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Traunreuter Hauptausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung dem Wunsch der Musikschule Traunwalchen zu

»Jeki-Projekt« soll um eine Jahrgangsstufe erweitert werden

Traunreut – Kinder grundsätzlich für die Musik zu begeistern und sie intensiv mit der Musik in Verbindung zu bringen ist das Ziel des sogenannten »Jeki-Projekts« (»Jedem Kind ein Instrument«), das seit nunmehr acht Jahren über die städtische Sing- und Musikschule Traunwalchen an der Sonnenschule Sankt Georgen und an der Grundschule Nord angeboten wird.

Foto: Symbolbild, pixabay

Derzeit nehmen rund 200 Kinder aus dem Traunreuter Stadtgebiet von der ersten bis zur vierten Klasse dieses kostengünstige Musikunterricht-Angebot wahr. Ab dem kommenden Schuljahr 2017/2018 soll das Projekt um eine fünfte Jahrgangsstufe erweitert werden. Darauf hat sich der Hauptausschuss in seiner Sitzung einstimmig verständigt. Den Vorschlag von Dr. Michael Elsen (CSU), das erweiterte Projekt auf zwei Jahre zu befristen, lehnte das Gremium mehrheitlich ab.

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Durch die Erweiterung des Projekts können Kinder aus dem Stadtgebiet, die auf weiterführende Schulen wie das Gymnasium oder die Realschule wechseln, ein weiteres Jahr das Angebot nutzen. Das gleiche gilt auch für Kinder mit Wohnsitz in Traunreut, die in der fünften Jahrgangsstufe zuziehen. Hier entscheidet die Schulleitung jedoch im Einzelfall über die Eignung und Teilnahme des Kinds am »Jeki«-Unterricht.

Der Unterricht ist mit nicht unerheblichen Kosten für die Stadt verbunden. Die Stadt bezuschusst jedes Kind durchschnittlich mit 218 Euro. Im laufenden Schuljahr rechnet die Kämmerei mit knapp 62 000 Euro. Für Erstklässler, die das »Jeki«-Angebot nutzen, kostet der Unterricht in Großgruppen mit bis zu zehn Kindern pro Kind 50 Euro im Jahr. Für Kinder der zweiten bis vierten Klassen kostet der Gruppenunterricht mit bis zu vier Kindern jährlich 200 Euro. Angeboten wird Unterricht in den Fächern Akkordeon, Violine, Cello, Querflöte, Trompete, Klarinette, Saxophon, Klavier und Gitarre.

Die Schulleitung der Musikschule hatte den Wunsch geäußert, das »Jeki«-Projekt auf die fünfte Jahrgangsstufe auszuweiten. Als Begründung führte die Musikschule an, dass sich damit die Wahrscheinlichkeit erhöhe, dass die Kinder länger Freude an ihrem Instrument hätten. Außerdem wies die Musikschulleitung darauf hin, dass der »Jeki«-Unterricht auch als Grundausbildung am Instrument gesehen werden könne: Der Lernfortschritt sei durch die Gruppengröße weit langsamer als im Regularunterricht. »Jeki«-Kinder würden deshalb mehr Ausbildungsjahre benötigen.

Bürgermeister Klaus Ritter appellierte, dem Wunsch der Schulleitung Folge zu leisten. Eine Erweiterung des Projekts sei zu begrüßen, weil der Musikunterricht nach der vierten Klasse sehr abflache und man damit den Bruch wieder auffangen könnte, so Ritter. Den Antrag von Dr. Michael Elsen, das erweiterte Angebot zunächst auf zwei Jahre zu beschränken, unterstützten nur die Sozialdemokraten Ernst Ziegler und Christian Stoib. Gretl Gineiger (Grüne) vertrat die Ansicht, dass man dem Wunsch ohne Weiteres zustimmen könnte. »Wenn sich keine Kinder mehr melden, läuft das erweiterte Projekt sowieso aus.«

Endgültig abgesegnet werden muss der Antrag der Musikschule noch vom Stadtrat in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag um 16 Uhr. ga