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Jäger der Nacht und Wahrzeichen der Weisheit

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Auch der Eulenexperte Professor Wolfgang Scherzinger zeigte sich begeistert von der Ausstellung im Museum Klaushäusl. (Foto: T. Eder)

Grassau – Eine sehenswerte Sonderausstellung über Eulen mit vielen Exponaten wurde im Museum »Salz und Moor« im Klaushäusl eröffnet. Sie ist bis Ende Oktober geöffnet. Eine fachlich fundierte Einführung bot Professor Wolfgang Scherzinger bei der Eröffnung der Ausstellung.


Bürgermeister Rudi Jantke dankte als Hausherr den Organisatoren, allen voran Dr. Klaus Thiele, der zum Ende des Jahres die Museumsleitung aufgeben will. Zwölf Sonderausstellungen habe Thiele in seiner Zeit als Museumsleiter organisiert und damit immer für eine große Bereicherung in der Museumssaison gesorgt. Man habe in Stefan Kattari jun. eine gute Nachfolge gefunden.

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Zu den Exponaten erklärte Thiele, dass einige Leihgaben aus dem Bayerischen Nationalmuseum und der zoologischen Staatssammlung seien. Auch Christiane Giesen überließ ihre umfangreiche Sammlung an Eulen für die Ausstellungsdauer dem Museum. Großes Lob sprach er den Schülern der sechsten Klasse der Mittelschule Grassau aus, die mit Bildern und Collagen die Ausstellung bereichern.

Wie die Kommunikation der Eulen im Dunklen funktioniere, verdeutlichte Professor Dr. Scherzinger und imitierte dazu die Gesänge mehrerer Eulenarten. Neben der Akustik diene auch ihr Aussehen der Verständigung. Da Eulen nachts auf Beutefang gehen, müssen sie auch besonders gut sehen. Punktgenau könne die Eule mit ihrem hervorragenden Gehör die Beute orten und im geräuschlosen Flug das Opfer greifen. Interessant war zu erfahren, dass Eulen Beutedepots anlegen, sowohl im Winter als auch für die Brutzeit. Einige Eulenarten entscheiden je nach Futterlage, wie viele Nachkommen sie erbrüten. Wenn es viele Mäuse gibt, ziehen sie auch mehr Jungvögel auf. Wie Scherzinger weiter erklärte, gebe es in Europa 13 Eulenarten. Zehn davon würden auch in unserer Region leben. Die größte Eulenart sei der Uhu und die kleinste der Sperlingskauz. Alle Eulen bis auf den Waldkauz stehen auf der Roten Liste. »Eulen brauchen Freunde, wir sollten sie nicht im Regen stehen lassen«, bat abschließend der Experte.

Dem schloss sich auch Dr. Klaus Thiele an, der ebenfalls auf die Gefährdung der Eulen hinwies. Alte Obstbäume seien als Nistplätze sehr wichtig. In der Ausstellung konnte man viel Interessantes an großen Schautafeln nochmals nachlesen. Imposante Tierpräparate und das Skelett einer Eule sind ebenfalls zu sehen. Daneben wird in der Ausstellung auf den Lebensraum und die Bedrohung der Nachtvögel eingegangen. In einer Computeranimation kann man die Rufe der Eulen hören.

Die Ausstellung »Eulen – Symbole der Weisheit, Jäger der Nacht« ist täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr bis Ende Oktober im Museum Klaushäusl zu sehen. tb