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Jetzt doch: Abschiedsparty in der TVT-Halle

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Foto: Montage (Redaktion, pixabay)

Traunstein – Leicht verschnupft zeigte sich Oberbürgermeister Christian Kegel im Stadtrat: Der Turnverein Traunstein hatte eine XXL-Abrissparty in der Franz-Eyrich-Halle angekündigt, ohne vorher mit der Stadt zu sprechen. Doch die Mehrheit der Räte stimmte für die Party!


Die Stadt ist hier gleich zweimal gefragt: Zuerst muss das Ordnungsamt – wie bei allen großen Veranstaltungen in Traunstein – so eine Party genehmigen. Und dann spielt auch die privat-rechtliche Seite eine Rolle, denn die Halle gehört der Stadt. Die "Franz Eyrich Farwell"-Party soll nun am Samstag, den 25. November, ab 20 Uhr steigen.

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"Unsicherheit wegen der Schneelast"

Oberbürgermeister Christian Kegel hatte Bedenken, "dass einige Menschen so eine Party zum Anlass nehmen könnten, um dort zu wüten". Außerdem spiele auch die Unsicherheit der Schneelast bei einer Party Ende November eine Rolle. "Es kann klappen, muss es aber nicht."

Die Franz-Eyrich-Halle wird seit 2015 jedes Jahr im Winter gesperrt, weil ein Gutachter festgestellt hatte, dass die Sicherheit des Gebäudes bei Schneelast nicht gewährleistet ist.

Turnverein hat die Party im Griff

Karl Schulz von der CSU betonte, dass die späte Anfrage bei der Stadt kein böser Wille gewesen sei. Grund war wohl schlichtweg die Unwissenheit des Vereins. Er zeigte sich überzeugt, "dass der Turnverein so eine Party im Griff hat".

Stephan Hadulla (Grüne) informierte, dass der Turnverein den Namen der Party mittlerweile von XXL-Abrissparty auf Abschiedsparty geändert habe. "Das ist ein seriöser Verein, der eine ordentliche Party machen wird."

Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sagte, dass es vor Kurzem in der Franz-Eyrich-Halle eine Party gegeben habe, die reibungslos verlaufen sei. Sie sah allerdings schon ein Problem in dem bereits groß angekündigten Namen "XXL-Abrissparty". "Wie bekommen wir das wieder aus den Köpfen?", fragte sie. Trotzdem sprach sie sich für die Feier aus.

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass es wichtig sei, "dass das Gebäude nach der Party so aussieht wie vorher. Sonst haben wir ein Problem mit dem Abrissunternehmen".

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Die TVT-Turnhalle wird im Winter abgerissen. (Foto: Archiv Artes)

"Das sind doch ganz normale Jugendliche"

Josef Kaiser (UW) meinte, dass bei einer solchen Party einfach nur genug Ordner da sein müssten. Außerdem könne man doch nicht grundsätzlich davon ausgehen, "dass da lauter Wahnsinnige kommen. Das sind doch ganz normale Jugendliche, die da feiern wollen".

Natürlich dürfen die Leute nicht kommen und sagen: "Nach der Party zerlegen wir die Halle." Doch davon gehe er auch nicht aus, betonte Thomas Stadler (Grüne). "Der Stadt sollte kein Schaden entstehen."

Robert Sattler (SPD) sprach sich für das Fest aus und forderte zugleich, "dass es mindestens zehn professionelle Security-Leute gibt".

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) betonte, dass sie vor der Diskussion den Namen in keinster Weise damit in Verbindung gebracht habe, dass Partyleute etwas rausreißen könnten aus der Halle. "Da rückt doch keiner mit dem Schlagbohrer an!"

Ordnungsamt hat alles im Blick

Manfred Bulka, der Leiter des Ordnungsamts, betonte, dass die öffentlich-rechtliche Seite nicht das Problem darstelle. "Da haben wir klare Vorgaben." Es dürfen nicht mehr als 650 Leute sein und pro 50 Gäste muss es eine Person vom Sicherheitspersonal geben.

Außerdem muss die Kohlbrennerstraße gesperrt werden. "All diese Dinge haben wir im Kreuz", betonte Bulka. Bei dieser Geschichte gehe es um die Frage, ob die Stadt die Halle hergeben will. "Ein Problem könnte die Schneelast zu der Zeit sein", gab er zu bedenken.

Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) stellte einen Antrag auf Ende der Debatte. Diesem wurde stattgegeben. Mit 21:3 Stimmen votierte der Stadtrat letztlich für die Abschiedsparty des Turnvereins. Sie soll am 25. November steigen. Mit den Abbrucharbeiten der Franz-Eyrich- und der Kurt-Binder-Halle wird Anfang 2018 begonnen. KR