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Jugendsozialarbeit an Schulen etabliert

Traunstein. An 13 Schulen im Landkreis Traunstein – zehn Mittelschulen, zwei Berufsschulen und einer Förderschule – sind bereits Sozialpädagogen aktiv. Als 14. Einrichtung kommt voraussichtlich im Dezember das Wilhelm-Löhe-Förderzentrum in Traunreut hinzu. Das berichtete Landrat Hermann Steinmaßl im Kreisjugendhilfeausschuss.

Träger der Jugendsozialarbeit sind das Diakonische Werk Rosenheim und Traunstein, Famiflex Trostberg, gfi Traunstein und KoniS Traunstein. Laut Steinmaßl hat sich diese Form der Jugendhilfe sehr bewährt: »Probleme, die bei den Schülern auftreten, können bereits an Ort und Stelle angegangen und soweit möglich gelöst werden.« Wichtig sei die gute Vernetzung aller Beteiligten, besonders mit dem Jugendamt. Eine geplante »Regionalisierung« könne sicher noch Verbesserungen bewirken.

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Melanie Janisch vom Diakonischen Werk Traunstein und Barbara Hofstätter von der Berufsschule III in Traunstein stellten Einzelheiten vor. Jugendsozialarbeit solle helfen, soziale Benachteiligung auszugleichen und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden.

Von Schulschwierigkeiten bis zu Konflikten mit Eltern

Im Einzelfall geht es beispielsweise um Probleme daheim, Schulschwierigkeiten, Konflikte mit Mitschülern oder Lehrern oder soziale Auffälligkeiten. Methoden sind die sozialpädagogische Gruppenarbeit mit Training zum Klassenklima, Mobbing-Intervention und Prävention zu Ausbildungsabbrüchen durch Förderung der Konfliktfähigkeit. Unter dem Motto »Verantwortung übernehmen« stehen Trainingskurse und Projekte wie »Baby-Bedenkzeit« des Kinderschutzbunds und HIV-Prävention der Universität München.

Auch sinnvoller Umgang mit Medien mit dem Jugendbeauftragten der Polizei Traunstein sowie eine »Öffnung ins Gemeinwesen« durch Beratung-, Unterstützungs- und Helfervernetzungen sind Teil der Arbeit. Wichtigste Grundlagen sind: Die Schüler machen freiwillig mit und können sich auf Vertraulichkeit verlassen. Der Ausschuss nahm den Bericht zur Kenntnis.

Die »Regionalisierung ambulanter Hilfen« befürwortete das Gremium per Grundsatzbeschluss ebenfalls einhellig. Dahinter verbirgt sich: Der Landkreis Traunstein will – analog zu den Sozialräumen der Familienstützpunkte – auch die ambulante Jugendhilfe in sechs Sozialräume einteilen. Eine endgültige Entscheidung liegt beim Kreisausschuss. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie hat bereits Vorschläge für die Regionalisierung unterbreitet.

Jeweils zwei bis drei freie Träger der Jugendhilfe sollen pro Sozialraum tätig werden. Wer welches Gebiet betreuen wird, das wird in einem offiziellen Bewerbungs- und Auswahlverfahren bis Ende Oktober ermittelt. Ziele der Regionalisierung sind nach Landrat Hermann Steinmaßl zum Beispiel ein Vernetzen aller Beteiligten, frühzeitige und rechtzeitige Hilfe für die Familien und Vermeiden stationärer Unterbringung.

Mitwirken in Vereinen bei der Jugend fördern

Aus Steinmaßls Sicht gibt es »sechs Hauptpartner«: Die regionalisierten »ambulanten Hilfen« der freien Träger, die »Bezirkssozialarbeit« des Landkreises, die »Jugendsozialarbeit an Schulen« durch Landkreis und Kommunen, die »Kindertagesstätten« der Hauptträger Gemeinden und Kirchen, die »Familienstützpunkte« von Landkreis und Kommunen sowie »Kinder in Vereinen & Gemeinschaft«.

»Das Mitwirken in Vereinen stärkt Kinder und Jugendliche, ist ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität im ländlichen Raum. Die Zugehörigkeit zu Vereinen und Gemeinschaften erzeugt eindeutig eine große Bindungswirkung zur Heimat und ist der stärkste Grund für Jugendliche, später einmal nicht weg zu ziehen«, so Steinmaßl.

Mit den »sechs Bausteinen« in den jeweiligen Sozialräumen wäre der Landkreis »auf einem guten Weg, die Kinder- und Jugendhilfe weiter voran zu bringen«. Steinmaßl schlug vor, je Sozialraum 10 000 Euro für »fallunspezifische Arbeit«, etwa das Aufbauen von Netzwerken, Durchführen von Projekten und Knüpfen von Kontakten, einzuplanen und einen am Kreisjugendamt angesiedelten Sozialraumkoordinator einzusetzen.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt gab der Ausschuss der von Franz Feil vorgelegten neuen Satzung zu einem Kostenbeitrag für Eltern, die ihre Kinder in Tagespflege geben, den einmütigen Segen. Auch hier liegt ein Beschluss bei Kreisausschuss und Kreistag. kd