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Ja zur Hallenbad-Umnutzung in Unterwössen

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So soll das alte Hallenbad nach den abgeschlossenen Umbau- und Sanierungsmaßnahmen aussehen. (Repro: intec Architektur)

Unterwössen – Laut Bürgermeister Ludwig Entfellner war es »ein starkes Signal«: Der Gemeinderat von Unterwössen hat in der jüngsten Sitzung einstimmig dem Gesamtkonzept zur Umnutzung des stillgelegten Hallenbads samt der Kostenschätzung von 5,9 Millionen Euro in sieben Bauabschnitten zugestimmt. Damit hat die Gemeinde einen Riesenschritt zur Realisierung seines neuen gesellschaftlichen und kulturellen Zentrums getan.


Der Gemeinderat hatte bereits im vergangenen Jahr die Fortführung des 1974 gebauten und 2012 in Insolvenz gegangenen Hallenbads ausgeschlossen. Ein Abriss kam nicht infrage, weil die Bausubstanz als »erhaltenswert« eingestuft wurde. Zudem werden 60 Prozent des Gesamtbestands von rund 3500 Quadratmetern durch teilweise gemeindeübergreifende Aktivitäten (Kinderbetreuung, Tanz und Gymnastik, Dorfsaal, Sportschützen und Gastronomie) täglich genutzt.

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Seither hatten sich die Gemeinde, Bürger, Nutzer und Planer mehr als ein Jahr mit einer sinnvollen und für alle Beteiligten zufriedenstellenden Umnutzung des Gebäudes beschäftigt. Die einzelnen Planungsschritte waren jeweils mit Architekt Toni Entfellner von der Firma Intec weiterentwickelt und mit dem Gemeinderat abgestimmt worden.

Jetzt standen eine grobe Kostenschätzung und die möglichen Bauabschnitte auf der Tagesordnung, um Zuschüsse nach dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm zu beantragen. Nach Aussage von Bürgermeister Entfellner steht die Regierung dem Projekt wohlwollend gegenüber. Grundsätzlich seien Zuschüsse von 60 Prozent möglich.

Erster Bauabschnitt könnte 2016 starten

Den ersten Bauabschnitt mit dem Rückbau der Schwimmbadtechnik sowie mit Boden, Geländer und Bestuhlung hat Architekt Entfellner für 2016 mit Bruttokosten von 428 000 Euro und einem möglichen Gemeindeanteil von 171 000 Euro angesetzt. Im Jahr 2017 könnte der zweite Bauabschnitt mit Heizung, Brandschutzmaßnahmen und Aufzug für 810 000 Euro (Gemeindeanteil 324 000 Euro) erfolgen und für 2018 der dritte Bauabschnitt mit dem Umbau der Sauna und der Außenraumgestaltung für die Kinderbetreuung sowie die Umgestaltung Gymnastik im Obergeschoß für 734 000 Euro (Gemeindeanteil 294 000 Euro).

Die höchsten Kosten von 1,38 Millionen Euro (Gemeindeanteil 550 000 Euro) würden laut Planer 2019 im vierten Bauabschnitt mit dem Bau des Sanitärblocks und der Küche, der Tourist-Info Achental sowie der Umgestaltung Dorfsaal/Schützen im Obergeschoß anfallen. Der Neubau des Restaurants samt WC im Keller und die Gestaltung des gesamten Außenbereichs wären dann 2020 für 785 000 Euro (Gemeindeanteil 314 000 Euro) im fünften Bauabschnitt zu bewerkstelligen.

Im sechsten Bauabschnitt 2021 sind der Rückbau des Restaurantbereichs, der Kellerausbau und die Außenanlagen mit Biergarten für 497 000 Euro (Gemeindeanteil 199 000 Euro) vorgesehen. Zuletzt kämen 2022 im siebten Bauabschnitt der Umbau und die Sanierung des heutigen Hallenbades samt Eingangsbereich und die Fassadengestaltung für 1,31 Millionen Euro (Gemeindeanteil 522 000 Euro) an die Reihe.

Bei Förderprogrammen »zweigleisig fahren«

In dieser Kostenschätzung sind laut Planer die Aufwendungen für Baumaßnahmen, Haustechnik, Freianlagen und Möblierung sowie die Planungs- und Genehmigungskosten enthalten. Ausdrücklich betonte er, »dass bei der heutigen Kostenschätzung die Flexibilität der Zahlen noch sehr hoch ist«. Und auch der Rathauschef sah in der Festlegung der Bauabschnitte »vorerst nur einen groben Rahmen«.

In diesem Zusammenhang informierte Geschäftsleiter Thomas Müllinger das Gremium über ein erst wenige Wochen altes kommunales Investitionsprogramm, das für Unterwössen passen könnte. Danach seien Förderungen von bis zu 90 Prozent möglich. Man werde die Konditionen ausloten, um bei den Zuschüssen eventuell zweigleisig fahren zu können.

Alle Gemeinderäte standen dem Konzept grundsätzlich positiv gegenüber. »Es ist zwar ein Haufen Geld, aber wir sollten es machen«, sagte Claudia Schweinöster (OWG). »Wenn alles so läuft, wie es momentan ausschaut, könnten wir es stemmen«, meinte auch der Bürgermeister. Er sieht in dem Projekt einen wichtigen Baustein für die Zukunft des Ortes, wofür es natürlich auch einiger Anstrengungen bedürfe.

Zweiter Bürgermeister Barthl Irlinger (OWG) und Mathias Schweigl (CSU) plädierten sogar für eine Zusammenlegung mehrerer Bauabschnitte, um Kostensteigerungen zu umgehen und eine Dauerbaustelle von sieben Jahren zu vermeiden. Zur Kostenersparnis regte Dr. Manfred Enzinger (Freie Wählergemeinschaft) eine Solartechnik auf dem Dach an und Toni Aberger (CSU) die finanzielle Beteiligung der auswärtigen Nutzer.

»Wir sollten flexibel bleiben«

»Grob gesehen« sei das Projekt nach Meinung von Sandra Sonntag (Wählervereinigung) wohl zu schultern. Allerdings warnte sie vor möglichen ausufernden Betriebskosten, für die es keine Zuschüsse gebe. Sie hielt deshalb ein Finanzierungskonzept vorab für unerlässlich. Dem widersprach Schweinöster: »Angesichts der vielen künftigen Unwägbarkeiten, wie beispielsweise Zinsen und Heizkosten, sollten wir flexibel bleiben.«

Beruhigt zeigten sich die Gemeinderäte über die Risikominimierung im gefassten Beschluss. Danach werden die Maßnahmen nur vorbehaltlich ihrer Finanzierbarkeit durchgeführt und vor den einzelnen Bauabschnitten immer neu geprüft. bvd

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