»Ja, wenn's denn sei muass!«

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Auf dem Misthaufen gaben sich Josefine Paula Grammeschmoiz-Stuzn (Josef Gröbner jun.) und Anterus von Hoizschneider (Anna Pastötter) zur Surstreich (Mitte) das Jawort. Während der Pfarrer (Sebastian Schuhegger) das Paar vermählte, testete der Mesner (Sabine Plößl) immer wieder den Messwein. (Fotos: Zehentner)
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Bei nass-kaltem Wetter zog die Hochzeitsgesellschaft zur Trauung.

Petting – »Lieber Anterus, Hacker des Holzes vor meiner Hütte, Verehrer meiner Weiblichkeit«, sagte die Braut Josefine Paula Grammeschmoiz-Stuzn (Josef Gröbner jun.), bei ihrem Eheversprechen in Schönram. Mit einem »Ja, wenn's denn sei muass!« nahm sie ihr Bräutigam Anterus von Hoizschneider zur Surstreich (Anna Pastötter) zur Ehefrau. Viele Gäste waren gekommen, um zusammen mit dem »glücklichen Brautpaar« Faschingshochzeit zu feiern.


»Liebe Josefine Paula Grammeschmoiz-Stuzn, bist du gewillt den hier anwesenden Anterus von Hoizschneider zur Surstreich zu deinem Manne zu nehmen? Ihm untertänigst zu jeder Tages- und Nachtzeit Bier, Schweinsbraten und alles ähnlich Wohltuende im Überfluss zur Verfügung zu stellen? Und dich immer deinem Hausmann hinzugeben, egal in welchem körperlichen oder geistigen Zustand er ist? So antworte mit: Ja, wenn’s denn sein muass!«, sagte der Pfarrer (Sebastian Schuhegger) bei der Trauung an die Braut gewandt. In schönster Atmosphäre, auf dem Misthaufen des Aussiedlerhofs Kroißei, gab die Braut ihrem Bräutigam das Jawort.

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Auch beim Bräutigam versicherte sich der Pfarrer, ob er gewillt sei, die Braut zu seiner Frau zu nehmen. Sie zu seinem untertänigsten Weibe zu nehmen und ihr sämtliche nur vorstellbaren Befriedigungen zu ermöglichen. »So schwa es dir auch fallen möge«, nuschelte der Pfarrer, mehr zu sich selbst, ins Mikrofon, »ihr ein ostantiger ähhh anständiger Mann zu sein!« Und ob er ihr und ihren neun mitgebrachten Kindern, »von zweifelhafter Herkunft«, ein gut erziehendes Familienoberhaupt sein und ihnen ein zu Hause bieten wolle, hakte der Geistliche nach. »Auch wenn du de mehra Zeit beim Wirt hucka weast!«

Nach den herzergreifenden Eheversprechen der Brautleute, wo die Braut unter anderem ihrem Bräutigam versicherte, dass sie sich ihn begehrend mit ihrem Körper hingeben werde, bis dass der Schlag sie an der Bar treffe, tauschten die Brautleute als Zeichen ihrer Liebe Zigaretten aus und zündeten sie an. Nach einem »Oh Herr, segne diese Ringe im Namen des Faschings und des Saufens und des geistreichen Weines, Amen« des Pfarrers durfte der Bräutigam seine frisch gebackene Ehefrau küssen.

Die Verwandtschaft las anschließend Fürbitten vor wie »Lass den Alkoholpegel der Braut niemals absinken, damit sie nicht merkt, was für einen Trampe sie geheiratet hat!« oder »Lass uns am morgigen Tage befreit sein von Erbrechen, Kopfweh und jeglicher Übelkeit!«. Somit war die Trauung vollzogen und gemeinsam machte sich die Hochzeitsgesellschaft wieder auf den Weg zum Schönramer Bräustüberl.

Leberkastanz im Bräustüberl

Trotz der Kälte und des Schneeregens waren zahlreiche Zuschauer gekommen, um dem Spektakel in Schönram beizuwohnen. Mit einem Pilsempfang fing die Faschingshochzeit des Burschen- und Arbeitervereins Petting beim Bräustüberl in Schönram an. Anschließend wurde für die Trauung zum Misthaufen marschiert. Nachdem man wieder im Bräustüberl angekommen war, gab es die Begrüßung und erste Tanzrunde, dann wurde der Senf abgeschmeckt und der Leberkas angeschnitten, danach gab´s den Leberkastanz.

Nachdem die Hochzeitsgesellschaft bestens gespeist hatte, fuhr man mit den Ehrentänzen fort. Anschließend fanden das »Weisad« des Brauttisches, weitere Ehrentänze mit Brautstehlen und das Weinstüberl statt. DJ-Viech sorgte zu später Stunde für die richtige Musik zur Faschingshochzeit. kmz

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