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Jeder Bauer hat bis zu fünf Traktoren auf dem Hof

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Immer weniger Bauern haben immer mehr Traktoren auf dem Hof. Kamen auf einen Bauern im Jahr 2011 noch vier Traktoren, so sind es heute fünf. Das geht aus den Zahlen des Landesamts für Statistik hervor. Im Landkreis Traunstein stieg die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen, wie die offiziell heißen, innerhalb von vier Jahren auf 8796 Stück.


Wenn es darum geht, wie viele Bauern aktuell im Landkreis Traunstein leben, hinkt die Statistik allerdings ein bisschen hinterher. Die Auswertung der landwirtschaftlichen Daten läuft sozusagen im Schneckentempo. Zwar wurde 2013 die letzte landwirtschaftliche Haupterhebung gemacht, aber ausgewertet ist diese noch nicht komplett.

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Das Kraftfahrt-Bundesamt ist da besser: 8796 Traktoren hat es für 2015 im Landkreis Traunstein notiert. Und kann auch sagen, wie die Entwicklung der letzten Jahre war: 2011 gab es noch 7948 Traktoren; 2012 waren es 8143. Im Jahr 2013 betrug die Zahl 8370 und im letzten Jahr waren 8592 Traktoren auf Achse.

Die Frage, ob die hiesigen Landwirte mehr oder weniger Traktoren brauchen als der deutsche Durchschnittsbauer, lässt sich aber trotzdem beantworten: 2011 hatten 2412 Bauern aus der Region 7948 zugelassene Zugmaschinen am Laufen, macht drei pro Person. Der bundesweite Durchschnitt lag damals bei vier. Trotzdem könnten es jetzt bei einem aktuellen Bestand von 8796 wohl noch mehr pro Person sein, denn wenn sich etwas verändert hat, dann ist die Zahl der Bauern gesunken.

Aber wahrscheinlich haben Bauern jetzt genug Traktoren. Die Traktorhersteller melden jedenfalls Rückgang im größten Absatzmarkt, sprich in Deutschland. Bis Ende Juni wurden bundesweit erst 19 057 Traktoren verkauft. Im regionalen Vergleich schneiden die ostdeutschen Bundesländer etwas schlechter ab. Für die zweite Jahreshälfte erwartet der Verband der Maschinenbauer und Anlagenhersteller, zu dem die Traktorenhersteller zählen, grundsätzlich die Fortsetzung des bisherigen Trends. Die Auftragseingänge der Hersteller deuten aber darauf hin, dass die Zulassungen in den nächsten zwei Monaten kurzfristig noch etwas besser ausfallen werden.

Ob der Traktorbestand bei sinkendem Bauernbestand weiter wächst, hängt davon ab, ob die Bauern alte Traktoren ausmustern oder bis zum Oldtimerdasein weiter betreiben. Das kann sich durchaus lohnen: Ein Lanz Eilbulldog D9531, Baujahr 1940, kostet heutzutage vollrestauriert schon mal 150 000 Euro – und ist dann der Hingucker auf dem Bulldogtreffen. zds

Blattl Sonntag Traunstein