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Ist das Trinkwasser gefährdet?

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Grabenstätt. »Die Befürchtungen haben sich nicht bestätigt«, zeigte sich Bürgermeister Georg Schützinger (CSU) im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung sichtlich erleichtert und verwies auf die Stellungnahme des Gesundheitsamtes Traunstein zu den Untersuchungen des Marwanger Trinkwassers. Man habe alles getan, was möglich war und auch »eine Stange Geld« in die Hand genommen, um die Bedenken und Sorgen der Bürger auszuräumen.


Gesundheitsamt: »Weit unter Grenzwerten«

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Anfragen aus der Bürgerschaft hatten die Gemeinde dazu veranlasst, das Leitungswasser umfassend untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse eines beauftragten Labors wurden ans Gesundheitsamt Traunstein weitergeleitet. Dessen Antwortschreiben sei nun zu entnehmen, so Schützinger, dass die Untersuchungsergebnisse an allen Entnahmestellen »weit unter den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung« lägen. Eine gesundheitliche Gefährdung bei Genuss des Wassers sei somit auszuschießen.

»Es ist ja gut, dass das Wasser soweit in Ordnung ist, aber das Nitrat ist mit über 24 Milligramm pro Liter im Vergleich zu anderen Gemeinden trotzdem sehr hoch«, gab Doris Biller (Freie Wähler Grabenstätt/FWG) zu bedenken, die selbst mit ihrer Familie in Marwang wohnt. Schützinger erwiderte, dass der Grenzwert bei 50 Milligramm pro Liter liege und bezog sich dabei auf die EG-Trinkwasserrichtlinie für Nitrat.

Das Nitrat könnte Biller zufolge aus der Landwirtschaft kommen. Der »Brunnen Eggerhauserholz« liege aber in einem Waldgebiet, so der Rathauschef. Abgesehen davon sei man gerade dabei, dort ein Quellschutzgebiet auszuweisen.

Anton Mayrhofer vom Ergebnis »total überrascht«

»Total überrascht« von den neuen Untersuchungsergebnissen zeigte sich Anton Mayrhofer (FWG). Nach der ganzen Vorgeschichte sei es ihm »unerklärlich«, wie man jetzt so ein Schreiben rausgeben könne, und deswegen »unterstelle ich, dass da was nicht in Ordnung ist«. Vor allem für vorbelastete, bereits gesundheitlich angegriffene Personen sei das Wasser eben nicht unbedenklich, waren sich Mayrhofer und die gelernte Krankenschwester Biller einig.

Metzner: »Man versucht jetzt hier etwas hochzukochen«

Die Experten im Gesundheitsamt werden sich schon genau überlegt haben, was sie zu einer solch sensiblen Thematik sagen, ärgerte sich Roman Metzner (CSU) und schob den Verdacht hinterher: »Man versucht jetzt hier irgendetwas hochzukochen, weil in gut sieben Monaten Gemeinderatswahlen sind.« Während Sabine Steinberger (CSU) vorschlug, dass die Gemeinde nochmals das Gesundheitsamt anschreiben sollte, war man sich schnell einig, dass es besser sei, den betroffenen Bürgern die Chance zu geben, sich mit Fachleuten offen und ehrlich auszutauschen. Dies habe sich zuletzt schon bei der öffentlichen Informations-Veranstaltung über die Radon-Problematik im alten Pfarrkindergarten bewährt. mmü