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»Jedes Tier hat seine eigene Würde«

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Für 25 Jahre Mitgliedschaft ehrte der Tierschutzverein (von links) Franz Kriz, Doris Baumgartner, Klara Franz, Lieselotte Heller, Sabine Schicker und Maria Dörfler (rechts). Zweite Vorsitzende Helga Steiner (zweite von rechts) gratulierte. (Foto: Buthke)

Traunstein – Rechenschaft über die Tätigkeit des Vereins und über das Geschehen in seinem Tierheim in Trenkmoos legte der Tierschutzverein Traunstein und Umgebung bei seiner Jahreshauptversammlung im Sailer-Keller ab. Oberbürgermeister Christian Kegel unterstützte die segensreiche Arbeit des Tierschutzvereins mit der Feststellung: »Das Tier ist ein Lebewesen, das seine eigene Würde hat.«


Mit Blick auf das Tierheim sagte Kegel, für ihn sei es völlig unverständlich, dass man solche Einrichtungen brauche, nur weil es Menschen gebe, die ihre Tiere einfach aussetzten. Andererseits sei das Tierheim ein absoluter Segen, wenn Tiere ausgesetzt würden oder Menschen aufgrund ihres Alter nicht mehr in der Lage seien, ihr Tier weiterhin zu versorgen. »Der Tierschutzverein ist das Gewissen der Tiere in unserer Stadt«, betonte das Stadtoberhaupt. Traunstein sei deshalb stolz auf den Tierschutzverein und sein Tierheim.

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Die Vorsitzende Elisabeth Tikal bezeichnete der Mitgliederstand mit 916 als zufriedenstellend. Im vergangenen Jahr seien 34 Abgängen (Austritte und Sterbefälle) 18 Zugänge gegenüber gestanden. Der Verein wolle diesem Abwärtstrend entgegentreten und fleißig Werbung machen, so Tikal. Sie lobte die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Tierheims und mit Ingrid Dietl von der Katzenobhut Baumburg als Außenstelle im nördlichen Landkreis.

Im vergangenen Jahr sei das neue Hundehaus mit Freilauf und Sichtschutz fertiggestellt und eingeweiht worden. Nun brauche man noch einen Schallschutz im Innenraum. Für Bäume, Sträucher und Hundehütten im Freilauf habe der Verein beim Tag der offenen Tür Spenden gesammelt. Nun stehe die Erweiterung des Katzenfreilaufs an. Sorgenkind sei die Quarantäne, die nicht mehr auf dem neuesten Stand sei. Sie sei das nächste Projekt, wenn wieder Geld da sei.

Der Tag der offenen Tür sei wieder ein großer Erfolg gewesen. Geboten habe man Essen und Trinken, Flohmarkt, Bücherflohmarkt, Informationsstand, Kindermalen und Kinderschminken. Einnahmen seien wiederum beim Stand auf dem Traunsteiner Christkindlmarkt erzielt worden. Für diese Aktionen suche der Verein stets Helfer.

Zusammen mit der zweiten Vorsitzenden Helga Steiner ehrte Tikal die Mitglieder Doris Baumgartner, Maria Dörfler, Klara Franz, Lieselotte Heller, Franz Kriz und Sabine Schicker für 25 Jahre Treue zum Verein.

Tierheimleiterin Anna Obermeier wies auf die Verantwortungslosigkeit derjenigen hin, die ihre Tiere einfach aussetzen. Trotzdem könne man sich glücklich schätzen, dass in unserem Gebiet nur sehr wenige Tiere ausgesetzt würden. Sie sprach sich deshalb für eine bundesweite Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für bestimmte Haustierarten aus, die in solchen Fällen zu einer schnellen Aufklärung erheblich beitragen könnte. Dies könne durch einen Chip oder eine Tätowierung geschehen. Zahlreiche Tiere blieben im Tierheim Trenkmoos, ohne dass sich ihr Besitzer je melde und das Tierheim ihn ausfindig machen könne.

2015 und 2016 seien von insgesamt 515 Fundtieren lediglich 86, also nicht einmal ein Fünftel, abgeholt worden. Um dieser Entwicklung entgegen zu arbeiten, poste das Tierheim jetzt über seine Facebook-Seite Bilder der abgegebenen Fundtiere, in der Hoffnung, dass sich diese über die sozialen Medien schneller verbreiteten und die Tiere so rascher wieder in ihr altes Zuhause zurückkämen.

Im Spätherbst steige die Zahl der abgegebenen Katzen an. »Eine generelle Kastrationspflicht gibt es leider noch nicht«, bedauerte Obermeier, die zugleich die Hoffnung aussprach, dass man diesbezüglich einen guten Schritt vorankomme.

Im Tierheim wurden 2016 insgesamt 191 Katzen, 29 Hunde, 62 Kleinsäuger, zehn Vögel und vier Reptilien als Fundtiere abgegeben. Von den 296 Fundtieren wurden lediglich 40 von ihren Besitzern wieder abgeholt. Von den 255 dem Tierheim übereigneten Tieren konnten 209 wieder an Tierfreunde abgegeben werden. Ferner wurden 149 Tiere vermittelt, die gar nicht erst ins Tierheim kamen.

Die Anzahl der vermittelten und abgegebenen Tiere betrug 2016 damit insgesamt 358. Am Jahresende 2016 setzte sich der Tierbestand im Tierheim von 91 Tieren aus 37 Katzen, sechs Hunden, sieben Kleinsäugern, 37 Vögel und vier Reptilien zusammen.

Neben den Spendern galt der Dank von Schatzmeister Herbert Steiner den 27 von 35 Kommunen des Landkreises, die sich für weitere fünf Jahre für die jährliche Pauschale von 50 Cent je Einwohner bei der Fundtierabrechnung entschieden haben. Die Zuschüsse der Städte und Gemeinden belaufen sich auf knapp 68 000 Euro.

Aus Spenden und Sammlungen erhielt der Verein 2016, ähnlich wie im Jahr zuvor, rund 119 000 Euro. Das Beitragsaufkommen betrug ca. 27 000 Euro. Kleinere Erbschaften brachten 34 000 Euro in die Kasse. Wegen der Bautätigkeit war die Mehrwertsteuerrückerstattung mit 53 000 Euro außerordentlich hoch. Die festen Einnahmen, mit denen der Verein rechnen könne, seien allerdings nur die Mitgliedsbeiträge und die Zuschüsse der Kommunen, betonte Steiner. Allen anderen Einnahmen würden sich von Jahr zu Jahr ändern. Den Ausgaben von rund 405 000 Euro standen im abgelaufenen Jahr 375 000 Euro an Einnahmen gegenüber.

Über die Aktivitäten der Jugendgruppe berichtete deren Leiterin Kathrin Hierstetter. Die Jugendgruppe trifft sich einmal im Monat und greift dabei verschiedene Themen auf wie zum Beispiel Aquarium, Vergleich »vegan/vegetarisch«, Nistkastenbau oder Kleintiere. Ein Ausflug führte zum Gut Aiderbichl, ein anderer zu einem Straußenhof in Schnaitsee. Für den Verkauf am Christkindlmarkt wurde Vogelfutter gemischt und gebastelt.

Vorgestellt wurde das Buch »Fell - Feder - Herz« von Evelyne Heimburg mit Tiergeschichten von 25 Autoren aus dem Chiemgau. Mit diesem Buch will sie den Tierschutz unterstützen. Darum geht der Verkaufserlös abzüglich der Druckkosten an das Tierheim in Trenkmoos. Bjr