weather-image
18°

Ist ein »Bike-Park« machbar?

4.0
4.0

Ruhpolding. Um die mögliche Errichtung eines sogenannten Bike-Parks am Unterberg ging es bei der jüngsten Versammlung der Ruhpoldinger SPD. Deshalb nahmen auch Mitglieder anderer politischer Gruppierungen daran teil.


Als Trendsportart Nummer eins gelte in Deutschland der Mountainbike-Sport, bestätigte eingangs Thomas Baumgartner, der dem erweiterten Vorstand des SPD-Ortsvereins angehört. Dieser bringe einen wirtschaftlichen Aufschwung für Ruhpolding und die Umgebung, locke nicht nur junge Urlauber an, sondern sei für die ganze Familie geeignet. Der Ort sei vor allem wegen Biathlon weithin bekannt, ein Bike-Park könne aber Ruhpolding ein junges Image verleihen. Der Ort würde an Lebensqualität gewinnen und noch mehr Abwechslung und Vielfalt bieten. Davon könnten viele profitieren, prognostizierte er. In Orten, die bereits über einen Bike-Park verfügen, finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Dadurch blieben die Sportler im Durchschnitt drei Tage dort, was nicht nur zu einer Steigerung der Übernachtungszahlen führe, sondern auch positive Auswirkungen auf die Gastronomie habe.

Anzeige

Ein Bike-Park, also ein Sportgelände, das vor allem in Skigebieten mit Liftunterstützung der Disziplin »Downhill-Freeridesport« dient, sei am Unternberg denkbar und auch umsetzbar, meinte Baumgartner, der bereits Fakten zur Umsetzung der Idee zusammengetragen hat. »Die Integration eines Bike-Parks am Unternberg ist unter Berücksichtigung des Naturschutzes durchaus mit minimalen Eingriffen möglich«, meinte er. Für eine Streckenführung müsse seiner Ansicht nach eine kleine Trasse freigeschnitten werden, eine bereits vorhandene Trasse sei nutzbar. Somit sei Wandern und Mountainbiken am Unternberg weiterhin nebeneinander möglich. Zum Radtransport könne die bereits bestehende Sesselbahn nach wenigen Umbaumaßnahmen genutzt werden, führte Baumgartner weiter aus. Was die Beförderung betrifft, müsse mit dem Liftbetreiber eine Regelung getroffen werden.

Baumgartner ging auch auf Möglichkeiten zur Finanzierung und zum Betrieb eines Bike-Parks ein. Entweder betreibt die Bergbahn das Sportangebot eigenverantwortlich, meinte er, eine zweite Möglichkeit wäre der Betrieb durch eine zu gründende Gesellschaft aus Handel, Gemeinde und Unternehmen oder die Unternbergbahn und die Initiatoren des Bike-Parks treten als Betreiber auf.

Interessiert zeigten sich Mountainbikesportler, die aus Trainingsgründen jährlich rund 20 Mal für jeweils zwei Tage nach Österreich reisen, den Aufenthalt aber lieber hier verbringen würden. Zur Abklärung der Frage, ob grundsätzlich der Wunsch nach einem Bike-Park bestehe, müssten sich zunächst alle Betroffenen, wie Gemeinde, Betreibergesellschaft der Unternbergbahn, Tourismus, Umweltschutz- und Naturschutzbehörden, an einen Tisch setzen. hab