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Jugendparlament möchte bekannter werden

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Miguel Sotero (von links), Tim Schwarz, Fabian Dopler und Rebekka Fackler machten sich Gedanken, wie ein mögliches Logo des Jugendparlaments aussehen könnte. (Foto: Artes)

Traunstein – Wie kann das Jugendparlament bekannter werden? Und was muss man dafür tun? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Mitglieder in der letzten Sitzung dieser Sitzungsperiode.


Es wurde diskutiert, gezeichnet und fleißig Ideen notiert. Die Mitglieder des Hauptausschusses des Jugendparlaments hatten sich zuvor bereits Gedanken darüber gemacht, wie man bekannter werden könnte. Rebekka Fackler vom Johannes-Heidenhain-Gymnasium (JHG) Traunreut erklärte: »Wir möchten präsenter werden. Dafür brauchen wir ein eigenes Logo.« In Kleingruppen hatten die Mitglieder dann Zeit, sich Gedanken zu machen, wie ihr Logo aussehen könnte, und brachten erste Ideen aufs Papier. Ein Ergebnis gab es in der Sitzung nicht. Mit den Entwürfen wird das neue Jugendparlament in der nächsten Sitzungssaison aber weiterarbeiten.

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Verschiedene soziale Medien nutzen

Wie Tim Schwarz von der BOS Traunstein sagte, reicht ein Logo alleine nicht aus, um bekannter zu werden. »Wir brauchen auch Aktionen und Veranstaltungen, wo wir es einsetzen können.« Auch dafür wurden in Kleingruppen erste Ideen gesammelt. Die Gruppe um Jessica Schneider vom Chiemgau-Gymnasium fand es wichtig, sich auf Social-Media-Kanälen wie Insta-gram oder Facebook und in den eigenen Schulen zu präsentieren, da andere – oft sogar die eigenen Mitschüler – nicht wüssten, was das Jugendparlament eigentlich macht. Die Gruppe von Tim Schwarz machte sich Gedanken, über mögliche Veranstaltungen, bei denen sich das Jugendparlament präsentieren könnte. Sehr gut kam der Vorschlag an, im Landratsamt eine Social-Movie-Night zu veranstalten. Weitere Ideen waren zum Beispiel, PR-Produkte wie T-Shirts oder Aufkleber auf Messen und Festivals zu verteilen oder dort mit Infoständen präsent zu sein. Ob diese ersten Ideen künftig auch umgesetzt werden, damit befasst man sich ebenfalls erst im Herbst bei der nächsten Sitzung.

Vorgestellt wurde in der gestrigen Sitzung auch ein Bericht der Arbeitsgruppe Integration. Wie Tim Schwarz erklärte, möchte man eine Veranstaltung organisieren, bei der Menschen verschiedenster Herkunft und Religion – vom Bayer bis zum Geflüchteten aus Syrien – sich und ihre Kultur vorstellen und miteinander in Austausch treten könnten. Noch immer gebe es Vorurteile und Ängste gegenüber den Flüchtlingen, so Schwarz. Miguel Sotero vom Kreisjugendring Traunstein fügte hinzu: »Wir wissen nicht, ob wir das als Jugendparlament alleine stemmen können.« Er wünschte sich Unterstützung von Florian Steiskall, dem Integrationsbeauftragen des Landkreises. Man habe auch schon Kontakt zu Helferkreisen und zur Jugendsiedlung in Traunreut aufgenommen, die zum gleichen Thema im kommenden Jahr ähnliche Veranstaltungen geplant hat. »Wir wollen bei der Veranstaltung eine Wohnzimmeratmosphäre haben. Integration ist nichts Kompliziertes.« Einstimmig fiel die Entscheidung, dass die Planungen für ein solches »Austauschforum« weiterverfolgt werden sollen.

Karl Bodensteiner vom Jugendamt stellte dem Jugendparlament darüber hinaus Auszüge aus der im vergangenen Jahr veröffentlichten Sozialraumanalyse vor, die auch schon im Kreistag präsentiert wurde (wir berichteten damals). »Das ist nur eine Planung unter vielen Planungen«, informierte er. Der Großteil der Daten stammt aus den Jahren 2013 bis 2015. »Es werden immer mehrere Jahre zusammengefasst, damit man einen realistischen Durchschnitt erhält«, erklärte er den Jugendlichen und zeigte zum Beispiel Grafiken über die Jugendhilfe im Landkreis, das durchschnittliche Einkommen der Landkreisbürger oder die Übertrittsquoten an Schulen.

Außerdem stellte sich der der Integrationsbeauftragte des Landkreises, Florian Steiskall, kurz vor. Seine Aufgabe sei es, die verschiedenen Akteure, die sich mit dem Thema Asyl beschäftigen, zusammenzuführen, Netzwerke aufzubauen und als Ansprechpartner für alle zu dienen. Als Beispiel für seine bisherige Arbeit nannte er die Einführung des »Mietführerscheins«. Anerkannte Flüchtlinge der Traunreuter Gemeinschaftsunterkunft erhielten einige Wochen lang Informationen, worauf sie achten müssen, wenn sie eine Wohnung mieten wollen. Dieses Projekt wurde erst in diesen Tagen erfolgreich abgeschlossen. Geplant ist laut Steiskall, anerkannte Flüchtlinge als »Laiendolmetscher« auszubilden. Da es diese schon im Landkreis Berchtesgadener Land gibt, arbeite man mit dem Landratsamt BGL eng zusammen.

Schüler sollen Funklöcher melden

Abschließend stellte Dr. Birgit Seeholzer von der Wirtschaftsförderung des Landkreises die »Funkloch-Challenge« für Schulen vor. Vor allem im ländlichen Raum gebe es noch häufig Probleme mit der Netzabdeckung. Sie habe selbst vor kurzem erst mit ihrem Handy keinen Empfang gehabt. Alle Schüler seien aufgerufen, über die App »Kyago« oder die Antwortekarten, die an den Schulen verteilt worden sind, Funklöcher und Probleme zu melden. »Jede Meldung ist wertvoll«, so Seeholzer. Denn Ziel sei es, im Landkreis künftig eine lückenlose Netzabdeckung zu bekommen. jar