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Jeder will Nahverkehr aber keiner fährt mit

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Traunstein. Wäre das Angebot attraktiv, dann würden es die Bürger auch annehmen. Das war die allgemein vorherrschende Meinung im Stadtrat bei der Diskussion um die Verbesserung des Nahverkehrs in Traunstein. Aktuell ging es darum, den derzeit verkehrenden Stadtbus durch eine Mischform aus Stadtbus und Rufbus zu ersetzen. Nach ausgiebiger Diskussion kam das Gremium überein, das von der Verwaltung ausgearbeitete Konzept eines Rufbussystems nicht weiter zu verfolgen.


Denkbar, so heißt es in dem Beschluss weiter, wäre auch der Einsatz von Ruf- oder Sammeltaxis bzw. sogenannten Flexibussen. Die Stadtverwaltung soll dazu mögliche Konzepte erarbeiten. Ermittelt werden soll auch, welche staatlichen Förderungen möglich sind. Zeitnah will sich der Stadtrat dann wieder mit dem Thema beschäftigen. Möglicherweise wird auch eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema beschäftigen soll. Die Anregung dazu kam von Wilfried Schott von den Grünen.

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Dass bei dem von der Stadtverwaltung ausgearbeiteten Konzept noch viele Fragen offen sind, räumte SPD-Sprecherin Ingrid Bödeker ein. Sie begrüßte die Ausarbeitung und betonte, man solle am Thema dranbleiben. Der Seniorenbeirat beschäftige sich schon seit eineinhalb Jahren damit. »Jeder sagt, man braucht den Nahverkehr, aber es fährt keiner mit«, klagte Bödeker. Das könne man nur ändern, wenn das System attraktiv genug ist.

Simon Steiner von der Traunsteiner Liste sprach sich auch dafür aus, ein attraktives System zu schaffen. Angesichts des, auf 145 000 Euro geschätzten, jährlichen Zuschussbedarfes schlug er vor, die Stadt solle selbst einen Kleinbus kaufen und ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung solle ihn fahren. Würde das im Halbstundentakt geschehen, würde vielleicht mancher Haushalt auf einen Zweitwagen verzichten. Das Experiment sollte man mindestens ein Jahr laufen lassen.

Den Halbstundentakt bezeichnete auch Burgi Mörtl-Körner von den Grünen als notwendig: »Der Bus muss regelmäßig und kostengünstig fahren.« Freilich befürchtete auch sie, dass der Rufbus von den Bürgern nicht angenommen wird.

Dass das Thema weiter vertieft wird, verhinderte Ernst Harrecker mit dem Antrag, darüber abzustimmen, was mit dem eingangs geschilderten Ergebnis geschah. -K.O.-