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Jahnstraße wird keine Fahrradstraße

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Trotz einer aufwendigen Verkehrszählung des Arbeitskreises Verkehr die belegt, dass die Jahnstraße in Traunreut als Fahrradstraße ausgeschildert werden könnte, hat der Hauptausschuss den Antrag des Arbeitskreises erneut abgelehnt. Durch die Beschilderung hätten die vielen Radler, die täglich die Straße nutzen, bestimmte Vorrechte. (Foto: Rasch)

Traunreut – Ein erneuter Antrag des Arbeitskreises Verkehr, die Jahnstraße in Traunreut, die zum Freibad und zu den Sportanlagen führt, als Fahrradstraße zu beschildern, stieß im Hauptausschuss abermals auf keine Gegenliebe. Das Gremium lehnte den Antrag in der Jahresschlusssitzung ohne Diskussion mit großer Mehrheit ab und schlug sich auf die Seite der Polizei. Die Behörde stellt infrage, dass durch die Anordnung einer Fahrradstraße eine tatsächliche Verbesserung der Verkehrsabläufe eintreten wird.


Der Antrag, die Jahnstraße zur Fahrradstraße zu erklären und damit eine Verbesserung der Situation für Radfahrer herbeizuführen, wurde aus den selben Gründen schon einmal abgelehnt. Damals hatte die Verkehrsbehörde des Landratsamts darauf hingewiesen, dass eine Fahrradstraße nur in Betracht käme, wenn der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart sei.

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Daraufhin machte sich der Arbeitskreis Verkehr die Mühe und zählte an einem Dienstag von 5.15 bis 23.35 Uhr – 1178 Radfahrer, 191 Autos, 36 Motorräder und zwei Lastwagen. Der Arbeitskreis geht auch davon aus, dass die Zahl der Radler in der Badesaison erheblich höher sein dürfte. Das eindeutige Ergebnis, dass der Radverkehr dort die vorherrschende Verkehrsart ist, hatte den Arbeitskreis dazu bewogen, den abgelehnten Antrag erneut zu bekräftigen.

In dem Antrag forderte der Arbeitskreis, die Jahnstraße vom Traunring bis zum FC-Parkplatz als Fahrradstraße zu beschildern, Radlern das Vorrecht gegenüber Kraftfahrzeugen einzuräumen. Um den Anliegern, den Besuchern des Freibads, des FC-Platzes, der TuS-Halle und den Schäferhundefreunden die Zufahrt mit Kraftfahrzeugen weiter zu ermöglichen schlugen die Initiatoren vor, die Straße mit dem Zusatzzeichen »Kfz frei« zu kennzeichnen.

Dabei verwiesen sie auf das Radverkehrshandbuch der obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Inneren, in dem es heißt, dass mit Fahrradstraßen den Kommunen ein Instrument zur Verfügung stehen würde, den Radverkehr auf wichtigen Routen zu bündeln. Mit dem Verkehrszeichen werde die gesamte Fahrbahn als Sonderweg für Radfahrer ausgewiesen. Durch Zusatzzeichen zugelassener Kfz-Verkehr (zum Beispiel Anliegerverkehr) müsse auf Radler besondere Rücksicht genommen werden.

Die Fachbehörde der Polizei erklärte, dass die Anordnung einer Fahrradstraße aus polizeilicher Sicht zwar möglich wäre, aber eine tatsächliche Verbesserung für Sicherheit oder Flüssigkeit des Verkehrs fraglich sei. »Im vorliegenden Fall ist mir nicht bekannt, dass es Konflikte zwischen den verschiedenen Verkehrsarten gäbe, die durch die Einstufung als Fahrradstraße beseitigt oder gemildert werden könnten«, heißt es in der Stellungnahme des Sachbearbeiters. Es müsse auch zukünftig Kraftverkehr aller Art per Zusatzzeichen erlaubt sein.

Dem entsprechend werde es mit oder ohne Zeichen »Fahrradstraße« immer Konflikte zwischen Fußgängern, Radfahrern und Kraftfahrern geben. Ändern würde sich nur, dass in der Fahrradstraße die Radfahrer bestimmte Vorrechte genießen würden, wie zum Beispiel nebeneinander zu fahren und die Autofahrer laut gesetzlicher Bestimmung Rücksicht nehmen müssten. ga

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