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»Jede Feuerwehr wird gebraucht«

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Die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen bildete den Schwerpunkt der Einsätze der Feuerwehren im Inspektionsbereich Traunstein Land 3 (östlicher Landkreis Traunstein). Nicht immer ging es für die Unfallbeteiligten so glimpflich aus, wie bei diesem Unfall am 24. September, bei dem zwei Personen leicht verletzt wurden und die Feuerwehr Pietling zur technischen Hilfe gerufen wurde.

Tittmoning – »Die Floriansjünger sind Multitalente und Mädchen für alles - auf die Feuerwehren ist hundertprozentig Verlass«, lobte Günter Wambach, Kreisbrandinspektor (KBI) im Inspektionsbereich Traunstein Land 3 bei der Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter, beim Dorfwirt in Asten. Wambach, zuständig für 20 Feuerwehren rund um den Waginger See, zollte den Wehren viel Lob: Bei den mehreren Hundert Einsätzen in diesem Jahr habe alles reibungslos geklappt.


Dabei wüssten die allerwenigsten Bürger, was hinter der vielfältigen Arbeit der Feuerwehren steckt und welche enormen Leistungen Tag für Tag erbracht werden, so Wambach. Vergessen werde, dass der Feuerwehrdienst im Landkreis Traunstein fast ausschließlich ehrenamtlich erbracht wird.

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Auf keine Wehr kann verzichtet werden

Immer wieder werde diskutiert, ob nicht weniger Wehren ausreichen und Zusammenlegungen möglich sind, denn damit würden die Kommunen Geld sparen. Wambach erteilte dazu eine Absage: »Jede Feuerwehr wird gebraucht, auf keine kann verzichtet werden!« Nur so könne die gesetzlich festgesetzte Hilfsfrist von zehn Minuten eingehalten werden. Die Arbeit der Floriansjünger sei im wahrsten Wortsinn unbezahlbar. Als Beispiel rechnete Wambach vor, dass die 24-Stunden-Einsatzbereitschaft für ein Löschgruppenfahrzeug mit neun Mann Besatzung 45 Personalstellen erforderlich mache. Dies würde jährlich Personalkosten von rund 2,5 Millionen Euro bedeuten.

Die Bandbreite der Einsätze im Inspektionsbereich in diesem Jahr sei vielfältig gewesen. Einige, teilweise schwierig zu löschende, Brände waren zu bekämpfen und auch bei Unwettern, wie dem Orkantief Niklas Ende März, waren die Feuerwehren stark gefordert. Schwerpunkt waren wieder die Verkehrsunfälle. Vor allem bei tödlichem Ausgang eines Unfalls seien die Feuerwehrler enormen psychischen Belastungen ausgesetzt, besonders wenn die Unfallbeteiligten aktive Feuerwehrmitglieder sind oder aus deren Familien- und Bekanntenkreis stammen, so Wambach. So auch bei einem schweren Verkehrsunfall bei Kay, nur wenige Hundert Meter vom Feuerwehrgerätehaus entfernt. Ein 23-jähriger Mann, der vielen Einsatzkräften bekannt war, erlag in der Klinik seinen schweren Verletzungen.

Sehr zufrieden zeigte sich der Kreisbrandinspektor mit der Zahl der Leistungsprüfungen, die in diesem Jahr deutlich höher als im Vorjahr war. 126 Floriansjünger legten die Leistungsprüfung »Technische Hilfeleistung« mit Erfolg ab. Im Vorjahr waren es nur 40 Teilnehmer. 154 Floriansjünger bestanden den Leistungstest »Löschen«, darunter viele junge Aktive, die ihre Feuerwehrkarriere gerade erst starten. Die Ausbildungszahlen in diesem Bereich sind auf konstantem Niveau; im Vorjahr absolvierten 144 Aktive den Leistungstest mit Erfolg.

Erfreuliche Entwicklung bei der Jugendleistungsprüfung

Als »sehr erfreulich« bezeichnete Wambach die Entwicklung bei der Jugendleistungsprüfung. Waren es im Vorjahr nur 43 Jugendliche, die die Anwärterprüfung bestanden, steigerte sich die Zahl auf 71. Damit wurde das bisherige Rekordjahr 2012 mit 73 Jugendleistungsabzeichen fast erreicht. Von 20 Feuerwehren im Inspektionsbereich fanden bei 16 Leistungstests statt. 53 junge Feuerwehrler schlossen die Truppmannausbildung bei Lehrgängen in Wonneberg und Kay erfolgreich ab. Höhepunkte des Ausbildungsprogramms waren der Fachlehrgang »Technische Hilfeleistung«, den 24 Teilnehmer erfolgreich abschlossen, ebenso ein Fahrsicherheitstraining, eine Übung mit dem Gefahrgutzug der Deutschen Bahn und die Schulung an einem Sondersignalfahrtrainer, an dem 45 Floriansjünger ihre Reaktion bei Einsatzfahrten mit Martinshorn und Blaulicht testeten.

Deutlich verbessert hat sich die Raumsituation bei der Feuerwehr Otting durch einen Anbau am Gerätehaus. Personelle Veränderungen gab es bei der Feuerwehr Nirnharting. Dort wurde Wolfgang Sedlmayer zum 1. Kommandant und Robert Häusl zum 2. Kommandant gewählt. Bei der Feuerwehr Wonneberg heißt der neue Akivenchef Andreas Abstreiter, sein Stellvertreter ist Helmut Helmberger. Bei der Feuerwehr Freutsmoos wurde Manuel Angerbauer zum 2. Kommandant gewählt.

Kreisbrandmeister Hans Heinrich freute sich über die große Zahl von 133 Jugendlichen, die sich am Wissenstest der Feuerwehrjugend beteiligten. Auch kündigte er an, dass der nächste Kreisjugendfeuerwehrtag am 9. Juli in Petting stattfindet. Dort feiert die Jugendfeuerwehr Jubiläum, weshalb sich die Wehr um die Ausrichtung bewarb.

Schupfner: Gute und hervorragende Arbeit

Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner würdigte die Floriansjünger für ihren ehrenamtlichen Dienst und engagierten Einsatz zugunsten des Gemeinwohls. »Die Feuerwehren leisten gute und hervorragende Arbeit. Bei Brandunglücken, technischer Hilfe und Katastrophen sind wir auf die fachmännische Hilfe der Feuerwehren angewiesen.« Der wünschte und hoffe, dass die Schlagkraft der Wehren erhalten bleibt, was aufgrund der demografischen Entwicklung alles andere als einfach sei.

Polizeihauptkommissar Walter Schneidermeier, Leiter der Polizeiinspektion Laufen, würdigte die Feuerwehren für die kollegiale und kameradschaftliche Zusammenarbeit mit der Polizei. »Die vielfältige Unterstützung der Feuerwehr bei vielen Anlässen und Einsätzen ist für die Polizei unerlässlich.« Es sei beruhigend, mit den Feuerwehren einen verlässlichen Partner zur Seite zu haben. pv

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