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Jugendliche brachten dem Landrat ihre Anliegen vor

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Seine erste Sitzung hatte das Jugendparlament im Landkreis Traunstein im Großen Sitzungssaal des Landratsamts. (Foto: Buthke)

Traunstein – Zu seiner ersten Sitzung ist das Jugendparlament im Landkreis Traunstein gestern im Großen Sitzungssaal des Landratsamts zusammengekommen. Die rund 40 ehrenamtlichen Mitglieder im Alter von 14 bis 21 Jahren sollen die Interessen der Jugendlichen im Landkreis vertreten. Ziel ist es zum einen, interessierte Jugendliche an die Arbeitsweise kommunalpolitischer Gremien heranzuführen. Zum anderen sollen die Mitglieder die Möglichkeit bekommen, ihre Meinung zu äußern und Themen in die zuständigen Kreisgremien einzubringen.


In das Jugendparlament berufen werden 31 Schülersprecher von Mittel-, Real-, För-der-, Wirtschafts-, Berufsfach- und Berufsschulen sowie Gymnasien, sechs Vertreter der im Kreistag vertretenen Parteien sowie drei von Vereinen und Verbänden, die der Kreisjugendring entsendet.

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»Offen und ehrlich miteinander umgehen«

Der Traunsteiner Landrat Siegfried Walch leitete die Sitzung und erklärte, dass der Landkreis Traunstein einer der wenigen Landkreise in Bayern sei, in dem der Kreistag entschieden habe, ein Jugendparlament einzuberufen. Der Kreistag sei kein Parlament mit Regierung und Opposition. Vielmehr würden alle Kreisräte zusammenhelfen, um das Beste für den Landkreis zu erreichen. »Ich würde mich freuen, wenn auch die Mitglieder des Jugendparlaments offen und ehrlich miteinander umgehen würden«, so Walch.

In Sechsergruppen trugen die Jugendparlamentarier dann ihre ersten Anregungen, Anliegen und Wünsche zusammen. Bei der Präsentation der Ergebnisse wurden unter anderem die sehr gute Jugendarbeit im Landkreis und das flächendeckende Freizeitangebot für junge Leute gelobt. Auch gebe es viele Vereine, Hilfsangebote, Bildungseinrichtungen und psychologische Hilfen.

Angeregt wurden Angebote und Veranstaltungen für Jugendliche unter 18 Jahren, die ohne Führerschein selbst nicht fortfahren können. Hierzu beklagten die Jugendlichen, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) vor allem in kleineren Orten »sehr dürftig« sei. Die Jugendlichen wünschen sich außerdem mehr Ausgehmöglichkeiten, Kinos und Feste. Kritisch sahen sie auch Defizite beim Breitbandausbau.

Walch gab zu, dass der Breitbandausbau im ländlichen Raum noch Defizite aufweise. »Wir sind aber mit Nachdruck dabei.« Traunstein sei der einzige Landkreis in Bayern, in dem alle Gemeinden am Förderprogramm des Freistaats teilnehmen würden. Bei allen Straßenbauten des Landkreises würden Leerrohre für den Breitbandausbau verlegt. Bei allem, was wünschenswert wäre, appellierte Walch an das Jugendparlament, auch ein bisschen Realismus an den Tag zu legen.

Nachtexpress: Jugendliche erklärten, was nicht passt

Zum ÖPNV erklärte er, der Landkreis sei ein Flächenlandkreis, sodass es ganz schwierig sei, eine enge Taktung zu bekommen. So sei der Nachtexpress beibehalten worden, ob-wohl er wenig genutzt werde. Auf Walchs Frage, woran dies liege, antworteten die Jugendlichen, dass der Nachtexpress zu den falschen Zeiten fahre, zu teuer sei und ein flächendeckendes Angebot fehle. Walch machte daraufhin den Vorschlag, das Thema ÖPNV und die damit verbundenen Angebote für Jugendliche unter 18 Jahren auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Jugendparlaments zu setzen.

Zu Beginn der Sitzung hatte der Landrat über die Arbeit des Kreistages und die Aufgaben des Landkreises informiert. Ulli Himstedt und Stefan Dufter vom Fachdienst Kommunale Jugendarbeit berichteten über die verschiedenen Bereiche, Aufgaben und Möglichkeiten der Jugendarbeit im Landkreis. Bjr

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