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Ja zur Teilnahme am Digitalfunk-Probebetrieb

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Kirchanschöring. Erstteilnahme der Gemeinde Kirchanschöring am erweiterten Probebetrieb Digitalfunk – Ja oder Nein? Mit dieser Frage setzte sich der Gemeinderat Kirchanschöring auseinander. Was von einigen ohne zu zögern mit »Ja« beantwortet werden konnte, bereitete einigen Ratsmitgliedern eher Bauchschmerzen. Letztlich entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich für die Teilnahme am Probebetrieb.


Feuerwehr-Kommandant Johann Kirchhofer berichtete dem Gremium, momentan laufe der Feuerwehrfunk auf Analog-Betrieb. Da die Alarmierung von Traunstein aus erfolge und Kirchanschöring topografisch so weit unten liege, könne es passieren, dass es zu Funkproblemen bei der Alarmierung komme. Bei schlechtem Wetter funktioniere die Funkverbindung teils gar nicht mehr. Dies könne sogar so weit gehen, dass die Feuerwehr ihre Fahrzeuge erst raus fahren müssten, um überhaupt einen Funkkontakt zur Leitstelle zu bekommen. Bei größeren Einsätzen, wie beim Hochwasser, sei man auch sehr schnell mit dem alten Funk überlastet. Die Feuerwehren, so Kirchhofer weiter, würden gerne teilnehmen am Probebetrieb. Bei dem Probebetrieb würden Geräte ausgeliefert werden, welche man dann testen könnte und bei Fehlern könne man diese nachjustiert lassen. Die Kosten fielen so nicht auf die Gemeinde zurück. Bei der Nichtteilnahme müssten die Kosten so aber voll und ganz die Gemeinde tragen. »Von der Sprachqualität ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht«, sagte Kirchhofer abschließend.

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Guido Hillebrand meinte »Warum fragt man jetzt die Gemeinde? Davor wurde auch nicht gefragt, ob man überhaupt einen Digitalfunk will!« Außerdem höre es sich ziemlich befremdlich an, wenn es nun heiße: Mach mit und du bekommst eine Vergünstigung.

Bürgermeister Hans-Jörg Birner sagte, man könne einen Probebetrieb nicht vorschreiben. Weiter meinte er: »Diese Vergünstigung zu bewerten steht mir nicht zu. Aber als Gemeinde sollten wir diese Vergünstigung auch mitnehmen.« Auch die meisten Nachbargemeinden hätten für den Probebetrieb gestimmt. Der Leiter der Polizeiinspektion Laufen, Walter Schneidermeier, erklärte dem Gremium: »Jetzt wird ausgetestet und so kann man sehen, welche Löcher noch gestopft werden müssen.« Richtung Norden hätten schon viele Polizeien den Digitalfunk. Auch bei der Polizei gebe es Nester, wo es mit dem alten Funk Probleme gibt mit der Verbindung.

»Ich persönlich fühle mich da erpresst«, sagte Hubert Josef. »Ich soll jetzt da zusagen und in Wirklichkeit will ich das gar nicht.« »Es ist natürlich eine politische Heuchlerei, dass man 10 Prozent mehr bekommt, wenn man gleich mitmacht«, sagte Franz Niedermayer aber technisch sei es die Zukunft. Auch Hermann Gschirr sprach sich gegen den Digitalfunk aus und war der Ansicht, dass dieser Funk mit Sicherheit nicht gesundheitsfördernd sei. Und die Richtwerte seien eh so gemacht, dass sie passen. Alles, was technisch machbar sei, sollte man auch nicht machen und wenn man für den Probebetrieb sei, sei man auch für den Digitalfunk. Bürgermeister Birner erwiderte, dass man hier ja nicht allgemein über den Digitalfunk abstimme und wenn der Digitalfunk so und so komme, dann sollten die Feuerwehren auch die Möglichkeit haben ihn auszuprobieren.

Hans Armstorfer war der Ansicht, wenn der Funk komme und die Masten so oder so senden würden, sei man eh bereits dem »Elektrosmog« ausgesetzt. Um die Zweifel der Schädlichkeit zu zerstreuen, erzählte Heinrich Wallner, er sei vor zwei Jahren in Tirol zu Besuch gewesen, wo bereits seit einigen Jahren der Digitalfunk in Betrieb war. Dort gebe es keine Erkenntnisse, dass es schädlich sei. Herbert Babinger meinte, die Einführung des Digitalfunks sei zwar politisch schlecht gelaufen, aber aufgrund beruflicher Kenntnisse habe er da keine Sorgen. Herbert Wallner ging sogar so weit und meint: »Wer gegen den Digitalfunk ist, ist auch gegen die Sicherheit.« Allerdings bestreite er nicht, dass die Einführung wirklich schlecht gelaufen sei. Was bei vielen Räten für Widerspruch sorgte.

Bei vier Gegenstimmen entschied sich das Gremium schlussendlich für die Teilnahme am Probebetrieb. Bürgermeister Hans-Jörg Birner sagte nach der Entscheidung, dass es natürlich nicht vertrauensfördernd sei, wenn man sogar den Bürgermeistern verbiete, in den nichtöffentlichen Sitzungen darüber zu sprechen. kmz

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