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»Ist unser System marode?

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Reit im Winkl. Die aktuelle Situation am Weitsee im Hinblick auf die Amphibienwanderung, die Häufigkeit der Straßenreinigung, und die teils massiven Ausfälle der Straßenbeleuchtung im vergangenen Winter – das waren drei wichtige Themen im Rahmen der diesjährigen Reit im Winkler Bürgerversammlung. Über 200 Bürger waren dazu in den Festsaal an der Tiroler Straße gekommen. Ihnen war nach dem umfangreichen Jahresrückblick durch Bürgermeister Josef Heigenhauser die Gelegenheit zu Fragen und Anregungen gegeben worden.


Zunächst war es Altlandrat Jakob Strobl vorbehalten, nach der Kommunalwahl dem Gemeinderat für die vergangenen sechs Jahre sein großes Lob zu zollen. Außerdem erachtete er es als überaus positiv, dass mit Bürgermeister Josef Heigenhauser »endlich« auch wieder ein Reit im Winkler in den Kreistag gewählt worden war.

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Georg Weber stellte die Anfrage, ob es Neuerungen gebe beim Thema »Amphibienwanderung« am Weitsee. Hier waren in den vergangenen Jahren verschiedene Varianten diskutiert worden, wie dieser deutschlandweit größten Wanderbewegung von Fröschen und Lurchen und dem Straßenverkehr gleichermaßen Rechnung getragen werden könne. Der Bürgermeister erklärte hierzu, er habe unlängst mit dem Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, Sebald König, über die Situation gesprochen. Neuere Bestrebungen gebe es aber nicht. Derzeit wird im Bedarfsfall die Straße nachts komplett gesperrt, wozu in Seegatterl und am Seehaus eigens massive Sperranlagen errichtet worden waren.

»Wovon hängt es eigentlich ab, wann die Straßen gesäubert werden«, wollte Josef Schneider wissen, hier habe sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Der Bürgermeister erklärte dazu, dass es hier mit dem Straßenbauamt und der Gemeinde verschiedene Zuständigkeitsbereiche gebe, grundsätzlich aber dann reagiert werde, wenn sich eine Kehrung als notwendig erweise. Sollte sich dies als zu wenig herausstellen, werde man den Takt entsprechend erhöhen.

Karl-Heinz Schlechter bemängelte einen massiven Ausfall der Straßenbeleuchtung im vergangenen Winter, ganze Straßenzüge seien über einen längeren Zeitraum dunkel gewesen. Die Verantwortlichen beim Energieversorger Bayernwerk reagierten bestenfalls recht zögerlich. »Ist unser System marode?«, so wollte er wissen. Hier habe man erhebliche Probleme gehabt, räumte Bürgermeister Josef Heigenhauser in seiner Antwort ein, in einem Gespräch mit dem Gebietsvertreter des Versorgers sei aber »hoch und heilig« zugesichert worden, dass diese Lage verbessert werde. Des Weiteren wollte Schlechter wissen, ob in der Straßenbeleuchtung Sparlampen eingesetzt würden. Dies sei zum Teil der Fall, so die Antwort, zudem werde derzeit ermittelt, wo aktuell hoher Stromverbrauch im Gemeindegebiet durch den Einsatz von Sparlampen verringert werden könne.

Eine weitere Anfrage beschäftigte sich mit einem Fernsehbeitrag im Bayerischen Rundfunk. Hier war auch der Tourismus der Gemeinde Reit im Winkl kurz beleuchtet worden, viele Beobachter am Ort kritisierten aber eine sehr negative Darstellung. Zahlreiche Bürger hatten daraufhin schriftlich protestiert, Bürgermeister Heigenhauser hatte eine halbe Stunde mit dem zuständigen Redakteur diskutiert. Eine Änderung in der Darstellung konnte er aber nicht erreichen, wie er die Anwesenden in dieser Bürgerversammlung schließlich wissen ließ. ost