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Jede Menge Rottauer Themen kamen auf den Tisch

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Bei der Verleihung des Jugendförderpreises (von links): der Grassauer Bürgermeister Rudi Jantke, Feuerwehrkommandant  Karl  Huber und die Jugendwarte Philipp Stommel und Sepp Lackerschmid junior. (Foto: Adersberger)

Grassau – Mehrere Wortmeldungen von Bürgern hat es bei der Bürgerversammlung im Gasthaus Messerschmied in Rottau gegeben. Außerdem bekam die Jugendfeuerwehr Rottau bei der Veranstaltung einen Jugendförderpreis verliehen.


Bürgermeister Rudi Jantke sprach ausführlich über die Sanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule, den Gewerbepark, den Wertstoffhof und das Senioren- und Pflegeheim. Es gab aber auch genügend »Rottauer Themen«.

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Die Einwohnerzahl von Rottau beträgt aktuell 1103 – so hoch war sie noch nie. Die älteste Bürgerin in Rottau ist 101 Jahr alt. Erfreulich sind die Ergebnisse im Tourismus: In Rottau ist die Zahl der Gäste um zehn Prozent gestiegen, die der Übernachtungen sogar um über elf Prozent – das sind Werte, die deutlich besser sind als die von Grassau.

Der Bürgermeister lobte die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehr. Die Gemeinde hat für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses mit dem Kauf von zwei Grundstücken die wichtigste Voraussetzung geschaffen. Die Umsetzung dieses Planes ist für die Jahre 2019 und 2020 vorgesehen. Jantke sprach den letzten Brandeinsatz der Rottauer Wehr an. Der »Gruber Nussbaum« in landschaftlich exponierter Lage war Opfer eines Brandanschlags geworden. Der muss jetzt entsorgt werden. Nach Rücksprache mit dem Grundeigentümer wird dort ein neuer Baum gepflanzt.

Die gute Arbeit der Rottauer Feuerwehr würdigte Jantke mit der Verleihung des Jugendförderpreises 2016 für die Jugendfeuerwehr, die jetzt zehn Mitglieder zählt. Kommandant Karl Huber und die beiden Jugendwarte Sepp Lackerschmid junior und Philipp Stommel nahmen die Ehrung in Empfang.

In der Verleihungsurkunde heißt es: »In vorbildlicher Weise wird den Jugendlichen der Wert der Kameradschaft, verbunden mit dem Einsatzwillen zum Wohle anderer, vermittelt. Es wird ein wertvoller Beitrag zur Charakterbildung der Heranwachsenden geleistet.« Sepp Lackerschmid junior dankte für die Auszeichnung und blickte kurz zurück: 1996 sei die Jugendfeuerwehr von Sepp Lackerschmid senior gegründet worden. In dieser Zeit traten 48 Mitglieder zu den Aktiven über.

Jantke informierte weiter darüber, dass die Urnenwand im Friedhof Rottau fertiggestellt ist. In einer Wortmeldung beschwerte sich ein Besucher, dass einzelne Gräber in der Umgebung der großen Bäume durch die Wurzeln beschädigt werden. Der Bürgermeister versprach, sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Er kündigte außerdem an, dass der Bauausschuss demnächst den Spielplatz in Rottau besichtigen wird mit dem Ziel, Verbesserungen zu finden.

Im Eingangsbereich im Haus der Dorfgemeinschaft erhält Rottau einen Geldautomaten. Für den Anbau an den Vereinsstadel des Rottauer Trachtenvereins, der bereits im Rohbau fertiggestellt ist, gewährte die Gemeinde einen Zuschuss von 80 000 Euro. Die Anschaffung eines Loipenspurgeräts kam in der Bevölkerung sehr gut an. Alle waren begeistert von der Loipe nach Grassau und weiter ins Achental hinein.

An der Bürgerbefragung zum Senioren- und Pflegeheim nahmen nur zwölf Prozent der Einwohner teil, aber die Zustimmungsrate betrug 77 Prozent. Dazu sagte Jantke: »Das Altersheim ist auf dem Weg.« In einer Wortmeldung schlug eine Zuhörerin vor, in dem Seniorenheim verschiedene Wohnungsgrößen anzubieten, zum einen für Paare, zum anderen für Singles. Der Bürgermeister lobte diesen Vorschlag, auf den er in den kommenden Besprechungen zurückgreifen werde.

Ein großes Thema bei der Versammlung war die Bundesstraße 305. Positiv nahmen alle auf, dass nach vielen Versuchen endlich eine Drückampel zur Querung bei der Verkehrsinsel am Haus der Dorfgemeinschaft genehmigt worden ist. Die Kosten von 15 000 Euro übernimmt die Gemeinde. Die Neuasphaltierung der B 305 zwischen Grassau und Rottau im vergangenen Herbst sorgte durch die Unvernunft vieler Autofahrer für Ärger. Von 4. bis 15. Oktober ist eine neue Teerung von Bernau bis zur Landkreisgrenze geplant.

Für großen Unmut in der Bevölkerung sorgte ein Kahlschlag am Hügel entlang der Bundesstraße bei der Einmündung der Kreuzstraße. Dem »zuständigen Herrn« im Staatlichen Bauamt Traunstein war bei einem Anruf des Bürgermeisters die Aktion peinlich. Als Grund gab er an: »Die Arbeiter haben die Anweisung falsch verstanden.« Er bot eine Ersatzpflanzung an. Der Vorstand des Gartenbauvereins, Hans Kern, fand diesen Vorschlag nicht gut, denn die Sträucher würden wieder nachwachsen und Bäume brauche es dort nicht. Kern erklärte sich bereit, bei den neuen Planungen mitzuwirken.

Der Leiter des Museums Salz und Moor, Stefan Kattari, hielt ein kurzes Referat über das Museum. Das Salzmuseum enthält die einzige vollständig erhaltene Solepumpstation und zeigt die große Bedeutung des Salzes in vergangenen Zeiten beim Konservieren von Lebensmitteln. Das Moormuseum befasst sich mit der Kendlmühlfilzn. Heuer wird die Sonderausstellung »Fleischfressende Pflanzen« stattfinden.

Beim Thema Renaturierung des Moors forderte der Vorsitzende des Tourismus- und Heimatvereins, Hias Hofmann, dass die Hauptgräben zum See wie der Saliterbach gepflegt und ausgegraben gehörten, sonst sei die Gefahr von Überschwemmungen zu groß. Kattari versprach, gemeinsam diese Bäche zu besichtigen.

Der Feuerwehrkommandant verwies noch auf die Rauchmelderpflicht und empfahl Exemplare mit Zehn-Jahres-Batterien. ja