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Jörg Stadter folgt Rüdiger Ettelbrück nach

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Mit dem Ausscheiden des geschäftsführenden Vorstandes der deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU), Rüdiger Ettelbrück (Zweiter von links), tritt ein Generationswechsel ein. Im Alltagsgeschäft leitet nun Jörg Stadter (Zweiter von rechts) den Verein. Ihm zur Seite steht Dritter Vorstand Thomas Ager (rechts). Die besten Wünsche und einen herzlichen Dank für die langjährige Zusammenarbeit sprach Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter aus. (Foto: Flug)

Unterwössen. Die Deutsche Alpensegelflugschule (DASSU) Unterwössen habe das vergangene Geschäftsjahr gut gemeistert. Das sagte Bürgermeister Hans Haslreiter bei der Jahreshauptversammlung. Die neu gewählte Vorstandschaft will dabei für eine Verjüngung, aber nicht für eine Richtungsänderung stehen, so der Ettelbrück-Nachfolger Jörg Stadter zuvor.


Im zweiten Jahr hintereinander habe das Wetter die DASSU im Stich gelassen, sagte der scheidende geschäftsführende Vorstand Rüdiger Ettelbrück in seinem Jahresbericht. Nachdrücklich belegt er seine Aussage mit Fotos vom Junihochwasser 2013. Zuvor hatte das Wetter den Flugbetrieb an den ansonsten umsatzstarken Osterfeiertagen gedämpft. Der Mai sei, so Ettelbrück, zum Totalausfall verkommen. Erst die zweite Saisonhälfte mit gutem Sommerwetter brachte mit besonderem Einsatz der Fluglehrer ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die Starts der Winde ließen sich im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent, die Flugzeugschlepps um zehn Prozent steigern.

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Die Zahl der angemeldeten Kunden, so Ettelbrück, sei leicht zurückgegangen. Erfreut zeigte sich die Vorstandschaft, weil immer mehr Kunden aus Russland, Kasachstan und der Ukraine die DASSU für sich entdecken. Die Streckenfluglehrgänge waren jeweils voll ausgelastet, fünf Piloten nahmen an Kunstfluglehrgängen teil.

Neben dem Stammpersonal der DASSU mit Ausbildungsleiter Jörg Präfke kamen in der Saison 50 Gastfluglehrer zum Einsatz. 7135 Schulstarts führten zu 1128 Stunden Segelflug und 2479 Motorseglerstarts zu motorisierten 495 Flugstunden. Beim ersten von zwei Flugunfälle verletzte sich eine Pilotin erheblich. Sie hatte die neueste ASK 23, ein Schulungssegelflugzeug der DASSU, beim Windenstart in den Boden gedrückt. Im Juni rollte ein Flieger im Auslauf der Landung in einen Motorsegler und ein Ultraleichtflugzeug. Bei beiden Unfällen erstanden große Sachschäden.

Der Kassenbericht von Thomas Scheid zeigte die DASSU in gutem Licht. Er weist ein ordentliches Plus aus. Auch nach Abzug der Abschreibungen ist das Anlagevermögen angewachsen. Dabei hat die DASSU, wie Ettelbrück zuvor beigesteuert hatte, ein gebrauchtes Segelflugzeug ASK 23 und einen Propeller angeschafft. Sie investierte in erheblichem Umfang in die Akku-Stromversorgung, in neue Fallschirme und in eine Elektrowinde.

Veranstaltungen im Jahr 2013 belegen, dass die DASSU gut eingebunden ist. Hans Linner organisierte einen Tag am Flugplatz und Flüge für Schützlinge der Lebenshilfe Traunstein. Mit der Grund- und Mittelschule Unterwössen brachten die Flieger die Lehrer europäischer Partnerschulen in den Himmel. Die Flugsportgruppe Unterwössen betreute Kinder des Wössner Ferienprogramms bei einem Tag am Flugplatz. Schon traditionell spielt die Musikkapelle Wössen zum Standkonzert. Einheimische nutzen die Gelegenheit beim Einheimischenfliegen im Oktober. Ettelbrück bezeichnete die Zusammenarbeit mit den am Flugplatz ansässigen Vereinen als herausragend.

Nur Sarkasmus half Ettelbrück über europäische Gesetze und Vorschriften. Ab April 2013 hätten EU-Vorschriften Gastflüge am Flugplatz untersagt. Erst eine Intervention des Bundesverkehrsministers stellte das im Juli wieder ab. Erst hätte die EU das Lizenzwesen der Hobbypiloten mit Vorschriften überfrachtet, so Ettelbrück, jetzt wolle sie das dringend harmonisieren. Deshalb wird aus der DASSU zukünftig eine ATO (Approved Training Organisation). Die DASSU muss im Zulassungsverfahren Handbücher erstellen, Audits durchführen sowie Anträge stellen.

Für die Neuwahlen kandidierte der zukünftige Landrat Siegfried Walch für das Amt des Vorstandes. Walch konnte nicht persönlich anwesend sein, sein Vertreter Florian Amann erklärte nach dessen Wahl aber, dass Walch das Amt gerne übernehme. Walch stehe damit in, wie er meint, guter alter Tradition und folge dem bisherigen Landrat Hermann Steinmaßl nach.

Der geschäftsführende Vorstand der DASSU, Rüdiger Ettelbrück, kandidierte nicht mehr, sein Nachfolger ist Jörg Stadter. Der Dritte Vorstand für den Bereich Technik ist nun Thomas Ager. Die Wahlen erfolgten jeweils auf Vorschlag der Vorstandschaft und einstimmig. Mit Wehmut sehe die DASSU ihren Vorstand Rüdiger Ettelbrück aus dem Amt scheiden, meinte der neue geschäftsführende Vorstand Stadter. Ettelbrück hatte seit 1995 das Amt inne. In seine Amtszeit sei der Bau der Elektrowinde, die Zulassung des Motorseglerschlepps, die Deckenaufhängungen in der Flugzeughalle, Modernisierungen in der Verwaltung und vieles mehr gefallen.

Unter kräftigem Beifall der Mitglieder überreichte Stadter seinem Vorgänger einen Frühstückskorb und einen Gutschein für einen Rundflug mit dem größten Doppeldecker der Welt zum Flugplatzfest. Dieses Fest ist das herausragende Ereignis am Flugplatz in diesem Jahr. Die DASSU feiert am 13. und 14. September ihr Jubiläum. Vor 60 Jahren, am 15. April 1954, wurde sie gegründet. Seitdem wurden in Unterwössen aus 5000 Fußgängern Piloten. Mehr als 1 100 000 Starts und ungefähr 450 000 Flugstunden haben die Unterwössner Flieger jetzt auf dem Buckel. lukk