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Josef Mayr zum Altbürgermeister ernannt

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Bürgermeister Martin Fenninger (rechts) überreichte seinem Amtsvorgänger Josef Mayr die Ernennungsurkunde zum Altbürgermeister. (Fotos: Buthke)
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Der Kirchenchor schlug Altbürgermeister Josef Mayr musikalisch einige Reiseziele vor.

Wonneberg. Mit einer würdevollen und zugleich lustigen Feier haben die Wonneberger Vereine den ausgeschiedenen Bürgermeister Josef Mayr im Landgasthaus Alpenblick in Weibhausen verabschiedet. Im Namen aller Vereine nahm Gemeindereferent Martin Riedl die Laudatio vor. Auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats verlieh ihm die Gemeinde Wonneberg in Würdigung und Anerkennung seiner Verdienste als Erster Bürgermeister in der Zeit vom 1. Mai 1990 bis 30. April 2014 den Ehrentitel »Altbürgermeister«. Die Ernennungsurkunde übergab ihm sein Nachfolger Martin Fenninger.


»Wir feiern und danken heute einem Menschen, der für die Gemeinde Wonneberg viel getan hat«, erklärte Bürgermeister Fenninger. Er zählte dabei den Bau des Abwasserkanals, der Schule und des Kindergartens auf. Mayr habe damit die Voraussetzungen geschaffen, dass junge Leute Häuser bauen und in der Gemeinde bleiben können. Er sei sechs Jahre Gemeinderat und 24 Jahre Bürgermeister gewesen. »Er hat das Herz am richtigen Fleck«, so Fenninger. Er habe stets seine ruhige und sachliche Art bewundert.

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Der Bürgermeister sagte weiter, Mayr habe sich mit den Vereinen zusammengeschlossen. »Wenn wir die Vereine nicht haben, blutet die Gemeinde aus«, betonte er. Er dankte außerdem Pfarrer Andreas Ager für den schönen Gottesdienst, den er vor der Veranstaltung gehalten hatte.

Gemeindereferent Riedl erinnerte in einer humorvollen, in Reimen verfassten und vor einigen »Prosts« unterbrochenen Laudatio an die Verdienste von Altbürgermeister Mayr und dankte ihm für sein Wirken und Tun. Er habe Frieden in die Gemeinde gebracht und 24 Jahre für ein gutes Miteinander gesorgt. Er schilderte ihn als »umtriebigen und braven Mann«, der trotzdem stets leger gewesen sei.

Mit Freude sei er auch zu den Jahreshauptversammlungen der Katholischen Frauengemeinschaft gegangen. Auch für den Sportverein habe er stets Zeit und ein offenes Ohr gehabt. Bei den Stockschützen habe er sich für eine Bahn samt Hütte eingesetzt. Beim Leonhardiverein sei er beim Ritt 24 Jahre in der Ehrenkutsche mitgefahren, weil die Gemeinde den Ritt finanziell unterstützt habe. »Er nahm sich Zeit für die Jugend und war immer für sie da«, sagte er zu seinem Engagement für die Katholische Landjugend.

Obwohl ihm seine Freizeit wichtig gewesen sei, sei er von einem zum anderen Veranstaltungsort gezogen. »Seinen Bürgermeisterstuhl hinterlässt er seinem Nachfolger blank geputzt, weil er ihn oft benutzt hat.« Oft habe er bei gemeindlichen Bauten als gelernter Maurer selbst mit Hand angelegt.

Riedl sagte Mayr Dank im Namen aller und wünschte: »Bleib so, wie Du bist mit Freude an der Bewegung, dann bleibst Du rüstig bis ins hohe Alter.« Ebenso solle er seine Geradlinigkeit, Ruhe und Gelassenheit behalten. Der Gemeindereferent lobte seine Bodenständigkeit, Heimatverbundenheit und Standhaftigkeit, indem er sich nicht wie eine Fahne im Wind drehe. Er hängte Mayr eine Medaille um den Hals, die er künftig anstelle der bisherigen schweren Amtskette tragen könne. Außerdem schenkte er ihm im Namen der Vereine einen Reisegutschein.

Der ehemalige Vorsitzende der Freien Wähler Wonneberg-Weibhausen, Josef Fenninger, betonte, mit der Wahl von Mayr 1990 sei eine geänderte Gemeindepolitik eingeleitet worden. Themen wie Abwasserkanal, Straßenbau, Kindergarten- und Schulhausbau, Naturschutz und Gewerbegebiet seien unter seiner Führung schneller abgewickelt worden, als erwartet. »Josef Mayr hat unser Wahlprogramm übererfüllt«, sagte Fenninger. Als Erinnerung schenkte er ihm eine Reproduktion seines Wahlplakats von 1990.

In seiner Dankesrede nannte Mayr drei Verbindungen, die ihm in seinem Leben besonders wichtig gewesen seien. Die mit der Kirche als Ministrant, Lektor und Pfarrgemeinderatsmitglied. »Die Verbindung zur Kirche war immer da. Dort konnte ich mir Kraft und Ruhe holen«, betonte er. Die Verbindung zu den Vereinen sei ihm wichtig gewesen, weil das, was in der Gemeinde geschaffen worden sei, nur in Zusammenarbeit von Gemeinderat und Vereinen möglich gewesen sei. Schließlich sei es ihm um die Verbindung zwischen Bürgermeister und Gemeinde gegangen. Da es den Beruf des Bürgermeisters nicht gebe, habe er alles von klein auf aufbauen müssen. »Handwerkliches Geschick ist dafür eine gute Grundlage«, meinte Mayr. Seine Entscheidung aufzuhören, nannte er richtig. »Man muss auch die jungen Leute hinlassen«, erklärte der frisch geba-ckene Altbürgermeister.

Die Aufführungen begannen mit einem Auftritt des Kirchenchors. 24 Jahre sei er ein vielbeschäftigter Mann gewesen, jetzt werde es »staad« für ihn. Er sang dazu das Lied »Kein Schwein ruft mich an«. Musikalisch schlugen die Sängerinnen ihm einige Reiseziele vor: Bergsteigen, Italienurlaub, Kreuzfahrt, Safari und Urlaub im Orient. Letzteres machten ihm dann zwei Bauchtänzerinnen besonders schmackhaft.

Die Katholische Frauengemeinschaft verordnete ihm eine Kur, für die er während seiner Amtszeit keine Zeit gehabt hat. Sie schlugen eine »Bierkur« vor. Ein Tragerl vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Für jede der 20 Gelegenheiten hatten die Frauen eine Flasche einer anderen Brauerei zur Hand. Wenn er sie genau befolge, sei er am Nachmittag schon »blau«, sagten sie.

Musikalisch gestaltet wurde der Festabend von der Leonharder Musikkapelle. Deren Auftritte würzte Sepp Eder mit Witzen, in die er geschickt Josef Mayr mit einbaute. Bjr

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