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Jeden Tag eine gute Tat als Lebenseinstellung

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Stammesführer Christian Keller organisierte das Jubiläums-Zeltlager des »Schwarzen Mustang Achental«. (Foto: Giesen)

Grassau. Warum immer »runde« Jubiläen feiern? Der Pfadfinderstamm »Schwarzer Mustang Achental« feierte sein 44-jähriges Bestehen bei einem Zeltlager am Waldrand in Grassau. Vor elf Jahren war das 33-jährige Bestehen gefeiert worden, erzählte Christian Keller, Stammesführer und seit über 20 Jahren bei den Pfadfindern aktiv. Zum Jubiläum gab nun ein großes Zeltlager mit 44 Teilnehmern, an dem sich unter anderem auch Ferienkinder aus den Gemeinden des Achentals beteiligen konnten.


Seit Gründung des Pfadfinderstamms seien sie schon in allen Orten des Achentals gewesen, erzählte Christian Keller, aber nun sei Grassau schon lange »unsere Heimat«. In einer kleinen Ansprache würdigte er besonders die Gemeinde Grassau, die »uns immer voll unterstützt« und den Pfadfindern schon vor über zehn Jahren eine feste Unterkunft zur Verfügung stellte. Seit 2006 ist der »Schwarze Mustang Achental« in den Räumen des ehemaligen Jugendtreffs gegenüber der Volksschule untergebracht. Bevor es abgerissen wurde, durften sie das alte Rot-Kreuz-Häusl in Grassau nutzen. Am neuen Heim wollen sie nun auch den Schuppen vergrößern, um ihre Ausrüstung, zum Beispiel die Jurten und Zelte, besser unterzubringen.

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Im »Pfadiheim«, wie die Insider sagen, werden mindestens dreimal in der Woche Gruppenstunden für die verschiedenen Altersstufen der Pfadfinder abgehalten. Mit der Gruppe der ganz Jungen, ab frühestens sechs Jahren, den sogenannten »Wölflingen«, wird zunächst gebastelt, gespielt und Ausflüge unternommen, bis sie dann langsam selbst kleinere Aufgaben übernehmen können, anderen helfen und in die Pfadfindergruppe aufgenommen werden. »Die Jungen lernen von den Älteren«, ist das Motto, erklärt Christian Keller.

In Deutschland gibt es mehrere, religiös verschieden orientierte Pfadfindergruppen. Der »Schwarze Mustang Achental« gehört mit seinen rund 60 Mitgliedern zu dem überkonfessionellen »Bund Deutscher Pfadfinder«. Die »Kluft«, also Kleidung der Pfadfinder, die nur ein »fertiger« Pfadfinder nach seiner Zeit als »Wölfling« tragen darf, besteht aus einem blauen Hemd und einem gelbblauen Halstuch – die Tücher der Wölflinge sind nur gelb. In den Sommerferien hat der »Schwarze Mustang« bereits mit 21 Teilnehmern eine 14-tägige Wanderreise ins Baltikum unternommen, wobei der jüngste Teilnehmer 12 Jahre alt war.

Sollen die Pfadfinder auch noch heute jeden Tag eine gute Tat begehen, wofür sie früher berühmt waren? »Unsere Lebenseinstellung ist das schon«, sagt Christian Keller, wenn man diese Regel auch nicht unbedingt, unter allen Umständen wörtlich nehmen müsse. Zum kleinen Jubiläum wurde bei einem Lagerfeuer und Gegrilltem auch mit Gästen von anderen Pfadfinderstämmen noch lange gefeiert. gi