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Jetzt steigt wieder das Risiko der Wildunfälle

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Nach der Ernte ändert sich der Lebensraum für viele Wildtiere. Diese begeben sich dann auf die Suche nach neuen Einständen, wodurch das Risiko für Wildunfälle steigt.

Die Felder sind zum Teil abgeerntet, die Tage werden kürzer und das Risiko der Wildunfälle steigt. Sie können zu jeder Tageszeit passieren, doch in den frühen Morgenstunden sowie der Dämmerung ist es besonders kritisch: Das Wild ist in dieser Zeit vermehrt aktiv. Der Bayerische Jagdverband (BJV) ruft daher zur erhöhten Vorsicht auf.


Nach der Ernte ändert sich der Lebensraum für Reh, Hase und Fasan abrupt. Wo die Tiere zuvor Äsung und Deckung fanden, stehen innerhalb weniger Stunden nur noch Stoppeln auf den Feldern: Der Tisch ist abgeräumt – die Wohnung zerstört. Für die Wildtiere stellt diese alljährliche Veränderung ihres Lebensraums eine Notsituation dar, sie sind im sogenannten Ernteschock.

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Die Wildtiere begeben sich auf die Suche nach Futter

Da ihr Futterplatz geräumt ist, begeben sich die Wildtiere auf die Suche nach neuen Äsungsflächen und Einständen. Ihre Wege dorthin führen sie nicht selten über unser dichtes Straßennetz. Von Hunger getrieben, überqueren sie häufiger als gewöhnlich auch dicht befahrene Straßen – und das bevorzugt in der Dämmerung, der Hauptverkehrszeit. Daher gilt das oberste Gebot: erhöhte Vorsicht und Bremsbereitschaft. Autofahrer müssen besonders im Herbst damit rechnen, dass ein Tier unerwartet auf die Fahrbahn läuft, warnt der BJV. Da sich Wildtiere in dieser Jahreszeit zu sogenannten Sprüngen oder Rotten versammeln, folgen einzelnen Tieren in der Regel noch weitere nach. Fallendes Herbstlaub, Nässe, Nebel und Verschmutzungen der Straßen durch Erntefahrzeuge stellen zudem eine Gefahrenquelle für Autofahrer dar. Sie führen zu rutschigen Belägen und verlängerten Bremswegen.

Besonders in Waldgebieten und in der Nähe von Feldern heißt es: Fuß vom Gas, Geschwindigkeit anpassen und genügend Abstand zum Vordermann halten. Zudem sollte man die Fahrbahnränder nicht aus den Augen lassen. Lässt sich eine Kollision nicht mehr vermeiden, ist ein kontrollierter Aufprall besser als unkontrolliertes Ausweichen. Daher sollte man versuchen, das Lenkrad möglichst gerade zu halten und kontrolliert zu bremsen.

Ganz wichtig ist bei einem Unfall: Ruhe bewahren

Mit dem Wildunfall-Flyer – er kann kostenlos unter der Telefonnummer 089/99 02 34-0 bestellt werden – informiert der BJV alle Verkehrsteilnehmer, wie sich Wildunfälle vermeiden lassen und wie man richtig reagiert, wenn ein Zusammenstoß unvermeidbar ist. Die goldene Regel zum korrekten Verhalten lautet: Ruhe bewahren! Schalten Sie Ihre Warnblinkanlage ein, legen Sie Ihre Warnweste an und sichern Sie die Unfallstelle mit einem Warndreieck. Personenschutz geht vor. Verletze Tiere dürfen keinesfalls angefasst werden. Das gilt insbesondere für Wildschweine, denn sie können aggressiv sein. Wurde das Wild durch den Zusammenstoß getötet, sollte man es nach Möglichkeit mit Schutzhandschuhen von der Fahrbahn an den Rand ziehen, um Folgeunfälle zu vermeiden. Das getötete Wild darf keinesfalls mitgenommen werden, da es sich dabei um den Tatbestand der Wilderei handeln würde. Auch wenn das Wild nach der Kollision scheinbar unversehrt weiter läuft, ist es meist schwer verletzt und geht jämmerlich zu Grunde. Daher muss ein Wildunfall nach dem Bayerischen Jagdgesetz in jedem Fall unverzüglich der Polizei gemeldet werden. fb