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Jahrelanger Streit um Baugrundstücke zu Ende

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Schon seit Jahren zieht sich das Verfahren um zwei Bauplätze hin, die hier in der Hanglage am Ortsausgang von Feichten geschaffen werden sollen. Auch der Bauausschuss war hier bereits vor längerer Zeit bei einem Ortstermin, um sich die Situation in natura anzuschauen. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Die beiden geplanten Häuser am hängigen Ortsende von Feichten in Richtung Doblbach können, wenn es nach dem Willen des Gemeinderats geht, gebaut werden. Seit Jahren laufen oberhalb der Grundstücke gelegene Anwohner Sturm gegen die Bebauung, weil sie dadurch eine Instabilität des Hangs befürchten. Mit einem eigenen Gutachten sieht die Gemeinde ein Gutachten der Nachbarn widerlegt, sodass der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig den Billigungs- und Auslegungsschluss für die notwendige Flächennutzungsplanänderung beschlossen hat. Damit geht das jahrelange Verfahren jetzt wohl in die Endphase.


Die Marschrichtung hin zu einer Genehmigung – Antragsteller waren zwei Feichtener – hatte bereits der Bauausschuss vorgegeben. Er hatte bereits im Herbst vergangenen Jahres grünes Licht für die weitere Abwicklung des bereits parallel zum Flächennutzungsplanverfahren laufenden Bebauungsplanverfahrens gegeben. Denn das von der Gemeinde in Auftrag gegebene Gutachten, die Hangsicherheit betreffend, hatte nach Überzeugung des Bauausschusses das von den Anliegern vorgelegte Gutachten widerlegt – mit der Erkenntnis, dass, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen vorausgesetzt, die Stabilität des Hangs durch den Bau der zwei geplanten Häuser nicht gefährdet sei und dass die Standsicherheit der darüber liegenden Häuser dadurch nicht beeinträchtigt werde. Ein weiterer Punkt, der im Feichtener Hangbereich generell gilt, ist die Ableitung des Oberflächenwassers. Hier gab es immer wieder Probleme, wie auch Bürgermeister Herbert Häusl bei der Sitzung einräumte. Jedoch steht nach Meinung der Gemeinde auch dies einer Bebauung nicht im Wege. Gleichwohl stellte er fest, dass die Gemeinde in Anbetracht der Gesamtsituation, die Oberflächenentwässerung betreffen, »irgendwas machen muss«. Ob die Gemeinde, sollte dennoch etwas passieren, möglicherweise Regressansprüchen ausgesetzt sei, wollte Georg Huber wissen. Dies schloss Häusl aus: »Wenn es der Gutachter sagt, dann ist es so«, meinte er, fügte dann aber doch noch ein »wahrscheinlich« an. Letztlich aber gab sich Häusl überzeugt: »Die Gemeinde wird nicht dafür haften.«

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Im Rahmen des Flächennutzungsplanverfahrens hatten sich verschiedene Fachstellen geäußert, ohne wesentliche Bedenken oder Anregungen vorzubringen. Allerdings gab es einen Hinweis auf eine mögliche alte Hausmüllablagerung in Richtung Zözenberg. In dieser Sache hatte das gemeindliche Bauamt herausgefunden, dass diese alte Ablagerung doch ein ganzes Stück von der geplanten Baufläche entfernt liegt, somit darauf keine Auswirkungen haben werde. Für den Bau muss auch eine Ausgleichsfläche zur Verfügung gestellt werden, etwa 1000 Quadratmeter groß. Dies sei gleich im Anschluss an die Baugrundstücke möglich. Dazu brachte Georg Huber die Anregung vor, doch solche Ausgleichsgrundstücke möglichst an Bächen auszuweisen, weil man dadurch gleich die Gewässersituation verbessern könnte. Dies sei in dem Fall nicht mehr möglich, meinte Häusl dazu. So fasste der Gemeinderat dann nach etwa 20-minütiger Darlegung von Gutachten und Gegengutachten den Beschluss, die Flächennutzungsplanänderung zu billigen und den Plan noch einmal öffentlich auszulegen. he