Gemeinde für die Jugendarbeit im Jahr ausgebe und erbaten sich eine genaue Aufschlüsselung von den Zuschüssen und deren Verteilung. »Dies könne man sicher für die nächste Behandlung im Gemeinderat vorbereiten«, so Schützinger.

Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung seitens der Gemeinde könnte es hingegen geben, wenn eine Art Kleinkunstbühne entstehen würde. »Dann müsste man sich aber erst einmal auch die baurechtlichen Voraussetzungen wie Fluchtwege, Lüftung und Toiletten anschauen« und abwägen, ob das Sinn mache, gab Andreas Danzer (FW) zu bedenken. Auf den Vorschlag von Roman Metzner (CSU), nach dem Vorbild anderer Vereine Mitgliedsbeiträge auch für Jugendliche einzuziehen, erwiderte Biller, dass man daran auch schon gedacht habe, dies aber mit der aktuellen Fördervereinssatzung nur schwer vereinbar wäre. Hans Pertl (CSU) schlug vor, dass die Jugendtheater-, Musik- und Kunst-AG Grabenstätt dem Gemeinderat erst einmal ein Konzept vorlegen sollte, auf dessen Basis man dann weiterreden könne.

Zum Ende der Diskussion einigte man sich darauf, den Antrag zunächst zurückzustellen. In Erwägung gezogen wird nun auch ein weiterer »Runder Tisch« mit Vertretern des Theatervereins Grabenstätt, der seit jeher den Gasthof zur Post für seine Proben und Vorstellungen nutzt. Vom Tisch sei wohl, dass die Junge Chiemseer Bühne in Zukunft wieder den Saal im Grabenstätter Hof als Proben- und Aufführungsstätte nutzen könne, hieß es. mmü